von Jörg Streese

Miss Sophie schwebt ins Winterlager

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Published on September 10th, 2019 @ 22:50:00 , using 135 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Miss Sophie schwebt ins Winterlager
Miss Sophie schwebt ins Winterlager
Miss Sophie schwebt ins Winterlager
Miss Sophie schwebt ins Winterlager

Die Tage hier sind noch mal richtig schön geworden. Warm, zumindest am Tag, sonnig und immer eine frische Brise.

Trotzdem ist die SegelSaison hier zu Ende. Gestern war der Kran da und hat uns alle aus dem Wasser geholt.

Und vorgestern fand ich einen Topf voll Tomaten aus dem eigenen Garten hier vor meinem Schiff und wusste natürlich sofort, wo sie herkamen. Unsere ehemalige Hafenmeisterin, die hier direkt am Gelände in ihrem Häuschen wohnt und dort habe ich mich heute auch mit einem großen Kuchen bedankt.

Mein Bus fährt am Donerstag um 12:00 in Riga los und ist am Freitag um 12:00 in Bremen - zumindest sieht der Plan es so vor. 

UNd das letzte Bild ist mein Arbeitsplatz, wo ich gerade diesen Bericht schreibe.

Also Leute, bleibt gesund, nächstes Jahr geht es hier  Anfang Mai wieder weiter.

 

 

 

War wohl der letzte Törn für dieses Jahr

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Published on September 4th, 2019 @ 12:28:00 , using 369 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
War wohl der letzte Törn für dieses Jahr
War wohl der letzte Törn für dieses Jahr
War wohl der letzte Törn für dieses Jahr
War wohl der letzte Törn für dieses Jahr
War wohl der letzte Törn für dieses Jahr
War wohl der letzte Törn für dieses Jahr

Die Windvoraussagen für die nächsten Tage waren für mich nicht so toll: Südliche Winde und Regen und so weiter, so dass ich mich schnell entschloss, wieder zurück nach Mersrags zu segeln.
Für den Dienstag war ab Mittag abnehmende Westwinde vorausgesagt, die am Nachmittag zunehmend mehr südlich einkommen sollten, so dass ich mich für ein sehr frühes Auslaufen entschloss.
Es kam ausserdem noch hinzu, dass mein Gas ausgegangen war - sehr unerwartet, aber so isses nun mal.
Und ohne Gas kein Tee und ohne Tee gehts nun mal bei mir überhaupt nicht

Kurz vor 6 Uhr war ich wach und um 06:30 waren die Leinen los.
Gutes Segelwetter, der Wind 4 Beaufort aus West, also halber Wind und der ist immer ein guter Segelwind.

Bei der Ansteuerungstonne die Segel hoch doch das Grosssegel verhakte sich mehrmals, so dass ich nach vorn an den Mast musste - etwas, was ich zu vermeiden suche, weil hier immer Welle ist und wenn ich Über-Bord-Gehe dann wars das.

Und dann musste ich mit meiner WindVane mehrere Stunden verbissen kämpfen, weil sie nicht so wollte wie ich wollte - bis ich begriff: Der Fehler lag bei mir, ich hatte sie in einem falschen Anstellwinkel zum Wind eingestellt.


Als das korrigiert war, war die Welt wieder bestens, ich machte es mir in der Plicht bequem, der Schiffahrtsweg war auch bald gequert und drei große Pötte liefen vor mir weg und dann wurde der Wind langsam weniger und irgendwann musste ich James zur Arbeit rufen, weil ich befürchtete, dass irgendwann der Wind gegen mich arbeiten würde, was das Motoren noch mehr verlängern würde.

James machte brav seine Arbeit und um 14:30 war ich in Mersrags vor der Boje fest, ein Manöver das diesmal richtig gut klappte.

Ein durchaus anspruchsvolles Manöver, wo ich eigentlich an drei Stellen gleichzeitig sein muss: Hinten am Steuer und am Gashebel, in der Schiffsmitte, um von den rechts und links neben mir liegenden Schiffen notfalls abzuhalten und vorne, um am Steg die Leinen festzumachen.

Aigars fuhr mich dann schnell zur Tankstelle, wo ich nicht nur Gas sondern gleich auch 20 Liter Diesel kaufte. Mein Tank ist jetzt wieder voll.

Also ein durchaus guter Tag lag hinter mir und dann gönnte ich mir mein wieder warmzumachendes Essen, das ich in Ruhnu gemacht hatte: Ratatouille mit Couscous.

Mal wieder unter Segeln nach Ruhnu

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Published on September 2nd, 2019 @ 11:20:00 , using 573 Wörter,
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Mal wieder unter Segeln nach Ruhnu
Mal wieder unter Segeln nach Ruhnu
Mal wieder unter Segeln nach Ruhnu
Mal wieder unter Segeln nach Ruhnu
Mal wieder unter Segeln nach Ruhnu
Mal wieder unter Segeln nach Ruhnu

 

Wieder mal unter Segeln nach Ruhnu

Samstag, der 29. 08. war eigentlich gutes Segelwetter, aber irgendwie hatte ich es verdöddelt, loszukommen.
Deshalb sollte es der Sonntag werden: SSE gute 4, mit einem kleinen Schuss 5 Beaufort.

Leider hatte ich am Samstag-Abend vergessen, alles segelklar zu machen, so dass ich am Sonntag dann noch eine Stunde brauchte, um die Leinen los machen zu können. Und der hefte Seitenwind brachte Miss Sophie dazu, mit dem Heck die Boje hinten auf der falschen Seite zu passieren, so dass ich erhebliche Schwierigkeiten hatte, mein Schiff hinten wieder von der Boje klarzukriegen und meinen Festmacherhaken von der Boje zu lösen, denn 5 Tonnen wollen bewegt werden.

Als ich denn endlich klar war, war das weitere wunderbare Routine.

Wind-Vane-Ruder ins Wasser lassen und einklinken, Genua 1 hoch, Motor aus und die herrliche Ruhe auf dem Wasser war da, ausser dem plätschern der Wellen am Bug und dem leisen Wispern des Windes – NICHTS.

Ich hatte mich entschieden, bei dem achterlichen Wind nur mit der Genua zu segeln, weil ich einen entspannten Segeltag haben wollte. Das war jetzt am Anfang etwas wenig, 3, 3,5 kn machten wir, aber der Wind wurde mehr und zum Schluss segelten wir mit 5,5 kn.
Kaum war die Genua oben, hatte ich auch schon die Wind-Vane in Gang gesetzt und im Nu wurde Miss Sophie von ihr gesteuert - präzise meine Kurslinie lang, so, wie ich es per Hand nie hinkriegen würde.
Ja, und jetzt hatte ich eigentlich nichts mehr zu tun, als in der Sonne zu liegen, mich in den Windschutz der Cockpit-Persenning zu kuscheln und ab und zu einen Blick in die Runde zu machen und einen Blick auf den Plotter zu werfen.

Bei 4 Windstärken entwickelt sich auf dem Rigaer Meerbusen ein ungewöhnlich starker Seegang, er auch von anderen Autoren berichtet wird und der sich bald auch deutlich bemerkbar machte.
Aber das hat das Segelerlebnis nur intensiver gemacht.

Also Frühstück war jetzt angesagt. Tee gekocht und Müsli fertig gemacht und dann in die Cockpitecke gekuschelt und es mit gut gehen lassen. Es war ein wunderbarer Tag mit Sonne pur und einem etwas achterlichen Wind, der ab 15:00 Uhr dann doch langsam kalt wurde, aber bei meiner Stellung zum Wind sehr erträglich war. Ein Schiff aus meinem Heimathafen, das mir begegnete, die „Mamsell“, musste gegen den Wind und die drei waren dich eingemummelt plus Kaputze in ihr ÖLzeug.
Das brauchte ich nicht.

Dann kam der zu kreuzende Schifffahrtsweg, der mir in einem Winkel von ungefähr 70 entgegen kam, und in diesem Winkel ist es schwierig, die Geschwindigkeit der Seeschiffe zu schätzen: Komme ich vor ihm vorbei oder gehe ich hinter ihm durch?
Ich hatte mal wieder einen Pott, der auf dem Weg nach Riga war und ich tat dann auch das richtige, ich korrigierte die WindVane um ca. 5 Grad und lief recht nahe hinter ihm durch.

Jetzt gab es eigentlich die nächsten vier bis 5 Stunden nichts zu tun als das Segeln zu geniessen.

Einmal durchfuhr ich eine Fläche, auf der sich hunderte Möwen und Kormorane tummelten und dadurch das Wasser fast zum Kochen brachten: da muss Krill oder irgendwelche kleinen Fische in Unmengen vorhanden gewesen sein, denn diese Stelle war weit weg von Land.

Um Ruhnu herum wird es etwas flacher (sonst so zwischen 30 und 40 Metern Tiefe) und damit wird auch der Seegang bissiger und eine kleine Dusche bekam ich dann doch noch ins Cockpit und da hiess es dann auch die Öljacke rauszuholen.

Um 19:00 war ich dann in Ruhnu fest und das einzige Schiff im ganzen Hafen.

Die Segelsaison ist zu Ende.

Neue Halterung für meinen Sestrel-Kompass

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Published on August 31st, 2019 @ 14:37:00 , using 262 Wörter,
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Neue Halterung für meinen Sestrel-Kompass
Neue Halterung für meinen Sestrel-Kompass

Auf einem Stahlschiff ist ja das Kompassthema ein ziemlich wichtiges nd heikles, denn nur auf großennSchiffen ist der Platz für eine Kompasssäule gegeben, die den Kopass weitgenug von den Stahlteilen des Schiffes bringt.

Da mein Kartenplotter nicht mehr der jüngste ist ist mir ein sicherer magnetischer Kompass hier bei mir viel wert.

Ich habe zwar noch einen zweiten GPS-Empfänger, der mir meine Koordinaten und meinen Kurs gibt, aber wenn meine Elektrik ausfällt, dann gibt es diese Information auch nicht mehr.

Deshalb mein klassischer Sestrel-Kompass, der speziell für Stahlschiffe in England gebaut wurde - und dies schon ich glaube seit 20 Jahren nicht mehr gebaut wird.

Meinen habe ich vor 20 Jahren nach langer Suche in England gefunden - und ohne seine klassische Aufhängung, die hat mir Dirk gemacht.

Aber dort wo er seit 20 Jahren steht, ist seine Ablenkung durch die doch sehr nahen Stahlaufbauten (Kajütdach) sehr hoch.

Und jetzt sollte ein neuer Platz für ihn direkt über dem Niedergang und so weit weg wie möglich  von allen Stahlteilen geschaffen werden.

Und jetzt hat er seinen neuen Platz und die Ablenkung ist (z.Z.) nicht mehr als 5 Grad - SUPER.

Und ich kann ihn bei Hafentagen nach rechts oder links an die Seite schieben, weil man beim Runtergehen doch seinen Kopf einziehen muss - deshalb auch der gekrümmte Bügel am Kompass, weil die Kompassränder schon recht scharfkantig sind und der Kopfhaut empfindliche Wunden zufügen können.

Das Wetter ist hier so, wie man es sich für den sommer gewünscht hätte - Sonne satt und tagsüber richtig warm.

Nachts wird es doch inzwischen schon manchmal empfindlich kalt - aber das ist ja auch ok.

 

 

 

 

 

Ich bin wieder auf dem Mond

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Published on August 26th, 2019 @ 18:01:00 , using 817 Wörter,
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Ich bin wieder auf dem Mond
Ich bin wieder auf dem Mond
Ich bin wieder auf dem Mond
Ich bin wieder auf dem Mond
Ich bin wieder auf dem Mond
Ich bin wieder auf dem Mond

Jetzt schreibe ich zum 5. Mal diesen Text und immer wenn ich ihn speichere und etwas später wieder aufrufen will, ist er weg. Ich arbeite mit AndrOpen Office, der Android-Version von Open Office.

Es kann sein, dass mein Speicher auf Grund der unendlich vielen Dokumente und Filme , die ich zu meinem Film-Thema hier gesucht und gefunden habe, bis zum Rand voll ist und deshalb AndrOpen Office nicht richtig speichert. Das werde ich demnächst übersprüfen, wenn ich die Zeit gefunden habe, die docs durchzugehen, welche wegkönnen und welche nicht.

Ich habe mich solange nicht gemeldet, weil ich hier nichts weiter als gearbeitet habe: Wie gesagt, ich habe mich in die Astrophysik reingefuchst, mich mit der Molekularbiologie beschäftigt, Dinge, die mich zuletzt vor 50 Jahren für mein Abi beschäftigt haben.
Is echt schwer für mich, mich in diese Materie reinzuarbeiten.

Aber die Tage habe ich einen Film auf youtube entdeckt, eine arte-france-Produktion, über die Mars-Mission, also die Vorbereitungen für einen bemannten und hoffentlich auch befrauten Flug zum Mars, der die schon bekannten Probleme erschärft mit sich bringt, wie sie bisher bei der Bewirtschaftung der ISS und den Mond-Landungen aufgetreten sind.

Und das hat völlig neue Problemfelder für mein Mond-FilmProjekt aufgetan.

Also

Meine Film-Protagonisten müssen auf der MondForschungsStation ein halbes Jahr lang arbeiten. D. h. sie sind der kosmischen Strahlung ein halbes Jahr lang ausgesetzt.
Das haben auch schon andere Besatzungsmitglieder der ISS hinter sich, aber über die Langzeitfolgen gibt es noch keine gesicherten Daten.

Für so lange Zeiten ist die Ernährung wichtig, vor allem wo frische Vitamine herkommen. Da wird auf der ISS mit dort angebauten bzw. wachsenen Salaten experimentiert. Und wenn ich das hier mal einbringen darf: weil auch hier in diesen nordischen Ländern frische Salate nicht immer selbstverständlich im Gemüseabteil der Supermärkte zu finden sind, zu mindest nicht hier auf dem Land, arbeite ich an Bord von Miss Sophie mit von Körnern gezogenen Sprossen. Zur Zeit nutze ich viel Weizen, Linsen und Buchweizen - das währe auch eine Alternative zu den Salatpflanzen auf der ISS.
Also neues Thema im Film: Kontinuierliche Betreuung der Salatpflanzen und der Sprossenkulturen (siehe Foto).

Auf der ISS ist für die Bordmitglieder 3 Stunden täglich Krafttraining angesetzt, weil innerhalb kürzester Zeit die Muskeln abbauen.
Bei meinem drei-wöchigen-Krankenhausaufenthalt war das so enorm, dass ich die erste Zeit einen Rollstuhl brauchte.
D.h. auch für den Mond mit seiner 1/6 Erdschwerkraft ist das dort tägliches Krafttraining 3 Stunden täglich und ich muss mich für die dazu gehören Geräte kümmern, die genau auf diese Aufgabe zugeschnitten sind (siehe Foto).

Wenn man so lange und so isoliert umgeben von einer menschenfeindlichen Umgebung arbeiten muss, ist es unerlässlich, ein ganz privates Hobby, ein ganz individuelles Interesse an etwas zu haben, um diese Zeiten durchzustehen. Sie müssen Abschalten gewähren. Sie müssen dafür sorgen, dass die Individualität aufrechterhalten bleibt, die sich sonst im grauen Arbeitsalltag zerreibt, denn in langen Zeiten auch auf so exponierten Posten wie Mond und ISS ist doch die Routine die den Alltag prägende Kraft - egal wo, ob im Weltall oder auf der dunklen Seite des Mondes, wovon man gut an einem Bierabend erzählen kann, aber ihn täglich durchzustehen ist etwas ganz anderes.
Für meinen einen Protagonisten, STEN, habe ich diese Leidenschaft, sie ist Teil des Films: Er ist zwar Techniker und Astronaut, aber gleichzeitig ein emotionaler, herumschlendender, herumvagabundierender "Spaziergänger", der sich für sehr verrückte Dinge interessieren kann. Deshalb stößt die Gedichtzeile, die er entdeckt, auf sein Interesse (siehe Foto) und wird ihn fortan "am Leben halten".
Dr. Aigars, Astrophysikerin, also Wissenschaftlerin, ist ganz anders: pragmatisch, zielorientiert und rational geht sie mit ihren Dingen um, da bin ich noch auf der Suche, was das denn für sie sein könnte, so ein ganz privater Bereich.

Menschen in solch extremen Situationen brauchen eine psychische Begleitung, weil in diesen abgesonderten Räumen natürlich all die Dinge hochkommen können, die hier auf der Erde unter den normalen Lebensumständen, mit den vielen Ablenkungen (Fernsehen, Kino, Freunde, Kneipen, Bummeln, Hobbys etc) nicht so zum Tragen kommen, dort aber wo all dies nicht ist, schnell in den Vordergrund geraten können.
So ist die Regel, dass jeder von den beiden einen Psychologen(In) für sich hat und die Regel ist, einmal am Tag nach dem Training eine email zu schreiben, die von der Erde aus beantwortet wird bzw. auf die reagiert wird. email deswegen, weil die mündliche Verständigung technisch sehr kompliziert und aufwendig ist und sich nicht für den täglichen Gebrauch eignet und weil das schriftliche Formulieren noch einmal eine Vertiefung darstellt, so etwas wie ein privates Tagebuch-Schreiben darstellt.

Letztes Thema, und dann bin ich auch fertig, Müll:
Da die ganze Verpflegung in eingeschweißter Form und dehydriert dort vorkommt, entstehen sofort riesige Müllmengen, die in irgendeiner Form gelagert werden müssen.
Und Müllhalden gibt es z.Z. auf dem Mond noch nicht, obwohl dort auch inzwischen einige Tonnen technischer Müll vor sich hinrotten.

Für heute genug.

 

zu den Bildern:

BIld 1: aus dem Film: UNEARTHED

BILD 2: arte-france: Auf zum Mars

Bild 3: Sprossen auf MIss Sophie

Bild 4: arte-france: Auf zum Mars

Bild 5: Gedicht-Zeile Film luna 3

Bild 6: Google-Bilder

 

Ganze Geschichte »

Segel-Regatta und DorfKulturFest auf dem Open-Air-PLatz

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Published on August 12th, 2019 @ 12:26:00 , using 180 Wörter,
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Segel-Regatta und DorfKulturFest auf dem Open-Air-PLatz
Segel-Regatta und DorfKulturFest auf dem Open-Air-PLatz
Segel-Regatta und DorfKulturFest auf dem Open-Air-PLatz

Am Wochenende war der Hafen plötzlich voll von großen Regattaschiffen - aber auch ein paar kleine waren dabei.

Hier war der Startpunkt für die Regatta Mersrags - Ruhnu - Mersrags und das Wetter war sehr gemischt: Schwachwindphasen lösten sich mit Gewitter-Böen-Fronten ab, was die Mannschaften ziemlich unter Stress gebracht haben muss, denn zu mindest hier im Hafen hatten es die Böenfronten ziemlich in sich. Aber ansonsten blieb das Wetter bis aus die Gewitterfronten, die auch von Regengüssen begleitet waren, trocken und freundlich.

Und das war wichtig, denn am Samstag war hier Dorf-KUltur-Fest mit einem Open-Air-Konzert am Nachmittag bis spät in die Nacht, was gut besucht war.

Als Appetizer traten drei regionale, aus dem Dorf entstandene - ich nenn sie mal Bauchtanzgruppen auf, die den Auftakt für den KOnzertteil waren.

Viele junge Familien mit kleinen Kindern waren da, die sich mit viel Spaß am Tanz auf ihre Weise beteiligten.

Ich bin dann aber um 22:00 Uhr gegangen, weil ich langsam Hunger bekam und die Schlange vor der Bude mit Pommes und anderen Sachen zum Essen ellenlang war. 

Ist schon ne tolle Sache so ne funktionierende Dorfgemeinschaft.

 

 

Haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschlittert!

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Published on August 5th, 2019 @ 21:16:00 , using 370 Wörter,
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Haarscharf an einer Katastrophe  vorbeigeschlittert!


Ich hatte am Mast gearbeitet und hörte plötzlich den Wasserkessel pfeifen und hastete schnell in die Plicht, um das Gas abzustellen und habe mich dabei mit meinem linken behinderten Bein, das ich nicht automatisch hoch genug bekomme, um allen Hindernissen aus dem Weg zu gehen, an der Fockschot verheddert und stürzte kopfüber in die aus Stahl bestehende PLicht und mit dem Kopf/Stirn direkt auf die scharfe Kante zu.

Mein linker Arm hat keine Schutzfunktion mehr, weil ich ihn überhaupt nicht schnell genug und auch nicht hoch genug vor den Kopf bekomme.

Mein rechte Arm war zur Stelle - und das ist interessant.

Durch meinen Kopf raaste der Gedanke: "Dein Kopf, deine Stirn musst du schützen", aber der Gedanke war zu ende gedacht, als ich schon aufschlug - mein Unterbewusstsein war viel viel schneller.

Vom Anfang des Fallens bis zum Aufschlag hat es vielleicht 10 Millisekunden gedauert. Mein Unterbewusstsein muss genau so schnell gewesen sein, wie mein Fallen - und mein Ellbogen, die Stirn schützend, kam im gleichen Moment an, wie meine Stirn.

Wenn nicht, ich weiss nicht, ob ich das überlebt hätte - und wenn , dann nur mit einem bleibenden Gehirnschaden.

Mein Unterschenkel rechts knallte gegen eine Eisenkante und eine heftig blutende Platzwunde war das Ergebnis. Ich hab alles selbst verbunden und mit desinfizierender Creme eingeschmiert - aber auch mehrere Lagen haben zwar das Bluten verlangsamt aber nicht stoppen können. 

Hab jetzt einen Strumpf unten abgeschnitten und noch mit Mull ausgekleidet und drüber gezogen.

Werde aber morgen wohl doch sicherheitshalber zur Ärztin gehen - die spricht aber leider keiner Englisch.

Diese ganze Geschichte erinnert mich doch noch einmal an meinen Unfall mit der Flex.

Als ich immer tiefer in das Rohr mit der Flex eindrang, war meine Ratio da und sagte mir: Streese, so kannst du nicht weiter machen, die verkantet dir gleich!

Aber ich Oberschlauer sagte: weiß ich doch, ich pass ja auf.

Sekunden später , Sekunden, bevor das Unglück passierte, sagte mir dringlichst mein Unterbewusstsein: Streese, hör auf, das geht schief! - und wieder sagte der oberschlaue Streese: Ja, mach ich, nur noch di...

Und da war es geschehen.

Mein Unterbewusstsein wusste das schon vorher.

Das kann es aber nur dann vorher gewusst haben, wenn es dies selbst so gesteuert hat.

Um mir eine Lehre zu verpassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sonnenkollektoren arbeiten, der Windgenerator arbeitet, die Segel arbeiten, die Windfahnensteueranlage arbeitet - nur einer tut gar nichts - von Ruhnu zurück nach Mersrags
Die Sonnenkollektoren arbeiten, der Windgenerator arbeitet, die Segel arbeiten, die Windfahnensteueranlage arbeitet - nur einer tut gar nichts - von Ruhnu zurück nach Mersrags
Die Sonnenkollektoren arbeiten, der Windgenerator arbeitet, die Segel arbeiten, die Windfahnensteueranlage arbeitet - nur einer tut gar nichts - von Ruhnu zurück nach Mersrags
Die Sonnenkollektoren arbeiten, der Windgenerator arbeitet, die Segel arbeiten, die Windfahnensteueranlage arbeitet - nur einer tut gar nichts - von Ruhnu zurück nach Mersrags
Die Sonnenkollektoren arbeiten, der Windgenerator arbeitet, die Segel arbeiten, die Windfahnensteueranlage arbeitet - nur einer tut gar nichts - von Ruhnu zurück nach Mersrags

Die Sonnenkollektoren arbeiten, der Windgenerator arbeitet, die Segel arbeiten, die Windfahnensteueranlage arbeitet - nur einer tut gar nichts...von Ruhnu zurück nach Mersrags.

Als ich den Wetterbericht am Donnerstagmorgen las und sich für die ganze weitere Woche der Wind aus Norden angesagt hatte, habe ich beschlossen, zurück nach Mersrags zu segeln - denn nach Norden komme ich unter diesen Bedingungen nicht.

Und um 11:00 Uhr war ich unter Segeln, das Wetter war so zwischen Sonne und Wolken verteilt, der Wind sehr moderat wie gesagt aus Norden - der aber hier lokal jetzt aus Nordwest kam und immer weiter nach Westen ging - aber dann plötzlich wieder direkt aus Norden kam.

Und ich habe auch sofort wieder die Windfahnensteuerung angeworfen, einmal, weil ich möglichst viel Erfahrung mit ihr machen will, weil manchmal - so wie heute - ist sie ein wenig störrisch - oder ich habe bestimmte Feinheiten noch nicht verstanden. Und dann ist es eine etwas langwierige Arbeit, sie in klitzekleinen Schritten dazu zu bringen, präzise ihren Kurs zu steuern.

Aber dann tritt eben die Situation ein, die schon am Anfang geschildert wurde: Die Sonnenkollektoren arbeiten (sofern sie Sonne haben), der Windgenerator arbeitet (sofern er genügend Wind bekommt und dass müssen schon 4 Beaufort sein), die Windfahnensteuerung arbeitet (zufriedenstellend) - aber nur, wenn sie auch richtig eingestellt ist - und dann hat der Streese nichts mehr zu tun - außer zu fotografieren, sich in der Sonne zu aalen, was zu futtern zu machen und und und. Alles andere machen diese Herren und Damen von der Technik.

Als dann der Wind platt von hinten kam, musste ich von Hand steuern und das wurde irgendwann unerquicklich, weil beständig das Vorsegel einfiel und ich dann das Groß runter genommen habe und plötzlich war es wieder ein fröhliches segeln nur unter Fock.

Und auch das Anlegen an der Boje lief reibungslos, wobei ich einige fachmännische Zuschauer einer großen 16 Meter langen französischen Yacht hatte, die ebenfalls von Ruhno kam und interessiert zuschauten, wie der Streese das wohl machen wird, da, mit dem behinderten linke Arm, der Boje, dem Einpicken, dem Einsteuern und und und - und da wollte ich natürlich eine gute Figur machen.
Hab ich auch.

 

 

 

 

Auf Ruhnu - schön wie immer

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Published on Juli 28th, 2019 @ 17:11:00 , using 131 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Auf Ruhnu - schön wie immer
Auf Ruhnu - schön wie immer
Auf Ruhnu - schön wie immer
Auf Ruhnu - schön wie immer

Donnerstag 25.07.2019 Ruhnu

Wiedermal wunderschönes Wetter auf Ruhnu, nur der Wind kommt mal wieder beständig aus der falschen Richtung, aus Norden.

Ich wühle mich durch die astrophysikalische Literatur durch - aber mit vielen Pausen - hier auf Ruhnu lässst sich sogar sowas mit guter Laune bestehen - sogar das versehentliche Löschen eines vierseitigen Textes von mir über einen Youtube-Vortrag über die Entstehung der Welt - hab zwar kräftig schlucken müssen - aber dann war klar, schlechte Laune macht die Sache nur noch schlimmer, also erst mal einen Tee trinken, was Süßes essen und sich dann sogleich an das NeuSchreiben des Textes gemacht, der jetzt eigentlich viel besser werden müsste, als die erste Version - und war auch so. Also letzlich ein Gewinn.

Wenn es nach den Windprognosen geht, könne es für mich am Sonntag weitergehen.

Schaun wir mal.

einfach glücklich

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Published on August 11th, 2019 @ 22:24:00 , using 494 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
einfach glücklich
einfach glücklich
einfach glücklich
einfach glücklich

 

Sonntag 21_07_2019

Mersrags – Ruhnu

Einfach glücklich

Heute war der richtige Segelwind für die kleine Insel Ruhnu da: SE 3-4 und um 11:00 war ich unter Segeln.

Das erste Mal 2019 und ich muss sagen, es klappte eigentlich alles ziemlich perfekt.

Na gut, ich vergaß, das Großfall einzuschäkeln, eine Reffleine am Groß war nicht gelöst worden - er sonst alles prima.

Schon im Hafen hatte ich das Groß oben und die aussen liegenden Fallen ermöglichen es mir nun, vom Cockpit aus per Hand das Groß bis auf den letzten 1 Meter hochzuziehen, was die ganze Sache erheblich vereinfacht.

Als dann auch die kleine Genua oben war, lief Miss Sophie sofort 4 - 5 Knoten, was bei dem Wind von ca. 9 kn (3) ne gute Reisegeschwindigkeit ist.

Blendendes Wetter, blauer, wolkenloser Himmel, angenehme Temperatur und alles war gut.

Nun sollte aber die Windvane die Arbeit des Steuerns übernehmen und diesmal gelang mir die perfekte Einstellung auf den ersten Schlag und nach einer Minute lag ich im Cockpit und ließ mir die Sonne auf den Pelz brennen.

Wunderbar.

Ich machte mir etwas zu essen, las ein bisschen, lag auf dem Rücken und träumte mich in den blauen Himmel.

Dann frischte der Wind ein wenig auf, 4 Bft und Miss Sophie stob mit 5,5 kn durch die See.

Es ist einfach grandios, sich nur von den Naturkräften durch geschickte und intelligente Technik fortzubewegen und nicht sich selbst, sondern dazu auch noch 5 Tonnen Material, Nahrung und und und.
Und dann auch noch an ein vorgegebenes Ziel sich von den Naturkräften steuern zu lassen - da wird es genial.

Und es geht ja sogar noch weiter:
Jetzt lasse ich auch noch meine gesamte Segel-Elektronik, als da wären der Seekartenplotter, das Echolot, das UKW-Seefunkgerät und noch einen zweiten GPS-Empfänger durch Naturkräfte als da sind Wind- und Sonnenenergie betreiben.
Heute (Sonne und ein wenig Wind) haben diese vier Geräte meine Batterie mit 0,4 Amp belastet - da lacht die drüber.

Was für ein Anfang der diesjährigen Segelsaison.

Einfach glücklich.

Direkt vor Ruhnu gab es dann doch noch etwas Hektik.
Ich hatte einen größeren Ausschnitt meiner digitalen Seekarte genommen und fand dort auf meinem Kurs plötzlich Wassertiefen von 08, also 80 Zentimetern und kriegte einen ziemlichen Schreck.
Also weg hier.

Im Hafen habe ich das dann klären können.

Als der Segelwinkel so spitz wurde, dass ich die Höhe nicht mehr halten konnte und mir überhaupt nicht einleuchten wollte, das diese sehr flachen Stellen in der Ansteuerung von Ruhnu nicht mit Seetonnen bezeichnet waren, habe ich mich vorsichtig in diese Zone reingetastet und was war: die Wassertiefe ging von vier Metern rasant auf 38 Meter. Meine Null war eine 3.

Weil sie aber so klein gedruckt war, war der Mittelstrich nur ein Punkt und den habe ich nicht als Mittelstrich interpretiert und deshalb die Figur auf der linken Seite auch geschlossen und es war eine 0.

Also alles gut, Aufregung umsonst und als ich in die Hafeneinfahrt komme, wer sitzen dort auf der Hafenmole?

Leena und Hannes, Bremer, die hier auf Ruhnu ein kleines Häuschen geerbt haben
Also erst mal zusammen Tee getrunken und Gebäck geknabbert.

War ein gutes Ankommen.

 

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