von Jörg Streese

Gewitter

Gewitter

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Published on Juni 9th, 2011 @ 10:57:22 , using 357 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Gewitter

Diese vor mir liegende englische 22-Meter-Allu-Yacht „ONORA“ war gestern später als wir aus Kolobrzeg ausgelaufen und mitten in die Gewitterfront gekommen. Mein Stegnachbar erzählt mir, das ein Blitz in ihren Mast eingeschlagen ist und die gesamte Elektronik zerstört hat.

Um 20:00, als wir nach Planung durch die Brücke wollten, um davor bis 22:00 zu warten , um dann durch das militärische Sperrgebiet zu gehen, das frei ist von 02:00 bis 05:00, steht ein Gewitter über Kolobrzegh und kommt langsam die Küste lang auf uns zu und der Wetterbericht meldet um 21:05 W 6-7 – also ein Abend im Hafen.

Heute morgen kommen die durch den starken West aufgebauten Wellen direkt in die Hafenmündung und lassen unsere Schiffe 1 Meter hoch und runter schaukeln und die Leinen werden dadurch zum bersten angespannt. Heute Nacht soll ein zweiter Versuch gemacht werden.

Schaun mer mal.

 

Der NW-Wind 6-7 treibt die Wellen ungebrochen durch die Hafeneinfahrt, die nach NW geöffnet ist, durch den ganzen Hafen und nunsere Schiffe fangen an, an den Leinen zu reissen und ein Leben unter Deck wird nervenaufreibend.


Um 12:00 reisst bei mir die erste Festmacherleine und auch ich beschließe jetzt, wie die anderen Yachten schon vorher diesen Platz zu verlassen und entweder in den Industriehafen in Rügenwald zu gehen oder in dem Fischerhafen einen Platz zu suchen. Und den finde ich dort auch neben einem großen Angelboot.


In dem kleinen Yachtzubehörladen finde ich einen gebrauchten Windex für 88 SL (20 EUR) – super, denn neu kostet der 80 EUR.

Mal sehen, wer mich morgen in den Mast kurbelt.


Der Wetterbericht um 21:05 auf DF lässt alle Gedanken auf ein nächtliches Überfahren des Sperrgebietes verschwinden: W 6-7 mit schweren Schauer- und Gewitterböen und für die nächsten Tage sieht es ähnlich aus.


Törn-Planung kann man unter diesen Umständen überhaupt nicht machen. Man muss halt schauen. Ich kaufe frischen Fisch.


Abends höre ich die gelesene Hörfassung von Daniel Kehlmann Roman: „Die Vermessung der Welt“ über die so unterschiedlichen Lebenswege zweier Genies, die uns die Welt begreifbar gemacht haben: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Dabei kann man wunderbar kochen und Essen und nach dem Essen weiterhören. Danke Björn, eine wunderbare Idee – und auf der SD-Karte sind noch viele weitere Bücher.

 


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