von Jörg Streese

erst 3, dann 4, dann 5 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin

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Published on September 6th, 2017 @ 21:17:00 , using 702 Wörter,
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erst 3, dann 4, dann 5 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin
erst 3, dann 4, dann 5 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin
erst 3, dann 4, dann 5 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin
erst 3, dann 4, dann 5 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin
erst 3, dann 4, dann 5 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin

Für heute meldeten die Windprogramme unterschiedliche Voraussagen: um Süd und einer, ich glaube es war Windy, südost.

Also mal wieder nicht so richtig was mit anzufangen. Also möglicherweise noch mal motoren und das gegen 3 - 4 Windstärken. Also tanken.

Wie hier die meisten Tankstellen im Land eine mit Tankautomat. 30 EUR von der Kreditkarte abgebucht, runter zum Schiff und als ich den Zapfhahn in die Einfüllöffnung schob, kam kein Diesel.

Zurück zum Bezahlautomat. Telefonnummer angerufen, es war 7 Uhr, meldet sich jemand, der aber lediglich estnisch sprach. Ich wurde weitergeleitet. Der nächste sprach leidlich englisch, aber wegen seiner Aussprache von mir nicht zu verstehen. Ich wurde weitergeleitet. Nun konnten wir uns leidlich verständigenund nach einer Weile wurde mir gesagt, ich bekäme eine sms.

Mir lief die Zeit weg und deshalb habe ich noch einmal 30 EUR gelöhnt, und jetzt tauchte auf dem Bildschirm auf: Sie haben 3 Minuten Zeit, den Zapfhahn zu öffnen. Aha, deshalb.

Weil ich an der Tanke im Wind lag, habe ich hier gleich das Gross gesetzt und dann los.

Nach dem ich schon bald meinen bis Ruhnu durchstehenden Kurs südwest anlegen konnte und der Wind aus südost kam, gleich die Genua 2 dazu gesetzt und Miss Sophie fing an zu segeln.

Selbststeueranlage eingerichtet, was mir zum ersten Mal in der Rekordzeit von 1 Minute gelang, und Miss Sophie segelte und steuerte sich selbst.

Frühstück.

Um 3 Knoten, dass schien mir für den Wind etwas wenig.

Ich fing an, an der Windvane im Milimeterbereich die Windfahne zu verändern, und schon tat sich was: Miss Sophie segelte 4 Knoten, dann 5, dann 6 Knoten, der Wind legte auch wohl etwas zu, auf jeden Fall es war eine Freude sich so segeln zu lassen.

Die Seen wurden höher und eine See, die es auf der Luvseite bis durch die Speigatten des Cockpitsüllrandes geschafft hatte, füllt mir meinen unter auf dem Cockpittboden stehenden Teebecher mit frischem Rigaer Meerwasser.

Und dann wurden die Wellen immer knackiger, Miss Sophie musste höher an den Wind, der nahm anscheinend auch noch zu, Miss Sophies Bug tauchte in den Wellentälern tief ins Wasser ein und schaufelte beim hochkommen Unmengen von Wasser nach hinten, die gurgelnd an den Seitenfenstern vorbeirauschten, der Druck auf der Pinne war enorm, ich staunte, welche Kräfte die Windvane anscheinend auf die Pinne bringen kann und dann holte ich aus Interesse den Windmesser raus (Danke Uli): Durchschnitt 17, in den Spitze 35 KMH, das war Windstärke 5.

Ich wollte es nicht glauben.

Da sitzte ich unter der Cockpitpersenning, lass mich von der Windvane segeln, und draussen toben um Miss Sophie 5 Windstärken.

Jetzt wurde mir auch klar, wieso ich sie manchmal nicht zum Abfallen kriegen konnte. Ich konnte mir das nicht erklären. Aber jetzt. Der Druck auf das Grosssegel war so enorm, dass sie nicht abfallen konnte, weil das Gross sie immer am Wind hielt.

Reffen?

Miss Sophie schien die Situation gut ab zu können, sie brauchte auch Kraft, um sich durch die Seen zu boxen, also stehen lassen und gut die Gesamtsituation gut beobachten.

Und mein Beifall auch nochmal meiner Holland-Windvane (bisschen Werbung jetzt), aber ein tolles Teil, dass mich präzise meinen Kurs segeln lässt, selbst unter diesen schon etwas ungewöhnlichen Verhältnissen (siehe Fotos).

Dann kommt Ruhnu in Sicht, um mich herum toben immer mehr Regattayachten durchs Wasser, manchmal mit 4 oder 5 Seglern, die auf der Hohen Kante sitzen, die Beine aussenbords, mir schwant, in Ruhnu ist Regatta und ich sehe einen übervollen Hafen vor mir.

An der Ansteuerungstonne beigedreht, Gross runter, Genua runter, was wegen dem Seegang immer mit grosser Vorsicht zu machen ist, damit ich dabei nicht über Bord gehe, dann durch die Hafeneinfahrt, die hier sehr schmal ist und die grossen Seen einen hier schnell aus dem Kurs laufen lassen können, dann bin ich drin, ruhiges Wasser und gucken wo ich hin kann.

Es sind doch noch ein paar Plätze frei, ich rein in die Box, Schiff vertäut und dann gab es einen Käptn-Drink: Rum.

40 sm in 7 Stunden - da kann man nicht meckern. Durschnittsgeschwindigkeit 6 Knoten.

3 cheers auf Miss Sophie und die Holland-Windvane.

 

 

na ja, drei Tage später laufen wir unter milden Winden zurück nach Mersrags, allerdings wurde der Wind im Laufe des Tages immer mehr und hatte am nächsten Tag dann die Stärke des ersten Herbststurmes erreicht.

Und hier endet mein diesjähriges Segelleben.

Nächstes Jahr gehts weiter.

Endlich: Der Motor tut was er soll: Laufen!

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Published on August 21st, 2017 @ 10:09:00 , using 94 Wörter,
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Endlich: Der Motor tut was er soll: Laufen!

Von Kuivasto nach Kihnu, 17_08_2017

Leichte, mehr oder weniger umlaufende Winde waren gemeldet und ich entschied mich gezwungenermassen, unter Motor zu fahren, aber nicht die 60 meilen nach Ruhnu sondern 45 nach Kihnu, das südöstlich lag, in der Hoffnung, den Südwind dabei segeln zu können.

Ging auch, aber der war so schwach, dass er Miss Sophie nicht voran brachte. Also James.

Seine Bewährungsprobe, 8 - 10 Stunden, mal sehen, ob er das macht.

Er machte, aber der skipper war danach sehr genervt. Aber trotzdem war es ein gutes Gefühl, wieder einen Motor zu haben, auf den man sich verlassen konnte.

 

 

Sonne - und einen Motor, der wie eine zufriedene Katze schnurrt

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Published on August 16th, 2017 @ 16:59:00 , using 247 Wörter,
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Sonne - und einen Motor, der wie eine zufriedene Katze schnurrt

miss_sophie_13_08_2017_rohuküla_kuivasto

 

Wir müssen nach Hause (bei mir ist das im Sommer Mersrags im Rigaer Meerbusen), weil dort Albert auf mich warten wird, und deshalb geht es mit diesem Wind gleich weiter nach Süden.

Es ist ein leicht Nordwest, die Sonne verbreitet ein sommerliches Ambiente, wir laufen 5 knoten und jetzt passieren wir den Leuchturm an der Fährstrecke Rohuküla - Heltermaa, als es plötzlich furchtbar bumbst, Miss Sophie vorne aus dem Wasser hüpft und einiges aus den Regalen fällt - wir sind auf einen Stein aufgelaufen. Schnell wieder in das 20 Meter entfernte betonnte Fahrwasser, dann kontrolliert, ob irgendwo Wasser ins Schiff kommt - aber alles ist trocken.

Solide Arbeit von Dirk Murken.

Also in Zukunft: hier an der flachen Stelle immer im betonnten Fahrwasser bleiben.

Dann biegen wir nach Süd ab und schaukeln friedlich so dahin. Mal werden Kekse gereicht, dann Tee, dann ein paar verträumten Gedanken nachgegangen.

Dann schläft der Wind ein und der grosse Moment unseres Motors mit dem neuen Dieselfilter ist gekommen.

Er schnurrt wie eine nach zwei Mäusen zufriedene Katze.

Wenn das so bleibt, gibt es auf der Welt wohl einen zufriedenen Menschen mehr.

Um 16:00 Uhr sind wir in Kuivasto fest, ein nüchtener Fährhafen am Eingang zum Rigaer Meerbusen.

Morgen muss Uwe hier die Fähre nach Virtsu nehmen, um zu seinen Flieger Tallin zu kommen und ich muss hier auf eine Windsituation warten, die mir den 60-Meilentörn nach Ruhnu ermöglicht. 

Dafür aber sieht es schlecht aus: Tagelang soll der Wind aus Süd kommen, da wo ich in muss.

Nehmen die Probleme gar kein Ende? Aber wir haben ja Igor

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Published on August 12th, 2017 @ 20:43:00 , using 335 Wörter,
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Nehmen die Probleme gar kein Ende? Aber wir haben ja Igor

Natürlich weckt Uwe als alter Malocher morgens um sechs und um 07:00 sind die Segel oben aber bald müssen wir gegen einen strammen Südost gegenan und die Segel streichen - schaffen wir nicht.

Und dann muckt der Motor in bekannter Weise und ist danach einfach stumm.

Aus.

Wohin unter Segeln? Diese Frage kennen wir schon, ab die Antwort ist meist die gleiche: nirgends.

Wir müssen zurück aufs Festland, weil wir den Mechaniker brauchen, uns diesen Filter einzubauen.

Es ist Samstag, Uwe ruft ihn an und er sagt zu, um13:00 in Kuivasto zu sein. Uwe dringt darauf, das daraus 15:00 werden - wer weiss was uns hier noch so alles passiert.

Erstmal haben wir segeln hoch am Wind, dann geraten wir in eine derartige Flaute, dass uns alle Fäller wegzuschwimmen drohen, danach aber hat Poseidon wohl ein Einsehen oder eine uns wohlgesinnte Feh bezierzt ihn so, dass er uns einen gut segelbaren Süd schickt, der aber bad die Frage aufkommen lässt, wie in den Hafen kommen, wo die Bojen an einer Südkai liege?

 Diese Frage beschäftigt uns die ganze Fahrt über und dann werden alle Eventualitäten besprochen und Massnahmen ergriffen:

Der Anker zum werfen bereit gelegt, der Peekhaken liegt am Bug bereit, hinten alle Leinen fertig einschliesslich dem Gurtband für die Ankerboje und dann ist es soweit.

Ich kann mich noch ganz hart am Wind bis auf 20 meter an die Bojenreihe retten, dann aber steht Miss Sophie und der Anker muss fallen.

Ab schon bald naht die Rettung. Ein kleines Motorboot kommt und nimmt uns auf den Haken an die Boje und mit einer Leine an Land.

Eine Stunde später ist Igor da, baut den Dieselfilter ganz unten über dem Dieseltank ein, bringt noch zwei weitere für uns mit, lässt den Motor laufen, der Hustet erstmal anständig und geht aus. Igor baut die Pumpe aus, blässt rein, kein Durchkommen. Wird gereinigt, wieder mit Pusten getestet und nun ist sie frei.

Alles noch einmal durch getestet und er ist fertig. Super der Mann.

Wer in Haapsalu also Motorprobleme hat: Igor 003725135419

Seiten: 1· 2

Ein Engel im Blaumann - von Haapsalu nach Heltermaa

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Published on August 12th, 2017 @ 20:19:00 , using 391 Wörter,
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Ein Engel im Blaumann - von Haapsalu nach Heltermaa

miss_sophie_11_08_2017_haapsalu nach heltermaa - plötzlich scheint sich alles zu lösen

 

Morgens macht Uwe um 06:00 Wecken, ab 07:00 könnte ja der Mechaniker kommen.

Um 10:00 mach ich mich auf den Weg zum Zahnarzt, immerhin ein Fussweg von über einer Stunde bei meinem Gang, bin zu früh in der falschen Strasse aber in dem richtermaaigen Gebäude und werde keine 10 Minuten später auf den Stuhl gebeten.

Das Teil wird wieder angeklebt, ich zahle die Praxisgebühr und mache mich auf den Heimweg.

Niemand auf dem Schiff.

Ne Stunde später ist Uwe wieder da, er war mir entgegen gegangen um mich noch zu einem Bummel über das hiesige Stadtfest einzuladen.

Und dann erzählt er mir die Geschichte.

Der Mechaniker kam um 11, hatte alle Sachen dabei und hatte alles schnell eingebaut und wollte schon wieder gehen, aber Uwe hielt ihn fest und sagte: erst ausprobieren.

 Motor angelassen, Gas gegeben - und der Motor fing an zu husten.

Mechaniker: Bedenkliches Gesicht.

Gas gegeben. Motor hustet und geht aus.

Mechaniker: Noch bedenklicheres Gesicht - und dann geht es los:

Motorluke auf und jetzt untersucht er systematisch, wo noch Diesel kommt und wo nicht und beginnt beim Motor.

Motor an ohne zu zünden, Dieselleitung am Motor abgezogen: kein Diesel.

Ein Stück weiter vor der Dieselpumpe: kein Diesel.

Noch ein Stück weiter vor dem SEPAR-Filter: kein Diesel

Vor dem Filter sitzt die neue Dieselpumpe. Die wird abmontiert und durchgeblasen: 

Durchblasen nicht möglich.

Da haben wir den Täter.

Die Dieselpumpe ist verstopft mit den Dichtungsmittelrückständen, die wir gesten aus dem Dieseltank gefischt haben.

Dieselpumpe gereinigt und der Motor lief wie ein junger Hund. Aber der Mechaniker sagt, vor eine Dieselpumpe gehört ein Filter.

Nachdem Uwe diese Geschichte erzählt hat, kurz noch etwas gegessen und wir setzen die Segel, in der Hoffnung, nun mehr nur noch mit Poseidon kämpfen zu müssen - oder besser mit ihm überhaupt nicht zu kämpfen sondern mit seiner Hilfe die Wogen durchkämmen zu dürfen.

Das aber schlägt er erst einmal aus, weil er uns einen südwest und dann einen südost schickt, der uns nicht wirklich weiter bringt sondern zu dem gegenüberliegenden Fährhafen, den wir um 21:00 in einer lauen Abendflaute aber in wunderbarem Licht und guter Stimmung erreichen, weil James einfach so wegschnurrte wie eine junge Katze. 

In guter Stimmung geht der Abend zu ende, einzig von der bedrückenden Vorstellung gepräg, morgen vermutlich gegen den Süd mit dem Motor gegenan zu müssen. Die Zeit drängt.

 

jetzt reicht es wirklich: Aber die Rettung naht

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Published on August 12th, 2017 @ 20:13:00 , using 344 Wörter,
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jetzt reicht es wirklich: Aber die Rettung naht
jetzt reicht es wirklich: Aber die Rettung naht

miss_sophie_10_08_2017_haapsalu

 

Am Morgen danach schrauben wir den Tankdeckel wieder ab und wir bemerken eine gewisse Professionalität in diesem Vorgang: er ist weniger stressig, wir sind gut aufeinander eingestellt, es ist völig klar, wann wer schraubt und wann wer gegenhält auf Grund unserer körperlichen Lage zu den jeweiligen Schrauben und in 15 Minuten ist der Deckel gelöst.

Wir können uns jetzt noch in den Hintern beissen, warum wir vorgestern nicht schon auf die Idee gekommen waren, die im Diesel rumschlabbelnden Abdichtungsreste nicht abzusaugen, denn eine entsprechende Pumpe hatte ich mir schon gebastelt, um den Diesel in dem Plichtgrund abzusaugen. Und mit dem kann man doch auch diese Kunststoffreste absaugen.

So unsere überlegung.

Und so einfach war die Durchführung.

In 10 Minuten war aller Schwabbelkram aus dem Tank und wir schraubten den Deckel in Rekordzeit wieder zu.

Pause. Zweites Frühstück.

Motor anlassen. Sofort da.

Läuft rund. Prima.

Nach ner viertel Stunde erste Mucken.

Na gut, das Zeug ist auch wohl noch in den Leitungen. Also nicht zu streng sein.

James läuft weiter. Dann fängt er wieder an zu husten.

Gas zurück nehmen - und plötzlich kann ich kein Gas mehr geben.

Ratlosigkeit.

Kann nur ein mechanisches Problem sein.

Ist es auch.

Der Bautenzug, wie das Schiff 44 Jahre alt, hat aufgegeben. Gebrochen.

Hier im Hafen macht ein junger Mann Aufsicht, wirgzu ihm hin und ihn gefragt, ob er eine Werkstatt oder einen Menschen kennt, der so etwas reparieren oder ersetzen kann. Er telefoniert ein bisschen herum und dann: ist um 15:00 hier. Prima.

Ein paar gezielte Handgriffe und er sagt, entweder er hat so einen Bautenzug zu Hause oder er muss ihn bestellen, dann ist er morgen früh da. Prima.

Wir machen unser Essen warm und plötzlich löst sich die Krone meines linken Schneidezahnes. 

Scheisse.

Jetzt reicht es aber wirklich.

Wieder zu dem jungen Mann. Er telefoniert und gibt mir die Telefonnümmern von 5 Zahnärzten. Schon beim ersten werde ich fündig: morgen um 12:15.

Dann meldet sich der junge Mann noch einmal und sagt, der Mechaniker kommt morgen früh.

Auch gut, für heute ist bei uns auch wirklich nicht mehr viel drin.

Nothafen Haapsalu

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Published on August 11th, 2017 @ 23:16:00 , using 764 Wörter,
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Nothafen Haapsalu
Nothafen Haapsalu

miss_sophie_09_08_2017_nothafen_haapsalu

1025_sonne_SSE_3 - 4

Um 07:00 setzen wir schon im Hafen die Genua 2, eingedenks des unzuverlässigen Motors, doch heute Morgen schien es ihm zu passen. Also schob er ein bisschen mit.

Sobald wir auf unseren Westkurs gehen konnten, setzten wir das Gross dazu und schon schoben wir mit zwei knoten mehr durch die Wogen.

Plötzlich schiesst etwas über unsere Köpfe in unsere Kajüte.

Uwe an der Pinne hat das gar nicht mitbekommen, ich gehe runter und sehe einen jungen Vogel, ich meine es könnte ein Specht sein, an unserem Backbordfenster an dem Vorhang festgekrallt hängen, wo er aus dem Fester schaut und als er mich bemerkt, ängstlich den Schnabel aufsperrt.

Ich mache nur schnell ein Foto und verziehe mich dann wieder nach draussen, um ihn nicht noch weiter zu ängstigen, weil er hier vermutlich als Landvogel eine Pause vom Fliegen gesucht hat und ich ihm die nicht nehmen will.

Nach 15 Minuten ist er plötzlich so schnell verschwunden, wie er reingeschneit ist.

Wir wünschen ihm ein gutes Ankommen wo auch immer.

Dann bekamen wir den langen Schlag nach Südwest und durch die Küsteform hier kam der Wind jetzt südlicher, das hiess, wir mussten hoch an den Wind, aber dass neue Gross zeigte hier, was es konnte: noch nie hatte ich auf miss sophie, die ich jetzt 23 Jahre besitze, ein Gross, mit dem ich in durchaus bewegtem Wasser 45 Grad zum Wind segeln konnte. Nun kann ich es.

Jetzt wurde das Fahrwasser sehr schmal, weil steuerbord und backbord sehr flache Stellen vorhanden sind und um den jetzt süd verlaufenden Kurs halten zu können, muss James, unser Motor, ein bisschen mitschieben. Tat er auch.

Trotzdem mussten wir hier und da ein bisschen schnibbeln, aber das macht ja auch ein wenig den Reiz eines solchen Kurses aus, zumal hier Sandgrund ist, zwar unangenehm aber nicht wirklich gefährlich.

Dann gab es wieder einen kurzen Westsüdwestkurs um dann wieder in einen Südkurs zu gehen, und hier wurde es James zu viel: er streikte - und zwar beharrlich.

Wir fangen an, sehr kleinräumig zu kreuzen, dann werden wir mutiger und gehen weit von der markierten Fahrrinne weg und schaffen so auch diese Klippe.

Aber die Frage stand nun immer deutlicher vor uns: wohin kann es unter Segeln gehen, welcher Hafen ist unter Segel anzusteuerbar und auch zu erreichen?

 Eigentlich keiner.

Wir schlucken einen Moment.

 Zurück?

Keine Chance. Die Ansteuerung verläuft sehr engräumig südwest.

Heltermaa und Rohuküla, die beiden Fährhäfen zwischen der Insel Hiiumaa und dem Festland können wir nicht erreichen, weil die Fahrrinne zwischen ihnen nur durch eine sehr enge lange süd verlaufende Fahrrinne zu erreichen ist, die wir aber unter Segel nicht schaffen.

Wir schlucken nochmal.

Pause.

Wir drehen bei, um einen Moment in Ruhe überlegen zu können.

Seekarte studieren.

Haapsalu.

Aber die letzte Strecke in den Hafen verläuft südost, dort wo der Wind herkommt.

Aber bevor dieser Teil beginnt, ist eine kleine Bucht mit drei bis vier Meter Tiefe, wo man ankern könnte und vielleicht kommen wir auch wie auch immer in den südlich gelegenen Fischerhafen und und können irgendwie an einem Trawler festmachen.

Egal wie, Haapsalu ist unsere einzige Chance. Und die zudem mit der Chance, fachliche Unterstützung dort zu bekommen.

Also los.

Miss Sophie segelt brav ihre von uns diktierten Kurse ab, der Motor streikt beharrlich weiter und wir bereiten alles für ein Spontananlegemanöver vor: Anker zum werfen bereitlegen, beide Seiten mit Fendern abfedern, vorne an beiden Seiten Festmacher über die Reling ausbringen, Peekhaken bereitlegen, Achterleinen bereithalten und jetzt geht es los.

Miss Sophie ganz hoch am Wind, der sehr böig ist, wir schaffen es auf die Höhe des Fischerhafens, aber in diesem Moment schlafft der Wind ab und wir driften auf die flachen Stellen.

In diesem Moment kommt ein Schlauchboot vorbei und ich winke sofort mit einem Tau in der Hand.

Der Eigner winkt zurück.

Ist zwar nett von ihm gemeint, aber nicht das, was ich will.

Ich schwenke das Tau noch heftiger, aber weil wir unter Segel sind, nimmt er das wohl als eine seemännische Handlung zur Kenntnis. Jetzt fang ich an zu brüllen und nun reagiert er. 

Schnell ist er längsseits, nimmt unseren Tampen und schleppt uns vierzig Meter weiter an den Steg des ersten Segelvereins hier.

Bevor wir uns noch bedanken können, ist er schon wieder verschwunden und wir beginnen unseren Stress abzubauen:

Ein stählernes 5 -Tonnenboot unter Segeln gegen den Wind in einem kleinräumigen Hafen, dessen Fahrrinne vielleicht die doppelte Schiffslänge hat, irgendwie an eine Stelle zu bringen, wo das Ding bleiben kann, ist nicht witzig und kann im Yachtbereich schnell zu erheblichen Kosten führen. 

Jetzt ein Bier. Aber bei einem ist es nicht geblieben.

Bilder kommen noch

wir spielen Krimi: auf der Suche nach dem Dieselproblem

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Published on August 11th, 2017 @ 23:08:00 , using 431 Wörter,
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wir spielen Krimi: auf der Suche nach dem Dieselproblem

miss_sophie_05_08_2017_dirhami

Der Schrecken über den neuerlichen Streik des Motors sass uns noch am folgen Tag in den Knochen.

Wir gehen alles noch einmal durch:

Der Diesel streikt als wir getankt hatten.

Also war Dreck im Diesel.

Nein, stimmt garnicht.

Wir haben in Virtsu getankt und der Motor lief danach problemlos durch.

Also kein Dreck im Diesel.

Aber was dann?

Der SEPA-Filter ist mit Diesel gefüllt, ohne dass unten Ablagerungen sich gebildet haben.

Also sauber Diesel.

Was aber kann dann zu diesen Aussetzern führen, die eindeutig auf fehlenden Diesel oder fehlenden Dieseldruck hindeuten.

Wir sind ratlos.

Wir recherchieren in Fachartikeln, wir konsultieren das Handbuch, wir suchen im internet.

Schlauer werde wir nicht.

Dann entscheiden wir uns dazu, den Dieseltankdeckel doch aufzuschrauben um da ganz sicher zu gehen.

Aber das ist eine mühsame Arbeit.

Ca 60 Schrauben sind in teils sehr verwinkelten Stellen mit der darunter liegenden Gegenmutter zu lösen, was für uns alte Männer zu Körperhaltungen führte, die wir das letzte Mal vermutlich als 4-jährige praktiziert haben.

Aber dann ist es geschafft - und alles ist klar.

Zwischen dem stählernen Deckelkragen und dem Stahldeckel ist eine Hartgummidichtung, die ich mit von Aigars mir dafür gegebenen blauen silikonartigem Kunststoff mit einer "Wurst" versehen hatte, dass aber nichtbnur aussen, sondern auf der ganzen Fläche, was dazu führte, dass nach Verschraubung des Deckels, diese auch nach innen in den Tank gepresst wurde und dort im Laufe der letzten drei Jahre in kleinen 2 mm dünnen und ca 1 - 3 cm langen Würsten abfiel und jetzt unten am Tankgrund ein lustiges Leben führten und immer, wenn mehr Gas gegeben wurde und die See unruhig war, zu dem ganz unten am Kielboden aufsitzenden Saugrohr gesaugt wurden und es dann verstopften, bis wieder eine andere Bewegung des Diesels am Boden sie von dort vertrieb bis wieder richtig Gas gegeben wurde und sich der ganze Vorgang wiederholte.

Puuhhhh.

Wie aber das Zeug dort hier und jetzt rausholen?

Ärmel aufgekrempelt und in den ca. 80 cm tiefen Diesel gegriffen und....

...das Zeug zerbröselte in dem Moment, wo man es zwischen den Fingern hatte.

Pause.

Ratlosigkeit.

Mit einem Teesieb versucht, das Zeug einzufangen - sie schwammen schneller weg, als wir mit dem Sieb waren.

Den Diesel auspumpen und dann - aber wohin mit 70 l Liter Diesel?

Letzte Zwischenmöglichkeit für die Rückfahrt: ein sehr dünnes Nirostahlnetz, so was wie Fliegengitter, vom Ansaugstutzen der Handbilgepumpe abgenommen, kleiner geschnitten und dann musste Uwe wegen seiner längeren Arme sich ausziehen und diese Netz unten mit Kabelbinder am Ansaugrohr befestigen.

Kajüte sauber gemacht, uns gewaschen und dann wurde in dem Strandcafe gefeiert - na ja, also dass, was schon etwas ältere Herren unter feiern verstehen.

 

Ganze Geschichte »

immer wieder ein Erlebnis: Dirhami

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Published on August 8th, 2017 @ 15:02:00 , using 205 Wörter,
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immer wieder ein Erlebnis: Dirhami
immer wieder ein Erlebnis: Dirhami
immer wieder ein Erlebnis: Dirhami

miss_sophie_02_08_2017_eingeweht auf Dirhami

 

Aus Südwest toben hier die Winde über das Wasser und unsere Masten fangen mal wieder an zu singen.

Das ist manchmal tagsüber ganz nett, wenn aber klappernde Fallen im Mast an zu trommeln fangen, dann ist das nicht mehr so lustig.

Also wenn das Wetter es zulässt, Strandspaziergang.

Und der entschädigt hier für alles.

Der Strand hier bis zur Vogelbeobachtungsstation ist ca. 4 km lang und von dort hat man einen fast über 300 Grad nur Finnischen Meerbusen - und bei Sonne wunderschön und bei Schlechtwetter und Sturm wie jetzt ungeheure Wolkenschauspiele am unendlich Horizont.

Immer wieder: Dirhami ist ein Erlebnis.

Und was uns natürlich den ganzen Tag begleitet ist die Frage, wie es weitgehen soll bei dem Südwest.

Wir liegen nämlich genau zwischen einem riesigen stationären russischen Hoch auf Steuerbord und einem grossen Tiefdruckgebiet an Backbord etwas nördlichnvon uns - und die kleine Miss Sophie genau dawischen: das Tief zieht die Winde aus südwest zu sich hoch und das russische Hoch liefert aus südwest die entsprechenden Luftmassen dazu.

Und dieser Luftdynamo läuft schon seit zwei Wochen und scheint auch noch für weitere Wochen Luft zu haben.

Wir aber müssen dringend zurück.

Aber unseres provisorisches Tanknetz scheinth u funktinknieren - zumindest im Hafen mit künstlich erzeugten Schiffsbewegungen.

wir kommen dem Dieselproblem auf die Spur

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Published on August 7th, 2017 @ 16:32:00 , using 431 Wörter,
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wir kommen dem Dieselproblem auf die Spur
wir kommen dem Dieselproblem auf die Spur

miss_sophie_05_08_2017_dirhami

Der Schrecken über den neuerlichen Streik des Motors sass uns noch am folgen Tag in den Knochen.

Wir gehen alles noch einmal durch:

Der Diesel streikt als wir getankt hatten.

Also war Dreck im Diesel.

Nein, stimmt garnicht.

Wir haben in Virtsu getankt und der Motor lief danach problemlos durch.

Also kein Dreck im Diesel.

Aber was dann?

Der SEPA-Filter ist mit Diesel gefüllt, ohne dass unten Ablagerungen sich gebildet haben.

Also sauber Dies3l.

Was aber kann dann zu diesen Aussetzern führen, die eindeutig auf fehlenden Diesel oder fehlenden Dieseldruck hindeuten.

Wir sind ratlos.

Wir recherchieren in Fachartikeln, wir konsultieren das Handbuch, wir suchen im internet.

Schlauer werde wir nicht.

Dann entscheiden wir uns dazu, den Dieseltankdeckel doch aufzuschrauben um da ganz sicher zu gehen.

Aber das ist eine mühsame Arbeit.

Ca 60 Schrauben sind in teils sehr verwinkelten Stellen mit der darunter liegenden Gegenmutter zu lösen, was für uns alte Männer zu Körperhaltungen führte, die wir das letzte Mal vermutlich als 4-jährige praktiziert haben.

Aber dann ist es geschafft - und alles ist klar.

Zwischen dem stählernen Deckelkragen und dem Stahldeckel ist eine Hartgummidichtung, die ich mit von Aigars mir dafür gegebenen blauen silikonartigem Kunststoff mit einer "Wurst" versehen hatte, dass aber nichtbnur aussen, sondern auf der ganzen Fläche, was dazu führte, dass nach Verschraubung des Deckels, diese auch nach innen in den Tank gepresst wurde und dort im Laufe der letzten drei Jahre in kleinen 2 mm dünnen und ca 1 - 3 cm langen Würsten abfiel und jetzt unten am Tankgrund ein lustiges Leben führten und immer, wenn mehr Gas gegeben wurde und die See unruhig war, zu dem ganz unten am Kielboden aufsitzenden Saugrohr gesaugt wurden und es dann verstopften, bis wieder eine andere Bewegung des Diesels am Boden sie von dort vertrieb bis wieder richtig Gas gegeben wurde und sich der ganze Vorgang wiederholte.

Puuhhhh.

Wie aber das Zeug dort hier und jetzt rausholen?

Ärmel aufgekrempelt und in den ca. 80 cm tiefen Diesel gegriffen und....

...das Zeug zerbröselte in dem Moment, wo man es zwischen den Fingern hatte.

Pause.

Ratlosigkeit.

Mit einem Teesieb versucht, das Zeug einzufangen - sie schwammen schneller weg, als wir mit dem Sieb waren.

Den Diesel auspumpen und dann - aber wohin mit 70 l Liter Diesel?

Letzte Zwischenmöglichkeit für die Rückfahrt: ein sehr dünnes Nirostahlnetz, so was wie Fliegengitter, vom Ansaugstutzen der Handbilgepumpe abgenommen, kleiner geschnitten und dann musste Uwe wegen seiner längeren Arme sich ausziehen und diese Netz unten mit Kabelbinder am Ansaugrohr befestigen.

Kajüte sauber gemacht, uns gewaschen und dann wurde in dem Strandcafe gefeiert - na ja, also dass, was schon etwas ältere Herren unter feiern verstehen.

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