von Jörg Streese

erst 3, dann 4, dann 5, dann 6 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin - nach Ruhnu und zurück

erst 3, dann 4, dann 5, dann 6 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin - nach Ruhnu und zurück

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Published on September 6th, 2017 @ 21:17:00 , using 702 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
erst 3, dann 4, dann 5, dann 6 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin - nach Ruhnu und zurück
erst 3, dann 4, dann 5, dann 6 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin - nach Ruhnu und zurück
erst 3, dann 4, dann 5, dann 6 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin - nach Ruhnu und zurück
erst 3, dann 4, dann 5, dann 6 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin - nach Ruhnu und zurück
erst 3, dann 4, dann 5, dann 6 Beaufort und Miss Sophie fröhlich mittendrin - nach Ruhnu und zurück

Für heute meldeten die Windprogramme unterschiedliche Voraussagen: um Süd und einer, ich glaube es war Windy, südost.

Also mal wieder nicht so richtig was mit anzufangen. Also möglicherweise noch mal motoren und das gegen 3 - 4 Windstärken. Also tanken.

Wie hier die meisten Tankstellen im Land eine mit Tankautomat. 30 EUR von der Kreditkarte abgebucht, runter zum Schiff und als ich den Zapfhahn in die Einfüllöffnung schob, kam kein Diesel.

Zurück zum Bezahlautomat. Telefonnummer angerufen, es war 7 Uhr, meldet sich jemand, der aber lediglich estnisch sprach. Ich wurde weitergeleitet. Der nächste sprach leidlich englisch, aber wegen seiner Aussprache von mir nicht zu verstehen. Ich wurde weitergeleitet. Nun konnten wir uns leidlich verständigenund nach einer Weile wurde mir gesagt, ich bekäme eine sms.

Mir lief die Zeit weg und deshalb habe ich noch einmal 30 EUR gelöhnt, und jetzt tauchte auf dem Bildschirm auf: Sie haben 3 Minuten Zeit, den Zapfhahn zu öffnen. Aha, deshalb.

Weil ich an der Tanke im Wind lag, habe ich hier gleich das Gross gesetzt und dann los.

Nach dem ich schon bald meinen bis Ruhnu durchstehenden Kurs südwest anlegen konnte und der Wind aus südost kam, gleich die Genua 2 dazu gesetzt und Miss Sophie fing an zu segeln.

Selbststeueranlage eingerichtet, was mir zum ersten Mal in der Rekordzeit von 1 Minute gelang, und Miss Sophie segelte und steuerte sich selbst.

Frühstück.

Um 3 Knoten, dass schien mir für den Wind etwas wenig.

Ich fing an, an der Windvane im Milimeterbereich die Windfahne zu verändern, und schon tat sich was: Miss Sophie segelte 4 Knoten, dann 5, dann 6 Knoten, der Wind legte auch wohl etwas zu, auf jeden Fall es war eine Freude sich so segeln zu lassen.

Die Seen wurden höher und eine See, die es auf der Luvseite bis durch die Speigatten des Cockpitsüllrandes geschafft hatte, füllt mir meinen unter auf dem Cockpittboden stehenden Teebecher mit frischem Rigaer Meerwasser.

Und dann wurden die Wellen immer knackiger, Miss Sophie musste höher an den Wind, der nahm anscheinend auch noch zu, Miss Sophies Bug tauchte in den Wellentälern tief ins Wasser ein und schaufelte beim hochkommen Unmengen von Wasser nach hinten, die gurgelnd an den Seitenfenstern vorbeirauschten, der Druck auf der Pinne war enorm, ich staunte, welche Kräfte die Windvane anscheinend auf die Pinne bringen kann und dann holte ich aus Interesse den Windmesser raus (Danke Uli): Durchschnitt 17, in den Spitze 35 KMH, das war Windstärke 5.

Ich wollte es nicht glauben.

Da sitzte ich unter der Cockpitpersenning, lass mich von der Windvane segeln, und draussen toben um Miss Sophie 5 Windstärken.

Jetzt wurde mir auch klar, wieso ich sie manchmal nicht zum Abfallen kriegen konnte. Ich konnte mir das nicht erklären. Aber jetzt. Der Druck auf das Grosssegel war so enorm, dass sie nicht abfallen konnte, weil das Gross sie immer am Wind hielt.

Reffen?

Miss Sophie schien die Situation gut ab zu können, sie brauchte auch Kraft, um sich durch die Seen zu boxen, also stehen lassen und gut die Gesamtsituation gut beobachten.

Und mein Beifall auch nochmal meiner Holland-Windvane (bisschen Werbung jetzt), aber ein tolles Teil, dass mich präzise meinen Kurs segeln lässt, selbst unter diesen schon etwas ungewöhnlichen Verhältnissen (siehe Fotos).

Dann kommt Ruhnu in Sicht, um mich herum toben immer mehr Regattayachten durchs Wasser, manchmal mit 4 oder 5 Seglern, die auf der Hohen Kante sitzen, die Beine aussenbords, mir schwant, in Ruhnu ist Regatta und ich sehe einen übervollen Hafen vor mir.

An der Ansteuerungstonne beigedreht, Gross runter, Genua runter, was wegen dem Seegang immer mit grosser Vorsicht zu machen ist, damit ich dabei nicht über Bord gehe, dann durch die Hafeneinfahrt, die hier sehr schmal ist und die grossen Seen einen hier schnell aus dem Kurs laufen lassen können, dann bin ich drin, ruhiges Wasser und gucken wo ich hin kann.

Es sind doch noch ein paar Plätze frei, ich rein in die Box, Schiff vertäut und dann gab es einen Käptn-Drink: Rum.

40 sm in 7 Stunden - da kann man nicht meckern. Durschnittsgeschwindigkeit 6 Knoten.

3 cheers auf Miss Sophie und die Holland-Windvane.

 

 

na ja, drei Tage später laufen wir unter milden Winden zurück nach Mersrags, allerdings wurde der Wind im Laufe des Tages immer mehr und hatte am nächsten Tag dann die Stärke des ersten Herbststurmes erreicht.

Und hier endet mein diesjähriges Segelleben.

Nächstes Jahr gehts weiter.

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