von Jörg Streese

Zurück nach Estland. Zweiter Teil: Alles wird gut.

Zurück nach Estland. Zweiter Teil: Alles wird gut.

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Published on August 22nd, 2013 @ 11:48:00 , using 412 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Zurück nach Estland. Zweiter Teil: Alles wird gut.
Zurück nach Estland. Zweiter Teil: Alles wird gut.
Zurück nach Estland. Zweiter Teil: Alles wird gut.

 

2013_08_21

 Für diesen Teil der Ostsee hatte ich nur alte russische Karten, die nicht auf dickem Papier und mit einer Spiralbindung versehen waren, sondern aus hauchdünnem Papier und aus 25 Einzelkarten bestanden.

 Unmöglich, diese Karten bei diesem Wind ins Cockpit zu holen.

 Und z.Z.unmöglich, mir in diesem Kartensatz die beiden für mich jetzt wichtigen Karten heraus zu suchen, außer ich würde dafür beidrehen, weil ich die Pinne nicht verlassen konnte und das Steuern auch eigentlich meine ganze Konzentration erforderte.

 Das Land wurde größer, irgendwann hatte ich es an Steuerbord und sah auch schon die Nock, wo ich meine Bucht mit meinem Hafen vermutete.

Ich folgte am Kartenplotter meiner Kurslinie und konnte auf die schnelle auf meinem Kurs keine bedenklichen Untiefen oder sonstiges entdecken und widmete mich, mit einem zweiten kleinen bittenden Blick auf Obadja, wieder meiner Steuerarbeit an der Pinne.

Hätte ich einen etwas größeren Ausschnitt des Kartenplotters gewählt, wäre mir aufgegangen, dass das Land hier steuerbord nicht das Festland war, sondern die ihr vorgelagerte Insel Osmussaar, die aber in meiner Erinnerung überhaupt nicht existierte.

Was mir aber zu denken gab, war, das seltsamerweise war mein WP (Waypoint auf dem Kartenplotter) noch so weit weg war, ca. 6 Seemeilen und ich die Strecke von der Tonne zum Hafen für recht kurz in Erinnerung hatte, vielleicht eine Seemeile.

Irgendwie schien meine Interpretation nicht so recht mit der diditalen Karte und meiner Erinnerung überein zu stimmen. Denn mein Plotterkurs entfernte sich eine große Strecke von meinem vermeintlichen Hafen.

Aber meine Überlegungen wurden beständig von der Pinnenarbeit unterbrochen, denn hier wurde es langsam flacher und der Seegang nahm zu. Also das Messer zwischen die Zähne und durch, wie es so schön Robert Kirchner des öfteren beschrieben hat (Eher rau. Ein Törn rund Großbritannien).

Als ich dann an der Tonne angekommen war, musste ich eh beidrehen, weil ich die Segel bergen wollte und nahm dies zum Anlass, mich mal ausführlicher mit den Seekarten zu beschäftigen.

Und nun war alles klar.

Das, was ich für das Festland gehalten hatte, war die ihr vorgelagerte Insel Osmussaar, das was ich für die vermeintlich Bucht mit meinem Hafen an der Nock gehalten hatte, war die See zwischen der Insel und dem Festland.

Aber einen Schreck habe ich trotzdem bekommen.

Über meine fahrlässige Art, diesen Törn vorzubereiten.

Danke Obadja.

Um 16:30 mache ich hier fest und gehe gleich noch schnell zu dem kleinen Laden hier, um nach 3 Monaten endlich mal wieder ein paar Biere trinken zu können, ohne besorgt auf mein Konto schauen zu müssen.

 

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