von Jörg Streese

Alle seelischen Höhen und Tiefen abgewettert

Alle seelischen Höhen und Tiefen abgewettert

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Published on Juni 3rd, 2012 @ 18:32:18 , using 688 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Alle seelischen Höhen und Tiefen abgewettert
Alle seelischen Höhen und Tiefen abgewettert
Alle seelischen Höhen und Tiefen abgewettert
Alle seelischen Höhen und Tiefen abgewettert

 

Alle seelischen Höhen und Tiefen abgewettert


Als beim Wetterbericht plötzlich meine Schiffs-Batterie ihren Geist aufgab, hatte ich ein Problem. Denn nun brauchte ich eine neue, und zwar eine gute, denn ich habe nur eine Batterie an Bord und möchte das auch so beibehalten. Und mir war auch klar, dass ich vor vier Jahren, als ich diese Batterie neu erstanden hatte, ich gleich eine Tiefentladung über mehrere Wochen verursacht hatte, die der Batterie wohl einen Knacks gegeben hat.


Den Hafenkapitän dieser Anlage angesprochen, fragt der nach der Amp-Zahl, und als ich 100 angab, guckte er kurz auf eine Batterie, die dort auf dem Werktisch stand und sagte „take this“ und gab sie mir, sie stamme aus dem Motorboot dort drüben, der habe jetzt eine neue.


Obwohl ich doch auch ein bischen skeptisch über den Zustand der Batterie war, schob ich überglücklich mit dem schweren Ding von dannen. Doch ich sollte mich täuschen. Alles bestens. Dafür bekommt er einen guten russischen Wodka.


Seit zwei Tagen trägt MISS SOPHIE ihre homepage jetzt auch auf ihrem Rumpf. Da die Domain www.miss-sophie.de schon vergeben war (aber der Inhaber von ihr keinen Gebrauch zu machen scheint) fand ich diese Seite in der Schweiz noch frei und habe sie mir gleich gesichert, denn da wird ja auch Deutsch gesprochen. Jetzt kann man auch über diesen link auf meine Seite kommen:


www.miss-sophie.ch


Da ich eigentlich nach Sichtung der Wetterverhältnisse am Sonntag nach Mersrags wollte, um von dort auf die kleine Insel Ruhnu zu kommen, musste ich dann aber in den Seewetterberichten abends feststellen, dass für das großflächige Tief über Stockholm für den Rigaer Meerbusen Wind von 6 Beaufort anzeigt wurde, und ich habe für mich entschieden, das ist mir für den Anfang zu viel.

Mit dem Studenten hatte ich mich für den Spätnachmittag dann verabredet, dass er mir hilft, ein Netzgerät für meinen Laptop zu erstehen, denn ich will es nicht mehr über die Schiffs-Batterie betreiben.


In einem riesigen Einkaufzentrum wollte mir der Verkäufer das nicht verkaufen, weil er meinte, die Gefahr sei zu groß, dass da nicht der für mein Laptop notwendige Anschluss-Adapter dabei sein könnte und dann würde ich das Gerät wieder zurück bringen und die Originalverpackung sei dann hin (zumindest habe ich ihn so verstanden).

Als ich trotzdem das Gerät eigentlich kaufen wollte, stellte ich mit Erschrecken fest, das meine EC-Karte nicht da war.


Panik und Entsetzen durchzüngelten meinen Kopf. Zu Hause habe ich dann erst mal alles durchsucht, was auch nur in Frage kommen könnte, dass sie dort irgendwo gelandet sein könnte.

Nichts.

Dann habe ich einen Zettel genommen und bin alle Situationen durchgegangen, wo ich mein Ausweishülle benutzt hatte, habe mir die Läden notiert und bin am nächsten Morgen dort gewesen und habe nach einer möglichwerweise abgegebenen EC-Karte gefragt. Nichts.

Dann habe ich mich bei meiner Bank eingeloggt und bin die Abbuchungen durchgegangen, denn das letzte Mal hatte ich die Karte sicher vor 5 Tagen in der Hand gehabt. Aber hier war alles in Ordnung. Habe dann die Karte sperren lassen.

Trotzdem macht mich die Sache unruhig, weil mir das zum ersten Mal passiert ist.


Am Samstag dann trotz meiner inneren Unruhe wegen der verlorenen EC-Karte nach Riga gefahren – es regnete den ganzen Tag – und in allen einschlägigen Einkaufzentren nach einem Netzteil für meinen Laptop gesucht. Nichts.

Irgendwann bin ich dann frustriert am Zentralbahnhof langgegangen und dachte, ich erkunde jetzt einfach mal den Stadtteil, der von der Marijas Iela / A.Caka Iela durchkreuzt wird, so mit dem Hintergedanken, dass mein interesseloses Herumflanieren MICH vielleicht Durch Zufall zu einen Laden führen könnte, wo Computerfreaks einkaufen gehen, denn die gibt es hier ja auch, und was sehe ich? Ein kleiner Laden, so groß wie bei mir zu Hause das Badezimmer, innen aber sehr geordnet in Glasschränken diverse Computerteile und da sehe ich dann auch schon Netzgeräte. Der Inhaber spricht gut englisch und schon hat es das entsprechend richtige Netzteil in der Hand. 20 LATs – billiger als die Dinger in den großen Shops. Überglücklich ziehe ich von dannen.


Ein paar Tage, die es in sich hatten. Nur diesmal nicht seglerisch.

Die beiden Wolkenbilder sind durchaus auch ein Ausdruck meiner seelischen Verfassung in diesen Tagen  gewesen.

1 Kommentar

Kommentar von: Lothar Jentzsch
Lothar Jentzsch

Lieber Jörg, ja ja, die Schweiz… Vor zwei Jahren hatte ich von Dir gelernt, dass die Schweiz durchaus seglerisch mithält. Und ich dachte damals, man könne dort nur wandern! Und nun fährt Miss Sophie schon mal unter schweizer Adresse! Wann wird sie Umgeflaggt? Das weiße Kreuz auf rotem Grund ist doch vor dem blauen Wasser und Himmel ganz ansehnlich! Und manchmal kommt man beim flanieren zu brauchbaren Ergebnissen. Das kenne ich! Darum weiterhin alles Gute, Lothar

04.06.12 @ 20:03


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