von Jörg Streese

Heißer Ritt nach Kuivastu auf der Insel Muhu

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Published on Juni 19th, 2012 @ 14:49:58 , using 477 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Heißer Ritt nach Kuivastu auf der Insel Muhu
Heißer Ritt nach Kuivastu auf der Insel Muhu
Heißer Ritt nach Kuivastu auf der Insel Muhu
Heißer Ritt nach Kuivastu auf der Insel Muhu


Luserke würde sagen: Mal wieder richtiges Heldensegeln


Morgens um 06:40 höre ich den Seewetterbericht: Rigaer Meerbusen: SW 5, abnehmend 3-4, SE-drehend, Wellen 1,5 Meter


Das klingt zumindest nicht schlecht.


Der Wind, den ich hier vorfinde, kann ich nicht richtig einschätzen, weil er hier durch diverse Landgegebenheiten abgelenkt und abgeschwächt wird.


Aber nach meinem Frühstück um 09:30 entscheide ich mich loszusegeln. Achterlicher Wind auf der ganzen Strecke, das sollte schon irgendwie passen.


Kaum aus dem Landschutz heraus, sind es dann auch wirklich die 5 Windstärken und ich muss erstmal unter Motor hier raus.


Um 10:30 kann ich dann auf 55 Grad gehen und lass mich von der Fock ziehen: zwischen 5,5 und 6,5 Knoten. Aber aufmerksames Steuern ist erforderlich, weil der Wind platt von achtern kommt. Und das wird so bleiben und die folgenden 6 oder 8 Stunden werde ich die Pinne nicht verlassen können.


Um 14:30 gehe ich auf meinen WP 2. Die Wellen hier haben jetzt bis zu zwei Meter Höhe.

Das messe ich, in dem ich meine Augenhöhe über Wasser vorher gemessen habe (145 cm) und dann Wellen, die höher als der Horizont sich aufsteilen, höher als diese Höhe einstufen kann und wenn ich selbst gerade in einem Wellental bin, dann kann ich da mindestens 50 cm wenn nicht mehr noch dazutun.


Zwei achteraufkommende Wellen brechen dann auch genau hinter mir und überschwemmen mein Achterschap – also sagen wir mal, sie überspülen es.


Aber alles ist gut, ich habe ein gutes Gefühl für den Wind, für meine MISS SOPHIE und für die Situation und ich klemme mich mit meinem Rücken, gepolstert von einem geschlossenporigen Schaumstoffstück gegen den Süllrand und mit meinen Beinen auf der gegenüberliegenden Sitzbank und freue mich, dass ich mal wieder so richtig auf See bin.


Kurz vor Kuivastu kommt mir ein Schwede hoch am Wind entgegen, ebenfalls auf Backbordbug und ich stelle sehr schnell fest, dass wir auf Kollosionskurs sind. Er in Lee hat Wegerecht, aber für ihn hätte es ein fingerbreit abfallen bedeutet, mir Raum zu geben, während für mich, platt vorm Laken nur mit der Fock, es eine Halse bedeutet, was bei dem Wind nicht unproblematisch ist. Ich gehe auf halben Wind, in der Hoffnung, ihm damit genügend Raum zu geben. Er geht drei Meter hinter mir durch und böllert was von Steuerbord – sooon Quatsch, er hatte Wegerecht, weil er in Lee war.

Kurz vor Kuivastu schläft der Wind ein, der die letzten 4 sm auf 3-4 runter gegangen war und ich motore das letzte Stück, was meiner Batterie sicher sehr gelegen kommt.


Um 18:00 bin ich fest im neuen Yachthafen von Kuivastu.

Ist ein durchorganisierter Fährhafen für die Insel Saaremaa mit langen Staus von LKWs und urlaubenden Menschen in PKWs.


Achteinhalb Stunden an der Pinne. Geschafft, hungrig, durstig und rechtschaffent müde – aber es muss noch gekocht und das Tagebuch geschrieben werden.



Koiguste zu 05 WP 155° 6 sm

05 WP zu 06 WP1 55° 15 sm

06 WP1 zu 06 WP2 30° 12 sm

06 WP2 zu 06 WP3 0° 1,5 sm

06 WP3 zu Kuivastu 300° 2,5 sm

Sturm über Koiguste auf der Insel Saaremaa

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Published on Juni 17th, 2012 @ 14:41:46 , using 302 Wörter,
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Sturm über Koiguste auf der Insel Saaremaa
Sturm über Koiguste auf der Insel Saaremaa
Sturm über Koiguste auf der Insel Saaremaa
Sturm über Koiguste auf der Insel Saaremaa
Sturm über Koiguste auf der Insel Saaremaa
Sturm über Koiguste auf der Insel Saaremaa
Sturm über Koiguste auf der Insel Saaremaa
Sturm über Koiguste auf der Insel Saaremaa

 

Morgens wache ich von heulendem Wind auf und es regnet waagerecht.

Die Sonnenunterganbgsbilder habe ich gestern nacht aufgenommen im Abstand von vielleicht jeweils 30 Minuten.


Ein Blick nach oben lässt mich schnell wieder in der Koje verschwinden.


Um 12 weckt mich mein Nebenschiff, die wollen weg. Ich spreche mit ihnen noch kurz über die Windprognose, die sie aber bei ihrem 13-Meter-Schiff nicht sonderlich zu stören scheint und wir verholen mein Schiff hinter ihres.


Im Laufe des Tages nimmt der Wind zu. Gemessen in dreri Meter Höhe. In Salingshöhe kann man mindestens noch eine Windstärke addieren.


13:30 sind es gute 6.


14:30 sind es 28 kn, 7.


17:00 sind immer wieder Böen mit 38 kn dabei: 8.


Es heult in den Wanten, MISS SOPHIE reisst an den Festmachern und ich bin ein wenig unkonzentriert, weil davon im Wetterbericht nicht die Rede war. Aber ich bin sehr froh, dass ich meinem Gefühl, hier nicht loszusegeln, treu geblieben bin, denn das hätte möglicherweise ins Auge gehen können.

Mein Schiff ist keine 12 Meter lang und ich bin auch nicht zu zweit an Bord.


Ich habe mich mit diversen Leinen gesichert.


Und als die Wellen immer höher wurden und ich nicht abschätzen konnte, wie das weiter gehen würde, habe ich eine Kette gesteckt, mit der ich mich möglicherweise hinter den Ponton hätte legen könnte.


Mal sehen, wie lange ich hier mein Robinsonleben führen muss: die Seewetterprognose war nicht sehr beruhigend: SW 6 Schauer- und Gewitterböen, See 2 m.


Abends, 22:00 Uhr, ist der Wind eingeschlafen und der Himmel klart im Süden und Westen auf und die Wolkenbänke ziehen nach Nord-Ost ab.


Die jungen Schwalben hier, die sich im Fliegen trainieren, zischen manchmal 20 cm über meinem Kopf weg – scheint ihnen Spaß zu machen - mir auch.


Aber es ist hier wirklich eine kleine Natur-Idylle: ungeheuer viele Vögel sehen dies als ihr Revier an – und es ist auch ihr Revier.

Segeln zu einem kleinen verschwiegenen Örtchen: Koiguste

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Published on Juni 19th, 2012 @ 14:32:39 , using 640 Wörter,
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Segeln zu einem kleinen verschwiegenen Örtchen: Koiguste
Segeln zu einem kleinen verschwiegenen Örtchen: Koiguste
Segeln zu einem kleinen verschwiegenen Örtchen: Koiguste
Segeln zu einem kleinen verschwiegenen Örtchen: Koiguste

 

Als ich gestern Abend beim Hafenmeister meine Liegegebühr zahlte, fragte er, wo ich hin wolle und ich nannte Koiguste.


„Ohh, no, no, no, kein guter Ort, Marina gibt es nicht mehr, der Eigentümer ist verstorben und davor ist es sehr sehr flach“.

Also, er riet mir dringend ab, nach Koiguste zu gehen. Die Konsequenz davon aber wäre, dass ich bis Kuivastu in der Suur-Straße, dem ersten Teil der Seeverbindung zwischen Rigaer Meerbusen und dem Finnischen Meerbusen, 60 sm zu bewältigen hätte, was selbst bei bestem Wind und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 kn, was in der Regel nicht zu schaffen ist, 12 Stunden und mit An- und Ablegen 13 Stunden brauchen würde.


Was tun?


Ich entschied mich, trotzdem dort hinzusegeln und mich dort vor Anker zu legen, denn der Ort ist sehr sicher und vor allen Winden sehr geschützt. Seewetterbericht: NW 3, dann 2.


Morgens, weil kein Wind war, erst noch einmal gut gefrühstückt und dann, als um 08:30 Wind aufkam, los.


Großsegel und Fock und nach dem kurzen, engen Seekanal, Motor aus und endlich wieder mal segeln.


Ein zwei andere Boote waren auch unter Segeln unterwegs und die Sonne versuchte sich vergeblich, durch die Wolken zu kämpfen. Aber trotzdem angenehmes Wetter.


Mit 140 Grad auf die Ansteuerungstonne K6 zu mit achterlichem Wind.

Also Admiral von Schneider an die Pinne, dem ich aber beständig ins Handwerk greifen musste, weil er bei dem schrägachterlichen Wind immer wieder nicht schnell genug reagierte, MISS SOPHIE ausscheerte und die Fock back schlug.


Um 10:00 mit Kurs 80 Grad auf die Untiefentonne N von Allrahu, jetzt mit Wind platt vorm Laken, W 3, was aufmerksames Steuern erforderte. Also ich an der Pinne statt Admiral von Schneider.


Einmal verhaspel ich mich, und der Großbaum, der mit seinen 3.60 Meter Läge, eine ungeheure Wucht entwickelt, kommt über, weil ich gerade im Hafenhandbuch etwas nachgeschlagen habe. Ich saß auf der hohen Kante, d.h. der Großbaum geht etwa 5 cm über meinem Kopf hinweg. Wenn der getroffen hätte, läge ich vermutlich im Wasser.....

 

Ich habe sofort einen Zettel geschrieben, der jetzt über dem Niedergang hängt: bei Halsengefahr nur aus der Plicht steuern.


Um 12:30 wird mir das beständige Einfallen der Fock zu viel und ich nehme das Großsegel runter und lasse mich nun von der Fock von einem SüdWest zwischen 3 und 4 mit Kurs 60 Grad auf meinen WP ziehen, von dem aus ich dann in die Ansteuerung Koiguste gehen kann. Gleiche Geschwindigkeit, zwischen 3 und 5 kn.


Über Land zieht sich langsam die Wolkendecke dunkel zusammen, der Wind nimmt etwas zu, SW 4-5, es sieht nach Gewitter aus, wird dann aber keins, aber es fängt an zu regnen.


Als ich an meinem Ansteuerungspunkt um 15:30 bin, kann ich auf halben Wind gehen und MISS SOPHIE maschiert mit 5-6 kn los.


Davor ist noch ein Flach mit 90 Zentimeter Tiefe sicher zu umrunden und dann sehe ich schon die Einfahrt in diesen kleinen natürlichen Seehafen. Auf jeden Fall ist vor mir dort schon die „Thule“ aus Berlin, die mich überholt hat, eingelaufen und ich sehe dort noch einen weiteren Mast. Mal sehen, was mich dort erwartet.


Weil meine Seekarte in den Einzelheiten der kleineren Häfen keinerlei genaue Angaben enthält, pirsche ich mich hier sehr langsam heran.


Aber dann ist alles klar. An einem verrosteten Schwimmponton liegen zwei deutsche Schiffe und an dem größeren frage ich, ob ich längseits gehen kann, was sofort freundlich bejaht wird.

Um 17:30 fest.


Scheint ein kleines Naturparadies hier zu sein. Viele Seevögel gehen hier ihrem Tagewerk nach und man hört sie beständig „schreien“.


Schön hier. Vielleicht bleibe ich einen Tag.


Spät abends briest es dann auf: Ost 4-5 und der Seewetterdienst sagt für morgen SüdOst 6 voraus.


Das stimmt ziemlich genau mit der Vorhersage des Wind-Guru zusammen, der für Sonntag S – SW zwischen 4 und 6 Beaufort vorausgesagt hat.


Das heisst für mich bleiben.




Roomassaare – Koiguste Planung


Roomassaare zu K5 140° 6 sm

K5 zu Nordtonne 80° 7 sm

Nordtonne zu 05 WP1 55° 12 sm

05 WP1 zu Koiguste 335° 6 sm

 

Ausflug in die Gegenwart und Vergangenheit Saaremaas

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Published on Juni 14th, 2012 @ 15:41:17 , using 430 Wörter,
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Ausflug in die Gegenwart und Vergangenheit Saaremaas
Ausflug in die Gegenwart und Vergangenheit Saaremaas
Ausflug in die Gegenwart und Vergangenheit Saaremaas
Ausflug in die Gegenwart und Vergangenheit Saaremaas
Ausflug in die Gegenwart und Vergangenheit Saaremaas
Ausflug in die Gegenwart und Vergangenheit Saaremaas

 

Mit dem Bus in die Stadt Kuressaare. Kaum ausgestiegen, merke ich, dass mir die Sonne auf den Kopf brennt. Meine ADIDAS-Mütze. Im Bus hatte ich sie abgenommen und da war sie dann wohl liegen geblieben.


Ohne Kopfbedeckung geht das bei dem wolkenlosen Himmel hier mit meinen Haaren überhaupt nicht. Ich steuerte einige Läden an und wurde dann in einem Second-Hand-Laden fündig: für 15 EUR wanderten nicht nur ein Cap in meinen Rucksack sondern auch noch drei Hosen: HUGO BOSS, eine Leinenhose und noch eine weitere, die allerdings alle kürzer zu machen sind, also mussten noch Nadel und Faden erstanden werden.


So wieder ausgerüstet, wurden noch Socken aus der Wolle der berühmten Saaremaa-Schafe für Ulrike erstanden und dann begab ich mich in die Arens-Burg des Deutschen Ordens, die wohl in ihrer ersten Form 1380 erbaut wurde und als einzige Burg aus dieser Art noch vollstänndig erhalten geblieben ist.


Mächtige, 3 Meter oder noch dickere Mauern, sehr sehr schmale Wehrgänge, bei denen man sich nur wundern kann, wie damals bewehrte Männer da durchkommen sollten - und alles in einem hervorragenden Zustand.

Der Turmwächter ist 30 Meter hoch und besteht aus ebensolchen breiten Mauern


Ich lasse mir Zeit, lasse diese beeindruckende Architektur auf mich wirken und hänge so meinen Gedanken nach.


Irgendwann dann gegen 17:00 Uhr schlendere ich langsam zurück, nehme noch für 3,60 EUR eine vegetarische Gemüsepfanne zu mir, plündere den Supermarkt und stelle mich dann schwerbepackt an die Bushaltestelle.


Im Bus frage ich den Busfahrer mit Händen und Füßen nach einer gefundenen Mütze - aber er schüttelt nur den Kopf – entweder, weil er mich nicht verstanden hat oder weil nichts gefunden wurde.


Ich gehe zu meinem Sitz von der Herfahrt – und was liegt dort unter dem Sitz?


Überglücklich fahre ich zurück zu MISS SOPHIE.


War ein guter Tag.

Nachtrag:

Mit der hübschen jungen Hafenmeisterin hier, die wohl die einzige weibliche in Estland ist, plaudere ich ein wenig, als sie mein Tagebuch las und dann erzählt sie, dass sie auf Ruhnu ein ganzes Jahr gelebt hat, mit den Fischern zum Fischfang ging und diese und jene Arbeit dort gemacht hat, weil sie diese Gegend so liebt. Und dann erzählt sie, dass die Bevölkerung auf dieser Insel (60 an der Zahl !!!!) gespalten ist: die einen leben für sich und wollen nichts mit den anderen zu tun haben und die anderen haben viel Kommunikation untereinander.

Vielleicht spiegelt das ja auch die Art und Weise, wie sie ihre Häuser abgrenzen, wieder: die einen haben ihre Zäune zu Kunstobjekten gemacht, die anderen verwenden ihre Zäune als Zäune: zur Abgrenzung nach außen.

Könnte ich jetzt hier mit Bildern belegen - lasse ich aber mal.

Nach Roomassaare auf der Insel Saaremaa

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Published on Juni 14th, 2012 @ 15:24:12 , using 360 Wörter,
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Nach Roomassaare auf der Insel Saaremaa
Nach Roomassaare auf der Insel Saaremaa
Nach Roomassaare auf der Insel Saaremaa
Nach Roomassaare auf der Insel Saaremaa
Nach Roomassaare auf der Insel Saaremaa
Nach Roomassaare auf der Insel Saaremaa

 

 

Als ich morgens um 07:30 den kleinen Hafen verlasse, taucht neben mir ein kleiner Kopf aus dem Wasser: In Ruhnu sind einige Seehunde beheimatet.


Der deutsche Seewetterdiuenst meldet für die Rigaer Buch schwach umlaufend, der Wind-Guru meldet Westwind 5 kn, als W 2.


Das ist leider für unter Segel zu wenig für die Strecke von 40 sm von Ruhnu nach Roomassaare zu wenig, also muss James wieder ran mit mitlaufenden 1200 Umdrehungen und dem Grosssegel dazu, aweil für die Fock der Wind zu spitz einkommt. Gibt immerhin eine Seemeile zusätzlichen speed.

Also Admiral von Schneider an die Pinne und ich döse die nächsten 8 Stunden so vor mich hin. Ab und zu ein Blick in die Runde – nichts.

Ich schaue den Wolken nach, lese ein bischen in meinen Wolkenbestimmungsbüchern, mache mir zwischendurch was zu Essen, hole ein wenig Schlaf nach, wieder ein Blick in die Runde – nichts.

Ich befinde mich im Zentrum dieses Lebens hier. Auch mal ganz schön.


Dann kommt ein wenig merh Wind ein wenig mehr von West und ich setze die Fock dazu und wir schieben mit 6 kn durchs Wasser. Na, das ist doch schon mal was.


Langsam wächst meine Spannung, nach dem schon vor Stunden Ruhnu achteraus aus dem Blick verschwand.

Um die Windrichtung bei Laune zu halten, entscheide ich, Roomassaare anzulaufen, weil ich dann etwas abfallen kann. Ich bin gespannt, was meine russische Papierseekarten von 1991 und meine alte digitale Seekarte hier wohl so alles für Überraschungen für mich vorbereitet haben.


Dann mache ich voraus die ersten Objekte aus. Aber das, was ich für die Ansteuerungstonne K6 gehalten habe, ist sie nicht.

 

Dann aber habe ich sie und das Wasser wird langsam flach, 4,50 Meter messe ich und das bleibt auch so ungefähr bis zum Schluss – aber nur in diesem Sektor. Die 320 Grad, auf der ich den Hafen Roomassaare anlaufe, ziehen sich unendlich lange hin, zu dem der Wind jetzt auch ein wenig zugelegt und steht mir entgegen. 8 sm ist sie lang und ich ziehe mit 4 kn durch Wasser, weil das die ökonomischte Motoreinstellung ist – also noch 2 Stunden.


Aber dann bin ich da und mache um 17:30 die Leinen fest.


Kochen, Tagebuch, Absacker-Wodka und ins Bett.

 

Ruhnu - mit der ältesten Kirche Estlands

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Published on Juni 11th, 2012 @ 15:10:44 , using 219 Wörter,
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Ruhnu - mit der ältesten Kirche Estlands
Ruhnu - mit der ältesten Kirche Estlands
Ruhnu - mit der ältesten Kirche Estlands
Ruhnu - mit der ältesten Kirche Estlands
Ruhnu - mit der ältesten Kirche Estlands
Ruhnu - mit der ältesten Kirche Estlands
Ruhnu - mit der ältesten Kirche Estlands

 

Das Zentrum der Insel, eine lockere Ansammlung weit auseinanderliegender Häuser, teil aus Holz, teils aus Stein, aber viele mit sehr individuellen Attributen.


Jörn Heinrich berichtet, dass diese Bevölkerung schon immer einige Sonderrechte durchsetzen konnte, weil sie eigentlich schwedischer Herkunft waren. Aber mit dem Einrücken der sowjetischen Armee während des Endes des Zweiten Weltkrieges flohen alle Schweden. Jetzt leben ca. 60 Esten hier auf der 30 Quadratkilomter grossen Insel, die anscheinend eine sehr individuelle Lebensart für sich entwickelt haben.


Und hier steht auch die älteste erhaltene Kirche Lettlands: 1641.


In dem kleinen Dorfladen erstehe ich ausserhalb der angegebenen Öffnungszeiten drei Dosen Bier. Der Laden ist ein typischer Dorfladen, wie es ihn eigentlich nirgendwo mehr gibt. Einige Dosen, ein bischen Kleidung, Grundnahrungsmittel, dies und das. Die junge Frau, die ihn betreibt, könnte mir von ihrem outfit aus auch in Berlin in der Schönhauserstrasse begegnen.


Übrigens jetzt, wo ich dieses hier schreibe, ist es 24:00 Uhr und draussen ist es noch hell; nicht so hell, dass man dabei Zeitung lesen könnte, aber es ist so hell, dass auch in navigatorisch schwierigen Gebieten das Segeln keine Probleme bieten sollte. Und das bleibt auch so, bis es in drei Stunden schon wieder Tag wird.


Über die Schriftzeichen hier auf diesem Kunstobjekt konnte ich mir noch keine Klarheit verschaffen. Vielleicht hilft hier einer oder eine der LeserInnen?

 

Jonas im Walfisch und eine Water Finding Paste auf Ruhnu

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Published on Juni 14th, 2012 @ 14:55:28 , using 291 Wörter,
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Jonas im Walfisch und eine Water Finding Paste auf Ruhnu
Jonas im Walfisch und eine Water Finding Paste auf Ruhnu
Jonas im Walfisch und eine Water Finding Paste auf Ruhnu
Jonas im Walfisch und eine Water Finding Paste auf Ruhnu
Jonas im Walfisch und eine Water Finding Paste auf Ruhnu
Jonas im Walfisch und eine Water Finding Paste auf Ruhnu
Jonas im Walfisch und eine Water Finding Paste auf Ruhnu

 

Die Windvorhersage war N 3, wo ich hin muss.


Also Inseltag.


6 Km lang und 4 breit ist diese Insel, die mitten im Rigaer Meerbusen liegt. Ich lauf an der Ostseite den Strand lang, bis ich den zweiten militärischen Wachturm wohl aus Sowjetzeiten erreiche und kehre dann um, denn der an den Strand angrenzenden Wald aus Fichten und Birken war so undurchdringlich, dass ich es für zu mühsam ansah, mich da durchzukämpfen, zumal ich nicht wusste, ob auch hier noch quer durch die Insel die Straße führt.


Inzwischen hatte ich auch schon eine ganze Reihe fotografischer Fundstücke eingesammelt. Muss eine rauhe Küste hier sein, denn die Zahl umgestürzter Bäume entlang des Strandes deutet auf Eisgang und wütenden Seegang hin.


Und die Water Finding Paste habe ich mitgenommen, denn sie hat augenscheinlich den Eigentümer zielsicher ans Wasser gebracht und wer weiß, ob ich nicht auf einer meiner Herbst-Wanderungen mal dringend auf Wasser angewiesen bin, und dann ist es doch gut, so eine Salbe dabei zu haben. Nur über die Funktion bin ich mir noch nicht so recht im Klaren: unter die Nase reiben? Auf die Fingerspitzen streichen und diese dann in den Wind halten? Unter die Fußsohlen tupfen? Na, mal schaun.


Auf jeden Fall scheint es sich hier um eine sehr kunstfreudige Bevölkerung zu handeln.

Bei diesem Stein handelt es sich auf jeden Fall nicht um die nationalsozialistische Variante des Hakenkreuzzes - was mich auch wundern würde - sondern wohl um die keltische Variante - aber so ganz bin ich mir da noch nicht im Klaren.

Und dann entdecke ich den Jonas im Maul des Walfisches. Das muss hier schon ein sehr besonderer Ort sein.

Durch den Wald, in dem mich hunderttausende kleiner sirrender, blutsaugender Stechbiester überfielen, ging, nein lief ich dann in Richtung Dorf.

 

 

On the Road - nach Ruhnu

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Published on Juni 10th, 2012 @ 19:15:26 , using 317 Wörter,
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On the Road - nach Ruhnu
On the Road - nach Ruhnu
On the Road - nach Ruhnu
On the Road - nach Ruhnu

 

Da ich mir durch die letzte Erfahrung angewöhnen wollte, morgens immer den für den Tag zuständigen Seewetterbericht zu hören, wachte ich entsprechend um 06:30 auf und hörte: SW 4, später 2-3 E-drehend.


Das war mein Tag.


Also raus, Leinen los und weg.


Schon im Hafen hatte ich das Groß hochgezogen und stellte dann fest, dass es doch draußen mit 4-5 (halber Wind) wehte und ich deshalb vorzug, mich nur von der Fock ziehen zu lassen, was dann auch blendend ging (zwischen 4,5 und 6 kn). Ich setzte Admiral von Schneider an die Pinne und hatte nun eigentlich nichts mehr so recht zu tun.

War auch ganz gut so, denn die Nacht war durch die auf den beiden Segelschiffen eingelaufenen Jugendlichen, die sich an einer Talship-Race beteiligen wollten und auf dem Weg ich glaube nach England wearen, doch recht quierlig und etwas unruhig gewesen.


Gerade als ich den Großschiffahrtsweg queren wollte, schlief der Wind langsam ein und ich musste James bitten, an die Arbeit zu gehen.


Als wir den Großschiffahrtsweg gequert hatten, war der Wind ganz weg und James musste weiter arbeiten, aber das klappt inzwischen zwischen den beiden ganz gut: James an der Arbeit und Admiral von Schneider an der Pinne.

Also konnte ich mich ein wenig zurückziehen und meinen Gedanken freien Raum lassen.

Das Wetter war prima, die Sonne schien, oben segelten ein paar kleine Wölkchen durch den Himmel und nirgends gab es irgend eine Beunruhigung.


Langsam wuchs vor mir eine Insel aus dem Meer. Merkwürdig war nur, dass ich sie in 330 Grad hatte, aber mit einem KK von 10 Grad steuerte.


Also die Seekarte her. Merkwürdig.


Irgendwan Kartenplotter überprüft.

Und da war der Fehler.

Die Daten korrigiert und alles war wieder gut.


Um 16:00 Uhr in Ruhnu fest.


Schönes Plätzchen hier.

Werde wohl etwas bleiben müssen, denn der Hafenmeister sagte mir, morgen und übermorgen wird schlechtes Wetter aus Nord kommen.


Na, da lieg ich ja richtig, nämlich mit der Schnautze nach Norden.

ich gehe fremd

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Published on Juni 9th, 2012 @ 22:45:23 , using 366 Wörter,
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ich gehe fremd
ich gehe fremd
ich gehe fremd
ich gehe fremd
ich gehe fremd

 

Am Freitag kommt der Wind aus Nord, schwach aber beständig bis abends, aber da will ich hin.


Lesen. Kochen. Träumen. Schlafen.


Am Samstag bin ich früh raus, weil der Seewetterbericht SE 3-4 strichweise 5 mit Richtungsänderung auf SW angesagt hatte und das ein idealer Wind für Ruhnu wäre.

Morgens gehe ich sicherheitshalber nochmal auf DF 06:40 Seewetter: SW 4, zeitweise 6. Jetzt sind aus den 5 schon 6 Windstärken geworden.


6 Windstärken von hinten, die bei Ruhnu auf kurze Distanz auf einen Untergrund stoßen, der von 40 Meter auf 5 Meter steigt? Nein Danke, das ist mir zu heiß.


Dem Hafenmeister berichte ich das, und er erlaubt mir, umsonst hier noch eine Nacht zu bleiben, weil ich schon diese Nacht mit deutschem Geld bezahlt hatte. Prima.


Dann tut sich was auf dem sehr schönen schwedischen Doppelender „Västanhav“ auf dem Steg gegenüber und schon ist der Eigner da, begrüßt mich und wir schnabbeln ein bischen auf englisch, was bei ihm wunderbar melodisch kommt.


Er (Charles und mein Bootsbauer Baiks von der hiesigen Werft, der mir meine Ruderpinne repariert hat) machen sein Schiff klar und wenig später bin ich eingeladen, einen Schlag auf See raus mitzusegeln. Charles kommt aus den USA, hat hier eine junge Lettin geheiratet und lebt jetzt hier und hat das Segeln seit drei Generationen im Blut.


Prima.

Bald sind wir bei bestem Segelwetter und wolkenlosem Himmel draußen, es weht mit 5, in den Böen 6, manchmal 7, aber die See ist ruhig, weil wir unter Landschutz sind.


Ich filme ein bisschen.


Als wir dann an die Kreuz wollen und das Vorsegel über die Winsch dichtgeholt wurde, brach plötzlich die Steuerbord-Saling und der Mast bekam eine bedrohliche Biegung im oberen nicht abgestagten Bereich.

In den Wind, Vorsegel runter und das Steuerbord-Want musste stabilisiert werden. Zurück.


Dann war plötzlich das Cap vom Skipper weg. Zurück.

Dann sehe ich es plötzlich, bekomme den Enterhaken in die Hand

und es ist wieder an Bord.


10 Minuten später das Gleiche.

Und wieder habe ich es am Haken.


Insgesamt also ein guter Tag und ich bin froh, morgens noch einmal den Wetterbericht gehört zu haben, denn bei dem Wind dort vor Ruhnu wäre es möglicherweise sehr sehr problematisch geworden.


Schaun wir mal, was der morgige Tag so an Überraschungen für mich hat.

 

Baltic Open und Enguresee

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Published on Juni 7th, 2012 @ 16:04:25 , using 414 Wörter,
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Baltic Open und Enguresee
Baltic Open und Enguresee
Baltic Open und Enguresee
Baltic Open und Enguresee
Baltic Open und Enguresee
Baltic Open und Enguresee

 

Die Baltic Open, die in dieser ersten Juni-Woche gesegelt wird, startet morgen hier von Marsrags nach Riga, weshalb heute langsam alle die Schiffe hier eintrudelten, die daran teilnehmen. Also wird es eng heute im Hafen.

Zur Begrüssung aller Regattateilnehmer hatte ich auf meinem Schiff grosse Flaggenparade aufgeheißt.

Bevölkerung war wenig da, was ich mergwürdig fand, denn auch in Mersrags ist ja so unheimlich viel auch nicht los. Naa gut.

Nur die Jugend war interessiert und blieb bis morgens um 3. Ich habe ein paar Biere getrunken, den Schiffbootsbauer wiedergetroffen und wir haben mehr oder weniger festgemacht, dass ich im Herbst hierher zurück komme, zumal das Winterlager hier ein Drittel von dem in Riga kostet und es ist Finnland noch sehr viel teurer sein wird. Und dann sollen hier über Winter ein paar grundlegende Dinge gemacht werden.


Als ich nachts noch einmal aufwachte, war es 1 Uhr und es war immer noch eine Resthelligkeit da. Die weißen Nächte fangen also hier schon an.


Am nächsten Tag, nach dem die Yachten auf die Reise gegangen waren, es sollte ein bis zwei Windstärken geben, lieh ich mir beim Hafenmeister ein Fahrrad und wollte zu dem Naturschutzgebiet, das um den Enguresee gebildet wurde. Es gibt dort einen sehr schönen Platz mit kleinen Privathäuschen, wo man wohl auch Boote mieten kann, von denen dort einige Dutzend auf einandergestapelt lagerten. Aber hier endete der Weg.


Aber ein Traumsee.


Ich hatte einen zweiten Weg entlang des Sees im Westen auf der Karte gesehen und dorthin wollte ich nun radeln. Schotterstraße, auf der die Einheimischen hier entlang brettern und mich immer wieder für Minuten in eine dichte Staubwolke hüllten. Nervig. Und der See kam nicht in den Blick. Irgendwann nach wohl 6 oder 8 Kilometern habe ich dann abgebrochen, weil sich die Straße auch wieder nach Osten wandte, also vom See weg.


Pause.


Die Landschaft ist hier einfach: Birkenwälder lösen Kiefernwälder ab und werden immer wieder durch Wiesen unterbrochen. Weit auseinandergestreut liegen hier die Holzhäuschen. Wenig angebaute Flächen. Viel Natur. Aber kein See in Sicht.


Auf dem Rückweg bin ich dann noch in dem kleinen Heimatmuseum, was wohl privat betrieben wird, vorbeigefahren. Nett. Liegt vor allem 1,5 Kilometer von der Straße entfernt in einem idyllischen Garten, der wunderbar gepflegt wird und auf dem Gelände steht noch ein weiteres Holzhaus, das man Mieten kann. 20 LATs den Tag. So idyllisch ruhig wird man es wohl selten noch auf unserem Planeten finden (+371 29266068).


Wenn man mal ein Buch schreiben will oder so was ähnliches - das hier wäre ein Ort dafür.

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