von Jörg Streese

Na - geht doch: Helgoland - Eidermündung - Tönning

Na - geht doch: Helgoland - Eidermündung - Tönning

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Published on Juni 1st, 2010 @ 14:28:01 , using 527 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Na - geht doch: Helgoland - Eidermündung - Tönning
Na - geht doch: Helgoland - Eidermündung - Tönning
Na - geht doch: Helgoland - Eidermündung - Tönning
Na - geht doch: Helgoland - Eidermündung - Tönning

Gestern abend kam dann endlich ein Seewetterbericht, der aufhorchen liess: N 3 - 4, klare Sicht und das Aufstehen wurde auch ein moderates 04:30.

Also los.

Das es dann zum Schluss doch noch ein Abenteuer werden sollte, konnte ich ja nicht wissen.

Unter Fock und Grosssegel lief MISS SOPHIE 4,5 bis 5 Koten, was ich für einen erstaunlich guten Wert halte, KK 75 Grad, sanft hoben und senkten die Nordseewogen das Schiff und alles sah gut aus. Bild 1

Um 8 Uhr reduzierte sich dann die Geschwindigkeit auf 3,5 Knoten, was zu wenig war, um um 11:00 Uhr an der Ansteuerungstonne Eider zu sein - und das musste ich, weil ich das auflaufende Wasser durch die Priele der Eider brauchte, die sonst zu flach sind und ich gegen die dort kräftige Strömung nicht ankommen würde.

Also musste James ran und diesmal tat er einfach, was man von ihm  verlangte.

11:00 dann pünktlich an der Tonne (Bild 2).

Der Priel verändert sich von Monat zu Monat und wäre ich nach Karte gefahren, würde ich jetzt auf trockenem Watt sitzen (Bild 3).

um 15:00 zur Hochwasserzeit dann am Eidersperrwerk ( Bild 4), das grösste Bauwerk an der deutsche Küste, ein 5 km langer Damm quer über die Eiderbucht, 5 je 40 Meter breite Sieltore, die die Gezeiten in die Eider lassen und eine Schleuse, in der mich ein freundlicher Fischer längsseits nahm (Bild 5).

Nach dem Revierführer hätte es hinter der Schleuse einen Schlängel geben sollen, an dem ich gedachte längs zu gehen, um auf das morgige neue auflaufende Wasser zu warten und mich mit den nötigen Revierkenntnissen auszustatten - aber diesen Schlängel gab es nicht und als ich an der Fischkutterkaje festmachte, bekam ich über UKW-Seefunk sofort die Anfrage der Schleusenzentrale, was ich da mache und als ich es erklärt hatte, sagte man mir, dass ich da nicht bleiben könne und nach Tönning muss.

Davon hatte ich keine Karte, brauchte aber das noch etwas mitlaufende Wasser und musste schnell los.

Verdammt flach hier sagte ich mir mit kritischem Blick auf das Echolot. Und wir wurde etwas mulmig. Nach einer Stunde fing das Wasser an, wieder auszulaufen - würde ich jetzt hier irgendwo festkommen, hätte ich keine Chance, wieder freizukommen, das mulmige Gefühl wurde stärker und vor allem wusste ich nicht, wo ich einen Platz zum Anlegen finden sollte.

Angstvoll beäugte ich das Wasser auf Wasserkabbelungen (hier flach!), ich sah mich schon mit einem Bein im Gefängnis, weil wenn ich hier aufsitze und zur falschen Seite, zur tiefen Prielseite umfalle, gerät möglicherweise Diesel über die Überlaufleitung ins Wasser, das Schiff könnte beim auflaufenden Wasser möglicherweise voll Wasser laufen und sinken, wegen gröblicher Umweltverschmutzung würde ich in den Knast kommen und während noch mein Kopf von diesen Dingen voll war, tat sich plötzlich links eine uralte Hafeneinfahrt aus Backstein auf (Bild), das Wasser bekam eine kontinuierliche Tiefe von 4-5 Metern und plötzlich tat sich das Paradies auf: der uralte Hafen von Tönning, mitten in der Stadt, 1613 in dieser jetzigen Form gebaut, tat sich auf und zwei Minuten später war ich an einem Schwimmsteg des Tönninger Yachtvereins fest.

Himmlisch. (siehe Bilder)

Noch schnell was zu Essen machen und eine Flasche Wein und den Tag langsam um 17:30 in den verdienten  Feierabend ausklingen lassen - ach ja, und noch schnell das Logbuch schreiben.

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare

Kommentar von: detlef
detlef

Moin Jörg,
spannend,spannend!Weiterhin gute Reise und : fair wind and weather!
Detlef

03.06.10 @ 16:12
Kommentar von: Günther
Günther

Lieber Jörg,
wegen sowas mochte ich die Nordsee noch nie. Da Du nun knapp dem Eider-Knast entgangen bist, wünsche ich endlich satte Sommertage auf dem Weg zur Ostsee.
Viele grüße
Günther

04.06.10 @ 07:53


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