von Jörg Streese

und schon wieder mittendrin - Haapsalu

und schon wieder mittendrin - Haapsalu

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Published on Juli 19th, 2016 @ 21:14:00 , using 609 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
und schon wieder mittendrin - Haapsalu
und schon wieder mittendrin - Haapsalu
und schon wieder mittendrin - Haapsalu
und schon wieder mittendrin - Haapsalu

 

Unsere Lust auf Abenteuer war irgendwie erloschen.

 

War einfach ein bisschen viel in den letzten Tagen.

 

 

Der Wind blieb auf Süd, 4-5, und wir haben länger die Frage diskutiert, nur rüber nach Rohuküla, was ein reiner Fährhafen ist oder weiter an der Westküste des Festlandes hoch nach Haapsalu, was ein sehr geschütztes Seerevier ist, an die etwas größere Stadt Haapsalu liegt.

 

 

Nach längerem hin und her, weil wir einfach die Schnautze voll hatten von viel Wind und unberechenbaren Wind- und Seesituationen, haben wir uns dann doch entschieden, zuerst nach Rohuküla zu segeln, was wir sowieso müssen und während dieses Törns es uns offen zu lassen, ob es weiter gehen soll.

 

 

Um 09:00 los, nur die Fock zum ziehen, Süd 4-5, und Dörte an der Pinne.

 

 

Das betonnte Fahrwasser ist hier sehr schmal, die Wassertiefen aber drum herum für uns ausreichend tief, aber die hinter uns aufkommende Fähre blieb nicht etwa in dem für sie ausgetonnten Fahrwasser, sondern verfolgte uns derart penetrant, dass mir nur noch die Möglichkeit eines Befreiungsschlages blieb: Wende und quer zum Fahrwasser aus der Fahrtrichtung der Fähre, die das anscheinend für selbstverständlich hielt.

 

 

MISS SOPHIE maschierte mit der Fock erwartungsgemäß mit 5 kn rüstig voran und alles blieb gut.

 

Also Haapsalu.

 

 

Das Fahrwasser zwischen dem Festland und der Insel Vormsi ist sehr flach (ca 6 m), aber gut betonnt und Dörte machte jetzt ihren Befreiungsschlag nach den doch etwas schwierigen seglerischen Situationen der Vergangenheit und steuerte bis Haapsalu, wo wir um 14:00 festmachen und gleich darauf Regen einsetzt.

 

 

Haapsalu ist sehenswert, hat einige sehr nette Kneipen, Museen und Restaurants, ist ein beliebter Hafen für die Finnen und Schweden, ein alter Badeort für betuchte Russen des Zarenreiches gewesen.

 

 

Also bleiben wir hier erst einmal und machen auf Kultur (Dörte) und ich kümmere mich ein wenig um die etwas vernachlässigte MISS SOPHIE.

 

 

Wir bekommen gerade noch einen Liegeplatz hier, weil gleich die ersten Boote einer großen, über mehrere Tage gehenden Regatta kommen werden, - und das sollen mehr als 100 Schiffe sein.

 

 

Und schon bald sind zwei Katamarane hier und dann trudeln in dichter Folge die anderen Schiffe ein und unter den ersten sind Folkeboote, teilweise ohne Außenborder, die hier sehr geschickt unter Segeln an die Stege gehen.

 

 

Im Bootshafen nebenan sind schon Stände aufgebaut und die Musik wird unerträglich laut, aber so ist das nunmal bei solchen Ereignissen. Wir holen uns Röstkartoffeln mit einer Wurst und einem frisch gezapften kalten Bier, sehr deutsch, dann bleibt die Küche bei uns heute mal kalt.

 

 

Am Freitag muss Dörte den Flieger in Tallin bekommen und so sind dies die letzten gemeinsamen Tage hier in Haapsalu.

 

 

Am Mittwoch sitzen wir abends in einer wirklich sehr angenehmen kleinen Pizzaria in einem lauschigen Hinterhof und entscheiden, morgen nach Dirhami mit dem Bus zu fahren statt mit dem Schiff, denn von dort am nächsten Tag nach Tallin ist etwas schwierig.

 

 

Die Fahrt über Land geht durch unendliche Kiefern- und Birkenwälder, vorbei an kleinen Gehöften und dann sind wir da und Dirhami überrascht uns mit strahlendem Sonnenschein.

 

 

Dörte macht eine Wanderung am Strand lang zur Vogelbeobachtungsstation, ich bleibe in dem kleinen Strandcafe, was jetzt in festen Containern untergebracht ist und lese ein bisschen.

 

 

Ich glaube, Dirhami ist eines dieser geheimnisvollen, besonderen Orte, die sich allen dort verweilenden Personen mitteilt. Alle im Cafe sind irgendwie heiter gestimmt und fröhlich, was man sonst nirgendwo in Cafes findet. Es gibt nur ein kleines Tagungshotel in unmittelbarer Nähe hier und so sitzt man im Cafe wirklich halm im Sand der schön geschwungenen Küste unsschaut auf Meer und beobachtet die in einiger Entfernung vorbeisegelnden Yachten die nach Tallin wollen oder die hier abbiegen und dann in den Hafen einlaufen.

 

Oder träumt nur einfach ein bisschen vor sich hin.

 

1 Kommentar

Kommentar von:
pensionaer

Hallo Ihr Beiden,
wenn ich daran denke, dass dies Jahr nur ruhiges und vorsichtiges Segeln angesagt war, hat es mir teilweise wieder den Atem verschlagen.
Ich drücke die Daumen, dass die nächsten Törns so ruhig verlaufen, wie der letzte. Ihr bekommt ja einiges geboten.
Hier in HB ist es heiß und es sind Gewitter angesagt. Es macht also keinen Spaß in der Stadt zu sein.
Viele Grüße
Matthias

20.07.16 @ 11:14


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