von Jörg Streese

Wenn man meint, man kann alles alleine....

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Published on Mai 12th, 2014 @ 21:30:00 , using 168 Wörter,
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Wenn man meint, man kann alles alleine....
Wenn man meint, man kann alles alleine....

Mersrags, 2014_05_12

Heute den Mast gestellt. Da ich etwas auf meine Wirbelsäule achten muss, habe ich die Vierfachtalje über die Winsch geholt - da auch das eine schweißtreibende Tätigkeit ist und ich dabei nach achtern schauen muss, habe ich nicht auf den über mich sich erhebenden Mast schauen können.

Mit leider fatalen Folgen.

Irgend etwas hat sich da verheddert, ich habe nicht herausbekommen, was da passiert ist, auf jeden Fall stand am Schluss die Backbord-Saling merkwürdig schief und sah nicht gut aus.

Also musste ich in dem Mast.

Zwei Mitarbeiter der Werft hier haben mich hochgehievt, das - was ich dort oben sah, war aber nicht auf diese Weise zu reparieren.

Eine Vierfachtalje entwickelt einfach enorme Kräfte, und wenn die unkontrolliert etwas in den Griff bekommen, dann verbiegt sich auch geformtes, 3-mm-starkes Niromaterial.

Also muss der Mast noch einmal gelegt werden und der Salingsbeschlag muss abgebaut und in der Werkstatt gerichtet werden.

Tja, das ist so eine Sache, wenn man ganz alleine unterwegs ist - manchmal braucht es halt einen zweiten Blick.

 

 

 

 

 

Endlich wieder Wasser unter dem Kiel

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Published on Mai 14th, 2014 @ 22:01:00 , using 110 Wörter,
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Endlich wieder Wasser unter dem Kiel
Endlich wieder Wasser unter dem Kiel
Endlich wieder Wasser unter dem Kiel

Heute, es ist der 11. Mai, kommt der Autokran und wird hier zwei Schiffe ins Wasser entlassen - und MISS SOPHIE ist dabei.

Gestern gerade noch zwischen heftigen Regenschauern antifouling streichen  können - wobei es so klt wurde, dass ich nur mit Handschuhen (wegen der Kälte - nicht wegen der Farbe) streichen/rollen konnte.

Dann war der Kran da, MISS SOPHIE ist wieder in ihrem Element und am nächsten Tag gab es einen grandiosen Sonnenuntergang - ich nehm das einfach mal als ein guten Zeichen aus dem Himmel, wer oder was auch immer dort wohl seien mag oder auch nicht.

Jetzt beginnt mein Leben wieder als Seezigeuner - mal sehen, wo es mich dieses mal hintreiben wird.

Die üblichen schweißtreibenden Frühjahrstätigkeiten eines Segelschiff-Besitzers

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Published on Mai 14th, 2014 @ 21:23:00 , using 158 Wörter,
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Die üblichen schweißtreibenden Frühjahrstätigkeiten eines Segelschiff-Besitzers
Die üblichen schweißtreibenden Frühjahrstätigkeiten eines Segelschiff-Besitzers
Die üblichen schweißtreibenden Frühjahrstätigkeiten eines Segelschiff-Besitzers

 

2014_05_08

 Beim Abschleifen der Roststellen am Unterwasserschiff hat der Mitarbeiter einen Lochfraß entdeckt: ein kleines, 1 mm dickes Loch, 2 mm tief hat sich in den Stahl hingefressen – Aigars, der Werft-Chef sagt, dass muss sicherheitshalber geschweißt werden, greift zum Handy, 10 Minuten später steht ein Schweißer aus der Nachbarwerkstatt unter MISS SOPHIE und ich habe Mühe und Not, so schnell die Sitzpolster und die darunter befindlichen Chaps leerzuräumen, um die Schweißstelle innen zu kontrollieren, dass dort nichts anfängt zu brennen.

 Alles ist gut und 10 Minuten später ist alles vorbei.

 Puhhhh!

 Und noch einmal ein Dankeschön dem hellen Mitarbeiter, der mitgedacht hat.

Dann wird alles von mir mit Zk-95 gepönt, 2x, und dann ist leider erst mal wieder Schluss, denn es regnet.

 Am 11. Mai geht MISS SOPHIE wieder in ihr Element, denn dann kommt auch ein anderes Schiff hier ins Wasser und wir können uns die Kosten für den Schwerlastkran teilen.

Das wird mal wieder knapp, denn ich muss ja noch antifouling streichen.

 

Ich bekomme eine WindVane, eine Windfahnensteuerung

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Published on Mai 14th, 2014 @ 21:13:00 , using 172 Wörter,
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Ich bekomme eine WindVane, eine Windfahnensteuerung
Ich bekomme eine WindVane, eine Windfahnensteuerung

 

2014_05_06_mersrags

Viktors hat sich angesagt und bringt die fast fertig montierte WindVane mit.

Die diesjährige Segelei entlang der NordOstKüste Schwedens bis rauf nach Haparanda ist so lang, wie mein bisheriger 3-jähriger Segeltörn in der Ostsee.

 Eine Strecke.

Und das muss ich ja auch wieder zurück.

Und da ich nicht jünger werde, und ich nicht mehr so ohne weiteres tagelang 14 – 16 Stunden an der Pinne hocken will und kann, wurde diese Anschaffung nun wirklich notwendig.

 Aber den Bausatz konnte ich nicht in Bremen zusammen bauen, weil ich sie nicht in dem fertigen Zustand hier nach Lettland bekommen hätte und hier in Mersrags verfüge ich nicht über das notwendige Werkzeug, also habe ich Viktors gefragt, ob er sich das zutraue. Er hat ja gesagt und wenn Viktors etwas zusagt, dann kann man gewiss sein, dass er das auch kann und macht. Er ist auch Segler.

 Ich bin sehr gespannt auf den Augenblick der ersten Probefahrten damit.


Das erste Bild ist der Hafen in Mersrags, bei einer jetzt typischen Abendstimmung - nur die Kälte sieht man nicht.

Eintauchen in ein mir bekanntes, aber immer wieder neues Leben auf See

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Published on Mai 14th, 2014 @ 21:07:00 , using 385 Wörter,
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Eintauchen in ein mir bekanntes, aber immer wieder neues Leben auf See
Eintauchen in ein mir bekanntes, aber immer wieder neues Leben auf See
Eintauchen in ein mir bekanntes, aber immer wieder neues Leben auf See

 

2014_05_05_mersrags

 Hier in Mersrags, wie gesagt, auf der Riga gegenüberliegenden Seite des Rigaer Meerbusens, weht ein strammer NordOstwind, der eisige Temperaturen mit sich bringt: am Tag selten über 12 Grad und nachts geht mein Thermometer in der Kajüte auf 3 Grad runter – dabei läuft schon die halbe Nacht lang der Heißlüfter.

Erst mal unter Deck klar Schiff gemacht, dann den Rucksack ausgepackt:

12 Kg BioMehl für das Brotbacken an Bord, Roggen und Weizen 40 : 60.

 5 Kg Zn-95 und den dazugehörigen Silverprimer.

 Zwei neue Fallen für Fock und Groß, jeweils 25 Meter.

 Eine neue Dieselpumpe, ebenfalls im letzten Moment im internet gefunden, am Montag bestellt, am Dienstag von DHL geliefert – super.

Na, ja, und dann noch das eine und das andere, laptop, neuer camcorder und und und.

Ein Stapel Bücher, Fachliteratur: Gerti und Harm Claußen: „SCHWEDEN, Südküste und Ostküste“ und im letzten Moment noch per Express entdeckt und zugeschickt bekommen: Wido/Parczyk: Ankerbuchten in den ostschwedischen Schären, denn um den Geldbeutel zu schonen, will ich dieses Jahr so oft wie möglich ankern: sowieso, weil es nichts Schöneres gibt als auch um den teuren Yachthäfen zu entkommen.

 Der Yacht-Port hat noch nicht aufgemacht – vernünftig, denn um diese Jahreszeit verirrt sich hierher nun wirklich niemand. Das heißt für mich aber auch, dass Waschen nur draußen am Wasserhahn möglich ist und ich das Plumpsklo auf dem Werftgelände benutzen muss.

Ich auch ok, denn es steht sowieso sehr viel Arbeit an.

Am Unterwasserschiff müssen etliche Stellen bis auf den nackten Stahl abgeschliffen werden, was nur über Kopf und in schwierigen Gelenkverrenkungen gelingt und ich lasse das von einem Werftmitarbeiter machen, weil ich zudem eine leichte Zerrung von meinem Rucksack mitgebracht habe.

In allen Kiel-Sektionen ist wieder Diesel wie letztes Mal – the never ending story - und ich muss dieses Zeug aus den Sektionen ausschöpfen. Diesmal sind es wieder 4 Liter.

Schwamm drüber.

 Heute abend dann Schneeregen – gut das ich heute eine Flasche Rum eingekauft habe.

 Und über den Zustand meiner im letzten Jahr aus einem AltBatterieLager entführten Schiffsbatterie bin ich mehr als erstaunt: Nach einer über einem halben Jahr währenden Winterpause, in der nur eine kleine Solarzelle für die Erhaltungsspannung sorgte, zeigt sie mir schon am zweiten Tag 14.1 Volt an.

Nach Betriebsschluss hier auf der kleinen Werft, was um 18:00 ist, denn sie fangen morgens erst um 09:00 an, ist bei mir kochen angesagt.

Und danach lesen.

 Wie sich das gehört.

 

 

 

2014 - Aufbruch Richtung Riga

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Published on Mai 14th, 2014 @ 20:59:00 , using 666 Wörter,
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2014 - Aufbruch Richtung Riga
2014 - Aufbruch Richtung Riga
2014 - Aufbruch Richtung Riga

 

Am 30. April breche ich in Bremen bei bestem Wetter auf: auf dem Rücken einen 70 Kg schweren Spezialrucksack von Ortlieb, unter dem linken Arm vier Sätze geliehene schwedische Seekarten und in der rechten Hand eine Plastiktüte mit etwas zu knabbern, zu trinken und ein dickes Buch zu lesen - denn ich werde jetzt 30 Stunden in einem Bus sitzen und wenn ich aussteige, in Riga sein.

 Weil der Linienbus von dort nach Mersrags auf der anderen Seite des Rigaer Meerbusens dann schon weg ist, habe ich mir in Riga ein Youth-Hostel gebucht, nicht weit weg vom Bus-Bahnhof, so dass ich dachte, es mit dieser Gepäcklast dorthin zu schaffen.

 Dachte ich.

 Zwar war die Plastiktüte inzwischen verschwunden, aber das Buch und die Trinkflasche verschwanden auch noch im Rucksack und er war so schwer, dass ich jemanden bitten musste, mir dabei zu helfen, ihn auf den Rücken zu kriegen. Denn eins wusste ich leidgeprüft: den Rücken immer gerade halten, nie krümmen.

 Handy raus, dictionary angetippt: Gepäckaufbewahrung: luggage storage, ja, gibt es, 30 Meter weiter.

 Dort angekommen, ging ich in die Knie, nicht weil ich nicht mehr konnte, sondern weil ich den Rucksack vom Rücken kriegen musste: den Rücken gerade halten!! Also mit geradem Rücken in die Knie gehen und den Rucksack absetzen.

 Jetzt freute ich mich schon ein klein wenig auf das Gesicht des Schalterbeamten, wenn er meinen Rucksack in eines der Regale bringen musste – aber in seinem langen Leben hier an der Gepäckaufnahme sind ihm wahrscheinlich schon ganz andere Dinge über den Tresen geschoben worden – vielleicht ein Ölfass oder was weiß ich, was zu sowjetischen Zeiten hier begehrliche Gegenstände gewesen sein mögen. Also über sein Gesicht huschte ein Erstaunen, als sich mein Gepäckstück nicht vom Fleck rührte, als er es aufnehmen wollte und dann nach einem kurzen Moment des Nachdenkens, ließ er es einfach zu Boden plumpsen, zog es dann über den Betonfussboden und kippte es in ein ebenerdiges Regalfach: Klappe zu, Affe tot.

 Na gut, dachte ich, mit diesen Behandlungsmethoden wird Ortlieb schon fertig werden.

Nunmehr befreit von dieser Last, machte ich mich auf den Weg zu jenem Youth-Hostel, was laut Lagebeschreibung hinter der Central-Station direkt neben dem Grand-Palast des Mercury-Hotels sein sollte: größer und näher können Gegensätze wohl nur in New York sein: hier Prachtfassade, 10 Meter weiter das abbruchreife Gebäude eines ehemals wohl ansehnlichen Hauses, mit einem Gewirr von Klingeln, Schildern und ehemals wohl mal funktionierenden Gegen-Sprechanlagen.

 Egal, rein, 14 EUR berappt, Bett belegt in einem 6-Bett-Zimmer, wo noch drei weitere junge Frauen ihr Lager aufgeschlagen hatten, mich etwas frisch gemacht, Schlüssel in Empfang genommen und dann los, ich hatte Durst auf ein frisch gezapftes Bier und wollte dabei in meiner von Lothar mir mitgegegebenen Reiselektüre etwas weiter kommen: Jonas Jonasson: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwan“ – und ich immer noch ein wenig den Verdacht hege, dass da eine kleine, feine Anspielung im Spiel sein könnte – aber egal, die Lektüre hat mich bestens durch die Strapaze dieser 30-stündigen Bustour durch halb Europa gebracht und wird mir noch den Anfang hier in Lettland versüßen.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich in der Nähe des Bahnhofes eine entsprechende Kneipe fand und gegen 0 Uhr bin ich dann wieder Richtung Youth-Hostel gegangen.

 Jetzt war es hier empfindlich kalt.

 Gut geschlafen mache ich mich am nächsten Morgen auf, irgendwo ein Frühstück zu ergattern, was mir letztendlich nur im Service-Haus des zentralen Busbahnhofs im 1. Stock gelang – und dort auch nur in einer zumindest für mich seltenen Form: alle die dort frühstückten, hatten ein Mittagessen vor sich stehen, denn was anderes gab es da überhaupt nicht.

Na, dachte ich, eine anständige Grundlage für den heutigen Tag ist auch nicht zu verachten und danach machte ich mich auf, ein wenig in der Stadt herum zu bummeln. Das Wetter war gut, immer wieder große Flächen blauer Himmel, es war frisch bis kalt, man musste in Bewegung bleiben, aber das wollte ich ja auch.

 Gegen 12:00 Uhr trabte ich zurück zum Hostel, auschecken und dann zum Busbahnhof, nächste Station Mersrags, wo MISS SOPHIE auf meine Ankunft wartet.

 

Mit einem Riesenschreck zurück nach Mersrags

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Published on August 25th, 2013 @ 09:14:00 , using 591 Wörter,
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Mit einem Riesenschreck zurück nach Mersrags
Mit einem Riesenschreck zurück nach Mersrags

 

2013_08_25

Gerade noch an einer Katastrophe langgeschrammt: von Ruhnu zurück nach Mersrags

 Mein Motor läßt mich nicht in Ruhe.

Im Hafen von Ruhnu habe ich mich ihm noch einmal intensiv gewidmet. Es ist jetzt klar, dass es nicht der vermeintliche Unterdruck im Tank sein kann, weil er gar nicht entstehen kann.

Das Entlüftungssystem ist frei und funktioniert. Es muss die separat eingebaute Dieselpumpe sein, die sowieso seltsame Laufgeräusche macht.

Egal wie, ich muss heute zurück nach Mersrags, das sind rund 35 bis 40 sm und der Wind dafür ist gut: NE 3-4 waren angesagt.

10:340. Also los.

Den Motor hatte ich schon eine halbe Stunde laufen lassen, um zu schauen, ob er läuft und er lief.

Die Hafeneinfahrt ist ausgesprochen schmal, ca. 20 Meter breit und hat einen Knick nach Süd-Ost-Ost. Der Wind kam wie gesagt aus Nord-Ost.

Ich bin gerade dabei, in diesen Knick der Hafenausfahrt nach SEE einzubiegen, da setzt der Motor aus.

Für den Schreck blieb mir keine Zeit.

Ich schoß aufs Vordeck, in Sekunden war die Fock losgebändselt, schon war sie oben und ich jumpte zurück ins Cockpit, holte die Fock dicht und segelte aus der Hafeneinfahrt.

Jetzt erst kam der Schreck.

Das war knapp. Mehr als knapp.

Ganz ganz langsam kam ich wieder auf den Boden.

Und musste mir jetzt selbst einmal die Hände schütteln: gut gemacht. Obadja lächelte dazu.

Das Groß kam jetzt dazu, um 12:00 war ich auf dem direkten Kurs nach Mersrags mit 190 Grad.

Die Sonne schien, über den Landmassen ringsum hatten sich kleine Cumulusstraßen gebildet, MISS SOPHIE machte 5-6 Knoten und alles schien gut.

Wenn mich nicht das Problem mit dem Motor beschäftigt hätte.

Denn in Mersrags musste ich unter diesen Bedingungen unter Segeln in den Hafen und an den Steg oder an eine Boje.

Das war zwar noch lang hin, aber ich beschäftigte mich damit immer wieder.

Die Hafeneinfahrt öffnet sich nach Ost, die Einfahrtsrinne ebenfalls, ich würde also mit achterlichem Wind da in den Hafen segeln.

Um 13:00 Uhr war der Wind so zurückgegangen, dass bei dem Wind direkt von achtern, mein Großsegel immer wieder einfiel und im übrigen der hier im Rigaer Meerbusen völlig verrückte Seegang MISS SOPHIE immer wieder von der einen Seite auf die andere warf.

Also Groß weg, Fock weg und den Blister gesetzt.

Der stand, brachte mich aber immer noch nur auf 3 kn.

Ich rechnete. Noch ca. 25 -28 Seemeilen. Bei 3 Knoten noch 8 Stunden also zwischen 21:00 und 22:00 in Mersrags, also vermutlich bei Dunkelheit. Wenn es so blieb.

Um 16:00 Uhr hatte der Wind kräftig zugelegt und MISS SOPHIE schob mit 5-6 Knoten durch die Wellen, die inzwischen 1 Meter hatten.

Es war ein ziemlicher Druck auf dem Blister. Aber ihn jetzt gegen die Fock austauschen, hatte ich keine Lust, weil ich letztlich mit der Selbstwendefock in den Hafen gehen wollte und das hieß, die noch angebändselte Fock und den Blister abtakeln und die SWF setzen, eine etwas aufwendigere Prozedur. Und das wollte ich etwa auf Höhe der Ansteuernungstonne Mersrags machen.

Also noch Zeit.

Aber aufmerksames Steuern war hier wieder angesagt, denn der Wind kam achterlich etwas von steuerbord ein.

Um 20:00 Uhr war ich etwa bei der Ansteuerungstonne, Blister runter, Fock in die Kajüte und die SWF gesetzt. MISS SOPHIE machte mit den 10 Quadratmetern immer noch 4 Koten. Dann schob ich in die Hafeneinfahrt, dort ließ ich den Motor an, in der Hoffnung, dass er es sich noch einmal überlegt hat, ob er mir weiter Probleme machen will, nach dem dritten mal lief er durch und ich riss die SWF runter und konnte die letzten 20 Meter zum Steg mit James machen. Aber Herzklopfen hatte ich schon.

Das war ein stressiges Saisonende.

 

 

 

Scheiße: Kein Wind und Motorprobleme. Nach Ruhnu

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Published on August 24th, 2013 @ 07:24:00 , using 960 Wörter,
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Scheiße: Kein Wind und Motorprobleme. Nach Ruhnu
Scheiße: Kein Wind und Motorprobleme. Nach Ruhnu
Scheiße: Kein Wind und Motorprobleme. Nach Ruhnu

 

2013_08_24

Von Kuivasto nach Ruhnu

Am gestrigen Abend hatte ich mir noch die Seekarten für den heutigen Törn angeschaut, so, wie ich es eigentlich immer mache: von hier nach Ruhnu, der kleinen Insel mitten im Rigaer Meerbusen, sind es 50 Seemeilen, also bei den angekündigten Nord bis Nord-Ost 3-4 um die 12 Stunden.

Da es hier im Gegensatz zum Anfang dieses Segeltörns, wo es eigentlich nie dunkel wurde, hier relativ schnell jetzt um 21:00 stockduster wird, stellte ich mir den Wecker auf 05:30, um 06:00 die Leinen loswerfen zu können.

Und so war es auch. Leinen los und los.

Fock und Groß, weil es schon Nord-Ost geworden war, erst 3 Knoten, dann 4 Knoten, dann waren wir bei 5 und langsam fing mein Herz an, wieder freudig zu schlagen, denn jetzt war auch schon die 6 dabei.

Um 10:00, die Insel Saaremaa war noch am Horizont zu sehen, wurde der Wind weniger, ich machte nur noch 4 oder 4,5 Knoten und fing an zu rechnen, wann ich bei dieser Geschwindigkeit wohl ankommen würde.

Um 11:00 ersetzte ich die Fock durch den Blister, dieses Leichtwindsegel, das eine große bauchige Form hat und auch bei leichtestem Wind steht. Das Großsegel fiel inzwischen ein, also weg damit, nur noch der Blister.

Sah zwar schön aus, brachte aber nur 3 Seemeilen pro Stunde. Zu wenig.

Ja, was ist denn mit dem deutschen Seewetterdienst los?

Wenn die gestern Abend für zwei riesige Seegebiete von nachts bis zur nächsten Nacht, für die nördliche Ostsee und den Rigaer Meerbusen Nord bis Nord-Ost 3-4 angeben, und jetz finde ich hier um Mittag Flaute vor?

Was blieb mir anderes übrig, als James anzuwerfen.

Und ich zog mich grummelnd in mich selbst zurück und fragte mich beständig, womit ich dies verdient habe und so weiter und so fort. Obadja aber lächelte dazu nur in seiner weisen Art, die Dinge des Lebens so zu nehmen, wie sie sind.

Da bin ich anscheinend noch nicht.

NEIN.

DA BIN ICH NOCH NICHT

Immer wieder mal noch nicht.

Na, ja, so ähnlich habe ich diese Stunden an der Pinne mit dem Motorgeräusch im Ohr verbracht.

Ich war jetzt in dem Gebiet, wo man nirgends mehr Land sieht.

Um mich herum eine einzige riesige Wasserfläche von kleinen Wellen gekreuselt, ab und zu eine auf dem Wasser schwimmende Möve, am Himmel über den Landmassen kleine Cumulus-Wölkchen, über mir eine riesige blaue Fläche und eigentlich eine Situation, die man nur so geniessen sollte.

Also: es sich in der Plicht gemütlich machen, Motor aus, der Herrgott hat jetzt Pause angesagt und in die blaue Luft schauen und mal gucken, was da für Gedanken in einem hochkommen.

Ja, so sollte man es machen.

Aber der Gedanke, dass ich eigentlich heute Abend ganz geruhsam in einem Hafen meinem Schlafbedürfnis nach kommen möchte, drängt sich da beständig dazwischen.

Das macht kein gutes Gefühl. Beziehungsweise stört diese Situation erheblich.

Um 14:00 entdecke ich am Horizont nur die Ahnung eines Striches.

Aber weil ich inzwischen auf solche Sehzeichen eingenordet bin, hole ich meinen Kieker raus und überprüfe diese Wahrnehmung: Aber auch im Fernglas bei den Bewegungen des Schiffen kann ich nur sagen; ja, könnte sein, ein Sendemast.

So um 15:00 herum verändert sich plötzlich minimal mein Motorgeräusch.

Das kenne ich schon. Scheiße.

Irgendwas in der Dieselzufuhr ist das Problem.

NEIN. Bitte nicht jetzt.

Es ist nach einigen wenigen Minuten weg.

Aber in meinem Kopf bleibt dieser Vorgang gespeichert, hält mich lauernd auf Trapp und meine Aufmerksamkeit geht zu 100 Prozent jetzt auf die Motorgeräusche.

Das Problem ist, das ich von Motoren so viel verstehe wie von Chirurgie.

Um 15:30 wieder ein anderes Motorengeräusch, diesmal etwas deutlicher.

Ich schiebe den Gashebel nach vorne, aber die Umdrehungszahl des Motors ändert sich nicht so, wie man es erwarten würde.

Ich kuppel aus, drehe den Gashebel nach vorne, er dreht auf.

Scheiße.

Irgendetwas ist anscheinend mit der Dieselzufuhr nicht in Ordnung.

Aber was?

Eine halbe Stunde später, um 16:00, die Insel Ruhnu liegt schon querab, geht der Motor nach Ankündigung durch diese veränderten Motorgeräusche wirklich aus.

Ich überlege.

Über Seefunk könnte ich Ruhnu anrufen und um Schlepphilfe in ihren Hafen bitten. Der Hafen ist inzwischen keine 8 Seemeilen entfernt.

Aber andererseits muss ich feststellen: was ist denn los?

Mein Motor ist ausgegangen.

Ich bin in der Nähe eines Hafens, den ich auch bei Nacht ansteuern kann.

Oder ich kann mir wenn alles nicht mehr geht, von dort Hilfe erbitten.

Also keine Panik, sondern überlegen, was ich tun kann.

Problem eingrenzen.

Ich schraube das Öffnungsventil meines extra eingebauten SEPA-Diesel-Filters auf, drehe den Motorschlüssel, um den Zündvorgang einzuleiten, womit die Dieselpumpe in Gang gesetzt wird, aber da spritzt kein Diesel raus.

Also kommt da auch kein Diesel an.

Gehen wir einen Schritt zurück.

Die zusätzlich eingebaute Dieselpumpe, die den Diesel aus dem tief im Kiel eingebauten Tank hochpumpt, wird überprüft: sie gibt merkwürdige Geräusche von sich.

Das Röhrchen, das den Diesel aus dem Tank nach oben zur Pumpe führt, wird mit Durchpusten gestestet: ist frei.

Aber als ich den kleinen Schraubverschluss des Tankes öffne, höre ich ganz kurz das Geräusch von einzischender Luft, so, als wenn sich im Tank ein Unterdruck gebildet hat, der durch das Öffnen des Systems ausgeglichen wird.

Das habe ich mir gemerkt.

Aber ich habe dafür keine Erklärung.

Denn das System der Tankentlüftung, also der Schlauch, der beim Tanken die durch den einfließenden Diesel verdrängte Luft des Tanks nach außen führt und wo beim Verbrauch dieses Diesels, die Luft von aussen zugeführt wird, funktioniert, was ich durch Durchblasen dieser Schläuche geprüft habe.

Das verrückte an der ganzen Geschichte ist, dass durch diese ganzen Überprüfungen der Motor zum Laufen kam, mich sicher in den Hafen von Ruhnu gebracht hat, mich jetz aber weiter in meinen Träumen verfolgen wird, denn morgen muss ich zurück nach Ruhnu, angekündigt ist ein segelbarer Wind von NE bis N 3, danach NE 3-4.

We will see.

 

(das Bild vom Abendhimmel habe ich in Ruhnu abends gemacht)

 

Wahnsinn: Segeln wie im Traum: Nach Kuivasto

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Published on August 23rd, 2013 @ 07:14:00 , using 894 Wörter,
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Wahnsinn:  Segeln wie im Traum: Nach Kuivasto
Wahnsinn:  Segeln wie im Traum: Nach Kuivasto
Wahnsinn:  Segeln wie im Traum: Nach Kuivasto
Wahnsinn:  Segeln wie im Traum: Nach Kuivasto
Wahnsinn:  Segeln wie im Traum: Nach Kuivasto

 

2013_08_23

Dirhami nach Kuivasto

Wahnsinn: Segeln wie im Traum

 

Da für den nächsten Tag Nord 5-6 angesagt waren, wurde es für mich ein Hafentag – und die 6 Windstärken orgelten dann auch um unsere hier liegenden Schiffe.

Aber für den Freitag war Nord 5, abnehmend 4 vorausgesagt – und das habe ich dann wahrgenommen.

Morgens um 9 habe ich schon im Hafen die Fock gesetzt und los ging es.

Wolkenloser Himmel, Traumwetter, und weil die 5 Windstärken aus Nord kamen und mein Kurs Süd war, und zwar den ganzen Tag lang bis zum Schluss, sollte es bei diesem Segel auch bleiben und das war gut so, denn es brachte MISS SOPHIE auf 5, dann 6 Knoten und manchmal war auch eine 7 dabei.

Also: das war Traumsegeln. Besser kann man es gar nicht haben.

Aber ich hatte mir für diesen Tag auch viel vorgenommen.

Ich wollte, wenn es denn möglich war, bis Virtsu kommen, der Hafen der am nördlichen Eingang des Rigaer Meerbusens liegt. Denn für den nächsten Tag war ebenfalls Nord angesagt und ich muss dringend zurück, denn meine Arbeit beginnt in Bremen Anfang September.

Und das sind rundgerechnet 65 Seemeilen, was bei 5 Knoten Geschwindigkeit, die aber ja nicht immer durchzuhalten sind, schon mal rechnerisch 13 Stunden sind, die ich bei dem generellen achterlichen Kurs an der Pinne sitzen muss und sie auch nicht einen Moment lang verlassen kann.

Und Moment ist hier ernstgemeint: keine 20 Sekunden, denn dann läuft das Schiff aus dem Wind.

Also muss die karge Verpflegung für diesen Tag in die Plicht: Studentenfutter, Äpfel, Karneelbrötchen, die trocken wie Knäckebrot sind (wichtig, weil ich kann in diesen 13 Stunden praktisch nicht pinkeln gehen, außer ich drehe MISS SOPHIE bei, was einfach eine heftige Fahrtunterbrechung ist), eine kleine Thermoskanne mit Tee, eine Flasche Energydrink und eine Flasche Wasser.

Und das alles nur spärlich genutzt, weil: siehe oben.

Aber bei einem solchen Kaiserwetter und bei dieser für mich geradezu geschaffenen Windrichtung und Stärke, auf die ich zwei Wochen lang gewartet habe, muss das jetzt einfach sein.

Für diesen Tag hatte ich mir einen neuen Kurs ausgesucht, den ich im letzten Jahr nicht gesegelt war, weil ich ihn für zu kompliziert und auch nicht unproblematisch von der Wassertiefe her hielt.

Er verläuft von Nord kommend zwischen der Insel Vormsi und dem Festland auf die alte Stadt Haapsalu zu, biegt dann aber auf das Muhu-Fahrwasser ab, das zwischen den Inseln Hiiumaa und Muhu und dem Festland verläuft.

Dieser Teil aber ist sehr flach. Generell etwa 2 bis 5 Meter tief und deshalb mit teilweise sehr eng betonnten Durchfahrten versehen.

Und da mir der Skipper der neben mir liegenden großen Yacht gestern in Dirhami gesagt hatte, dass er auf diesem Weg hier hergekommen sei und er einen Tiefgang von zwei Meter hat, dachte ich, das für MISS SOPHIE mit ihren Einmetervierzig da wohl Platz genug ist.

Und diese Entscheidung war richtig.

Denn ich liebe es, relativ nah an Küsten lang zu segeln, also so, dass man im Prinzip die Äste von den Bäumen greifen kann (als Bild gebraucht).

Und das alles so hautnah miterleben zu können, weil ich die ganze Zeit auf der hohen Kante beim segeln saß, das ist schon ein richtiges Sonntagsfest.

Als ich dann Haapsalu passiert hatte und den ihr zugehörigen Fähr-Hafen, der eine kleine Marina hat, war es 14:00 Uhr und ich entschied, gleich weiter zu segeln nach Virtsu, das am nördlichen Eingang des Rigaer Meerbusens liegt. Das sind nochmal ca. 25 Seemeilen, dass heißt bei diesem Wind noch einmal ca. 6-7 Stunden.

Das Fahrwasser hier ist aber sehr viel großzügiger als das vorherige, obwohl die Wassertiefe nicht wirklich so ganz anders ist.

Aber hier handelt es sich schon um eine Meeresdurchfahrt, weil es die entsprechenden Dimensionen hat: an der breiten Stelle sind es 10 Seemeilen, während meine Durchfahrt eine Seemeile war und das Fahrwasser sehr eng entlang der Küste der Insel Vormsi verläuft.

Übrigens habe ich hier ein Seeadlerpärchen gesehen, die über dem Wasser ihre Kreise zogen.

Die ganze Zeit zog mich meine Fock, während ich hinten auf der hohen Kante saß, ab und zu ein Karneelbrötchen knabberte und dieses Segelerlebnis einfach genoss.

Aber ich gebe zu, langsam konnte ich eine Pause gebrauchen.

Die war aber noch in weiter Ferne.

Gegen 19:00 Uhr näherte ich mich Virtsu und rechnete mir aus, wann ich da wohl fest bin, denn meine Überlegung nach Virtsu zu gehen, war nicht nur der Übernachtungspreis, sondern dass es da in 100 Meter Entfernung einen Supermarkt gab und ich schon seit Tagen auf dem Trockenen saß.

Als ich dort um 20:00 Uhbr an kam, musste ich feststellen, dass der so wunderbar in der Broschüre der ihn betreibenden „SL MARINAS“ beschriebene Liegeplatz ein einziger Schrotthaufen war, der zu dem noch dem Nordwind recht ungeschützt ausgesetzt war.

Nein, an diese Roststelle werde ich mich nicht legen.

Aus der Traum, jetzt muss ich auf die gegenüberliegende Seite nach Kuivasto und mich dort in die neu gebaute Marina legen. Das aber heißt noch einmal eine Stunde, die ich segelnd brauche und als ich dann da ankam, war es 21:00 und die Sonne gerade unter gegangen.

Ich war, gebe ich zu, sehr frustriert.
Ich hatte mich auf diesen Gang in den Supermarkt nach drei Monaten finnischer Abstinenz ziemlich gefreut – und hier nun diese Absteige, wo alles natürlich schon geschlossen hat.

OK. Müssen wir durch.

Essen warm machen und dann in die Koje. War ein langer, anstrengender Tag, der soooooo schöööön begann und dann diesen leider etwas abgeschmackten Abschluss fand.

Kein Bier mehr zum Abschluss diesen wunderschönen Tages.

Schade.

 

 

 

Zurück nach Estland. Zweiter Teil: Alles wird gut.

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Published on August 22nd, 2013 @ 11:48:00 , using 412 Wörter,
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Zurück nach Estland. Zweiter Teil: Alles wird gut.
Zurück nach Estland. Zweiter Teil: Alles wird gut.
Zurück nach Estland. Zweiter Teil: Alles wird gut.

 

2013_08_21

 Für diesen Teil der Ostsee hatte ich nur alte russische Karten, die nicht auf dickem Papier und mit einer Spiralbindung versehen waren, sondern aus hauchdünnem Papier und aus 25 Einzelkarten bestanden.

 Unmöglich, diese Karten bei diesem Wind ins Cockpit zu holen.

 Und z.Z.unmöglich, mir in diesem Kartensatz die beiden für mich jetzt wichtigen Karten heraus zu suchen, außer ich würde dafür beidrehen, weil ich die Pinne nicht verlassen konnte und das Steuern auch eigentlich meine ganze Konzentration erforderte.

 Das Land wurde größer, irgendwann hatte ich es an Steuerbord und sah auch schon die Nock, wo ich meine Bucht mit meinem Hafen vermutete.

Ich folgte am Kartenplotter meiner Kurslinie und konnte auf die schnelle auf meinem Kurs keine bedenklichen Untiefen oder sonstiges entdecken und widmete mich, mit einem zweiten kleinen bittenden Blick auf Obadja, wieder meiner Steuerarbeit an der Pinne.

Hätte ich einen etwas größeren Ausschnitt des Kartenplotters gewählt, wäre mir aufgegangen, dass das Land hier steuerbord nicht das Festland war, sondern die ihr vorgelagerte Insel Osmussaar, die aber in meiner Erinnerung überhaupt nicht existierte.

Was mir aber zu denken gab, war, das seltsamerweise war mein WP (Waypoint auf dem Kartenplotter) noch so weit weg war, ca. 6 Seemeilen und ich die Strecke von der Tonne zum Hafen für recht kurz in Erinnerung hatte, vielleicht eine Seemeile.

Irgendwie schien meine Interpretation nicht so recht mit der diditalen Karte und meiner Erinnerung überein zu stimmen. Denn mein Plotterkurs entfernte sich eine große Strecke von meinem vermeintlichen Hafen.

Aber meine Überlegungen wurden beständig von der Pinnenarbeit unterbrochen, denn hier wurde es langsam flacher und der Seegang nahm zu. Also das Messer zwischen die Zähne und durch, wie es so schön Robert Kirchner des öfteren beschrieben hat (Eher rau. Ein Törn rund Großbritannien).

Als ich dann an der Tonne angekommen war, musste ich eh beidrehen, weil ich die Segel bergen wollte und nahm dies zum Anlass, mich mal ausführlicher mit den Seekarten zu beschäftigen.

Und nun war alles klar.

Das, was ich für das Festland gehalten hatte, war die ihr vorgelagerte Insel Osmussaar, das was ich für die vermeintlich Bucht mit meinem Hafen an der Nock gehalten hatte, war die See zwischen der Insel und dem Festland.

Aber einen Schreck habe ich trotzdem bekommen.

Über meine fahrlässige Art, diesen Törn vorzubereiten.

Danke Obadja.

Um 16:30 mache ich hier fest und gehe gleich noch schnell zu dem kleinen Laden hier, um nach 3 Monaten endlich mal wieder ein paar Biere trinken zu können, ohne besorgt auf mein Konto schauen zu müssen.

 

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