von Jörg Streese

Viel Wind auf Ruhnu

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Published on Juli 5th, 2016 @ 09:19:00 , using 141 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Viel Wind auf Ruhnu
Viel Wind auf Ruhnu
Viel Wind auf Ruhnu
Viel Wind auf Ruhnu

Das Wetter blieb gut, aber sehr windig und für Dienstag sind 6 Beaufort angesagt – also Hafentage.

Aber kein anderer Ort hier im Norden eignet sich dafür besser. Hier könnte ich nicht nur einen Urlaub verbringen, hier könnte ich den ganzen Sommer verbringen.

Wir machen einen Standspaziergang am Ostufer, Dörte geht dann noch weiter in den Ort, was mir zu weit war und dann wurde gekocht: Bulgur mit Tomate, Knoblauch, Zwiebeln und Rührei von Dörte gemacht und dann wurde der Windfinder befragt, wie die Windverhältnisse in den nächsten Tagen sind: genauso. Das Baro ist auf 1006, wie lange nicht mehr.
Also weiter Hafentage. Prima.

Morgen Abend wollen wir hier die Kneipe im Hafen aufsuchen.

Zu den Bildern:
Am Himmel ist richtig was los, die kleine Kneipe innen und ein Blatt von Strandgras, dass durch den Wind einen Kreis um sich herum mit der Blattspitze gezeichnet hat.
Ich würde sagen: Zeichnen eine 1.

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Nach Ruhnu. MISS SOPHIE wettert Windstärke 10 ab.

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Published on Juli 3rd, 2016 @ 16:32:00 , using 638 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Nach Ruhnu. MISS SOPHIE wettert Windstärke 10 ab.
Nach Ruhnu. MISS SOPHIE wettert Windstärke 10 ab.
Nach Ruhnu. MISS SOPHIE wettert Windstärke 10 ab.

Am  Samstag sollte es nun endlich losgehen.
Moderate 2-3, später dann 3-4, ein Wind aus südlichen Richtungen und immer mal wieder Sonne.

Morgens dann noch mal schnell Motoröl kontrolliert. Ich finde den Ölpeilstab nicht, weil der bei meinem VETUS unmöglich versteckt angebracht ist.
Dann meine ich die Öffnung für den Ölpeilstab zu ertasten, aber eben nur die Öffnung, nicht den darin sitzenden Peilstab.
Der Motormensch hat den Peilstab vergessen wieder einzusetzen.

Panik.

Ohne den Peilstab, der ja gleichzeitig die Abdichtung für das Öl bei Krängung ist, können wir nicht losfahren.
Und wo hier in Lettland für einen VETUS einen Peilstab bekommen, das dauert ja Wochen.
Stimmung sinkt auf Tiefkühlniveau.

Mehr aus Verzweifelung, irgend was zu tun, mache ich die Motorabdeckung auf, was ein ziemlicher Arbeitsaufwand ist, weil die Bodenbretter entfernt werden müssen etc etc, steige in den Motorraum – und was ist an seiner Stelle, wo er hingehört?
Der Peilstab.

Emotionen wieder langsam runterfahren, und dann los.

Dörte will erstmal Gefühl für das Schiff bekommen und steuert.
Wir laufen 5 kn unter der Fock, weil wir den Wind direkt von achtern haben, die Sonne scheint, es ist etwas Welle da und langsam kommen wir wieder auf Normaltemperatur.

Bis Ruhnu, diese kleine Insel mitten im Finnischen Meerbusen sind es gute 30 sm, bei 5 kn Geschwindigkeit also 6 Stunden, und wir segeln bei sehr gleichmäßigem Wind so dahin.

Dörte hat inzwischen mehrere Stunden an der Pinne gestanden und macht jetzt Pause und ich schmeiße die Holland Windvane an und wir lassen uns von ihr jetzt auf die Insel zusteuern.

Es wird 16:00 Uhr.

Der Wind wird etwas mehr, ich kopple die Windvane aus, weil wir die Ansteuerungstonne schon gesichtet haben, als Doris sagt, „Du guck mal die Wolke hinter uns wird immer dunkler, ist da Wind drin?“

Ich wollte gerade antworten, als es anfängt zu regnen und mir noch so durch den Kopf geht, „erst der Regen dann der Wind, nimm herunter die Segel geschwind“ und bin gerade am Überlegen, ob wir in dieser Situation sind, als schon die erste Böe ins Segel jagt und der Regen zum Wolkenbruch wird, der vom Wind wagerecht auf uns zu fegt, keine Chance noch was überzuziehen, jetzt geht es darum , die Situation abzuwettern.
 
MISS SOPHIE stürzt los, mit 8,5 kn tobt sie jetzt durch den sich schnell aufbauenden Seegang, ich sehe überhaupt nichts mehr, nicht nur, weil meine Brille vom Regen dicht ist, sondern auch weil der waagerechte Regen wie eine Wand vor uns steht und denke nur eins: nicht querschlagen, MISS SOPHIE laufen lassen und schauen, dass sich dies irgendwie irgendwann beruhigt und wir die Fock gegen die Sturmfock austauschen können.

Hinter uns ist es Schwarz.

Über uns ist es Schwarz.

Das kann noch Stunden dauern denke ich.

MISS SOPHIE krängt bis zu den Fenstern weg, macht sich aber ansonsten absolut vertrauenserweckend, so dass überhaupt keine Angst aufkommt, sondern eben: „DAS IST JETZT SO UND DA MÜSSEN WIR DURCH UND DA KOMMEN WIR AUCH DURCH.

Innerhalb einer Minute bin ich bis auf die Haut nass, aber was überziehen kommt überhaupt nicht in den Sinn, denn das Schiff jetzt hier durchzubringen ist der einzige Gedanke.

Eine Böe jagd die andere, wir haben zum Glück hier freie Seefläche und ich kann MISS SOPHIE sich die angenehmste Stellung zum Wind suchen lassen, sie bleibt in ihrem Verhalten ruhig und vertrauenserweckend, „Braves Mädchen“ denke ich, lass sie machen und konzentriere mich darauf, ruhig zu bleiben und MISS SOPHIE unter Kontzrolle zu halten.

Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei, wir laufen in den Hafen ein, es ist inzwischen wieder moderater Wind und nach uns kommt die „Västerhaven“ rein mit zerrissenem Großsegel im dritten Reff und Charly, der bald zu uns rüber kommt, sagt, er habe mit seinem Windmesser im Masttopp 49 kn gemessen, das ist Beaufort 10.

Dörte und ich gucken uns an, fangen an zu grinsen und klatschen uns ab: „Gut gemacht, MISS SOPHIE“.

Es war schlicht und einfach eine lokale Wetteranomalie, die in keiner Wettervorhersage voraussagbar ist, deshalb auch so kurz, aber diese Kürze hatte Pfeffer dabei.

Dörte on bord - handy kaputt - Fahrt nach Riga

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Published on Juni 30th, 2016 @ 22:03:00 , using 303 Wörter,
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Am Sonntag wollte Dörte aus Bremen hier in Mersrags ankommen und am Samstag-Abendverabschiedet sich das Display meines handys.

Sehr schlecht, denn sie wollte sich per SMS melden, mit welchem Bus sie kommen wird, weil sie mit dem Flieger nach Tallin geflogenwar und von dort mit dem Bus nach Riga und noch nicht musste, wann die Weiterfahrt stattfinden könnte.

Im internet recherchiert  und gefunden,m das das wohl ein hausgemachtes Problem des sony Z1 sein soll - keine Lösung von SONY dafür.

Also musste ich zu jeder Buszeit zur Haltestelle - und Treffer:  schon bei dem zweiten Mal war Dörte dabei.

Ohne handy geht ja heute garnichts mehr.

Es musste also ein handy her und das bekommt man gebraucht wohl nur in Riga.

Also stand Riga für Dienstag auf dem Plan , was auch ganz gut in die Wunschliste von Dörte passte, die bisher keine Zeit hatte, Riga kennnen zu lernen.

Morgens ums 5:45 klingelte der Wecker, der Bus fuhr um 07:00 in Mersrags los.

Bei der Tourist-Info zwei Läden genannt bekommen, und beim zweiten hats geklappt, ein Ersatzhandy meiner Vorstellung zu einem Preis, der auch noch zu akzeptieren war, - dann musste noch ein Ladegerät und ein Einschub für meine mini-sd-karte gefunden werden und ich war erstmal wieder online.

Aber leider waren auf meiner sd-Karte nur Musik, Fotos und Telefonnummern gespeichert - ich hatte gehofft, dass in meinem Kalender, der ein Passwortgeschützen und verschlüsselten Bereich hat, meine diversen Codewörter mir wieder zugänglich wären.

Sehr blöd und unangenehm.

Dann wurde erstmal MISS SOPHIE vorgestellt, jeder Shap aufgemacht, jeder Winkel durchstöbert, damit Dörte sich hier zurecht finden kann.

Am Tag drauf dann Segeleinweisung, Sicherheitscheck und Gereätevorstellung und dann sind wir z.Z. dabei, eine Einkaufsliste zu erstellen, weil die nnächsten 10 nTage  Einkaufmöglichkeiten nicht so recht da sind.

Ja, und ich musste mit den Haaren unters Messer.

Gut geworden.

 

 

Die Markthallen haben wir noch besucht

Möwen - unter anderem

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Published on Juni 25th, 2016 @ 16:50:00 , using 350 Wörter,
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Möwen - unter anderem

Wenn ich im Cockpit liege, habe ich die gegenüberliegende Kaimauer im Blick und seit einiger Zeit tummelt sich dort ein Möwenpärchen - so vermuete ich zumindest, denn die beiden Möwen verhalten sich so, wie ich es von anderen TierPaaren auch kenne.

Wenn die beiden sich treffen, dann findet immer ein Ritual statt, wie wir es in hochherrschaftlichen Gesellschaften von damals kennen: Die Herren machen einen tiefen tiefen Bückling und hier machen es beide Seiten wechselseitig: tief beugen sie ihren Hals nach unten, wobei sie gleichzeitig den Schnabel auch wieder heben, so dass eine S-Kurve von ihrem Schnäbeln gezeichnet wird.

Und dann muss ich immer meinen Kopf entwirren: Wenn die beiden ihre Schnäbel zueinander kehren, dann interpretieren wir das als sich einander zuwenden.

Da aber die Augen dieser Tiere nicht frontal sondern seitlich angebracht sind, schauen sie sich gerade dann nicht an, sondern dann wenn sie ihre Schnäbel parallel zueinander z.B. mir zuwenden, und sich scheinbar nicht für sich interessieren, dann haben sie sich gerade im Blick. Für uns Menschen sehr verwirrend.

Wenn einer einen Fisch im Schnabel hat, dann teilt er den nicht mit seinem Partner, sondern schlingt ihn alleine herunter, obwohl der andere sehr interessiert das ganze sehr nahe verfolgt. Ich habe darüber sehr lange nachgedacht undd bin auf die Erklärung gekommen, dass das nicht partnerschaftlichen Negieren ist, sondern anatomisch bedingt ist: den Fisch teilen geht bei der Zähigkleit des Fleisches nicht, so dass er nur als Ganzes runtergeschlungen werden kann: entweder der eine oder der andere.

Seit drei Tagen ist hier der Sommer ausgebrochen, rechtzeitig zum gestrigen Freitag, der der Nartionalfeiertag der Unabhängigkeit ist. 30 Grad in der Kajüte und Sonne den ganzen Tag ohne ein Wölkchen.

Ganz schön, aber an Deck und unter Deck  wird es mit der Wärme schwierig, zumal auch das Wasser langsam warm wird und mein Kühlschrank aus dem tiefsten Teil des Kiel besteht und Wassertemperatur hat.

Ich habe beschlossen, die Bauphase an MISS SOPHIE für dieses Jahr zu beenden. Als letztes habe ich ihr eine neue Nationale spendiert, und das soll es für dieses Jahr erstmnal sein.

Die Bilge ist immer noch ohne Diesel. HURRA!!!

Dies Mersrags in Lettland wird mir langsam zur zweiten Heimat

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Published on Juni 21st, 2016 @ 18:41:00 , using 515 Wörter,
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Dies Mersrags in Lettland wird mir langsam zur zweiten Heimat
Dies Mersrags in Lettland wird mir langsam zur zweiten Heimat
Dies Mersrags in Lettland wird mir langsam zur zweiten Heimat
Dies Mersrags in Lettland wird mir langsam zur zweiten Heimat
Dies Mersrags in Lettland wird mir langsam zur zweiten Heimat
Dies Mersrags in Lettland wird mir langsam zur zweiten Heimat

Mersrags besteht aus 3 aus der Sowjetzeit stammenden Häuserblocks in dem scheinbar üblichen Zustand kurz vor dem Verfall; das „Zentrum“ ist ca. 50 Meter lang und besteht aus zwei kleinen Supermärkten, einem winzigen Fisch- Werkzeug- und Baumarktladen, der auch einen kleinen Mittagstisch hat, wo ich bisher immer hingegangen bin, einem kleinen Second-Hand-Laden und dem Bürgermeisterbüro, das in einer kleinen Holzbaracke untergebracht ist, einigen kleinen, an der Straße stehenden Holzhäusern und dann beginnt der Bereich, der von – wir würden Siedlungshäuser dazu sagen – aus teilweise weit auseinander stehenden Einzelhäusern besteht.

 

 Keine Ahnung, wieviel Menschen hier in dieser Gemeinde leben.

 

 Aber alles ist gepflegt, vor den verfallenden Häuserblöcken gibt es teilkweise liebevoll gepflegte Vorgärten, nirgendwo liegt Müll herum, keine Flaschen, kein Papier etc, alles ist sauber und ordentlich.

 

 Ach ja, dann gibt es natürlich noch in sehr guten Zustand den große Kindergarten, die große Schule und das große Kulturzentrum mit Bibliothek, Theatersaal, Musikzimmern etc.

 

 Ja, und ganz neu auch so etwas wie ein Touristik-Info–Gebäude, neu, aus Holz, ganz zentral und den ganzen Tag auch geöffnet,fragt sich nur, für was die hier werben wollen.

 

Na ja, es gibt den kleinen Yachthafen mit hervorragender Werkstatt und auf Holzneubau und Reparatur spezialisiert, wo ich mich fast den ganzen Tag rumtreibe.

 

Aber ich hatte ein Problem.

 

 Am 10. Juni hatte ich berichtet (http://www.tagebuch-der-miss-sophie.de/blog4.php?paged=5), dass ich an den Innenschenkeln und im Kniekehlenbereich ein sehr hartnäckiges Ekzeem bekommen hatte, dass beständig größer und juckreizender wurde.

 

 Hier einen Arzt aufsuchen heißt nach Riga zu müssen und dort mich in ein mir unbekanntes Krankensystem einarbeiten zu müssen.

 

 Wollte ich nicht und ist zudem vermutlich teuer, weil Ausländer in der Regel als Selbstzahler eingestuft werden.

 

 

Aigars den Werftinhaber gefragt.

 

 

Die hiesige Apotheke sei sehr gut, sagte er mir.

 

 

Na gut, also los.

 

 

Von aussen sah das alles nicht so sehr vertrauenserweckend aus, als ich aber in der kleinen Apotheke war, blitzten mich moderne Möblierung an, alles sehr freundlich, modern, hell und die junge Apothekerin, der ich sagte, warum ich hier sei und ihr gleich die Hautstellen zeigte, sah sich das sehr genau an, überlegte eine Weile, griff zu einem großen Buch, blätterte darin und las und blätterte weiter, überlegte dann noch einmal, schaute ihn ihren PC und ging dann nach hinten und kam mit einer Salbe zurück:: „Bepanthen Anti-Exem kreem – Nahaärritusega kaasneva sügeluse ja punetuse leevendamiseks“, wollte dafür ungefähr 6 EUR haben und gab mir auf, zweimal pro Tag die Creme aufzutragen.

 

OK, kann man ja mal probieren und ich ging von dannen.

 

 

Nach 5 Tagen war das Problem weg.

 

 

Ein Hoch auf diese kleine Apotheke und die dort tätige Apothekerin.

 

 

Heute sah ich nach meinem Einkauf neben dem Second-Hand-Laden eine Tür offenstehen, draussen ein Schild mit einer Kaffeestasse, einem ähnlichen Namen über der Tür stehen und neugierig wie ich nun mal bin ,ich gleich rein.

 

Zwei kleine Tische, eine kleine Theke mit sehr sehr verlockenden Kuchenangebot und Tee, Kaffee oder Limonade.

 

 Tee und einen Bananenkuchen, wohl aus eigener Produktion, für zusammen 1.65 EUR und ich kann nur sagen, wegen dem Kuchen würde ich mich in den Bus setzen und nach Marsrags fahren.

 

Langsam wird das hier meine zweite Heimat.

 

 Und zu Recht.

Schon wieder Sturm im Baltikum

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Published on Juni 18th, 2016 @ 10:42:00 , using 78 Wörter,
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Schon wieder Sturm im Baltikum

Was ist hier bloss mit dem Wetter los.

Die letzten vier Jahre habe ich nur Sonne und blauen Himmel hier im Baltkum gehabt und dieses Jahr genau das Gegenteil: Regen, kalt und Sturm.

Gestern tat mein NAVTEX endlich, was er soll: Sturmwarnung: 19- 24 m/s, das sind satte 8 - 9 Beaufort hier fürs Baltikum.

Vorher konnte ich mich aber noch hier an die Boje verziehen, was heißt, dass ich frei von Stegen etc. bin und das Schiff  besser den Windstößen ausweichen kann.

Dies und das....

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Published on Juni 17th, 2016 @ 21:27:00 , using 204 Wörter,
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Dies und das....

Endlich den Deckel vom Dieseltank verschraubt, was für mich hieß, an meine absolute Grenze gehen zu müssen.

30 Schrauben pressen den Deckel auf den Tank, 30 Schrauben mussten von mir verschraubt werden, wozu ich meine beiden Hände gerauchte und die linke in sehr verwinkelten Positionen die Schraubenmutter jeweils halten musste.

Ich glaube ich habe dafür über eine Stunde gebraucht, zumal ich das nur in liegender Position tun konnte und ich dafür wiederum auch den linken Arm benötigte. Manchmal war ich dem heulen nahe, wenn beim 7. Versuch die Mutter für die Schraube festzuhalten, sie mir wieder aus der linken Hand gerutscht war.

Na, aber dann war es geschafft und der Diesel konnte in den Tank fliessen und ich konnte zum ersten Mal selbst wieder meinen Motor starten.

Lief prima.

Dann versehe ich meinen Peekhaken mit einem Korken von einer eigens dafür gekauften Flasche Rotwein, weil ich ihn schwimmen beibringen will, falls er mir oder wem auch immer mal aus der Hand fallen sollte, denn der ist wirklich unersetzbar: 250 cm lang, aus Aluminium und sehr stabil.

Seinen Freischwimmer hat er jetzt.

Dann wieder Starkwind aus E und dann steht hier wieder diese furchtbare Welle in den Hafen, werde mich so bald es geht an eine Boje hier verziehen.

Mal wieder segeln...

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Published on Juni 12th, 2016 @ 22:21:00 , using 61 Wörter,
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Mal wieder segeln...

Charly von der Västerhaven kommt und läd mich zum Mitsegeln ein.

Wetter ist blendend, etwa 5-6 Windstärken, See etwa 1 Meter und es soll nur ein kleiner, kurzer Tripp werden.

Wurde es auch und ich habe endlich mal wieder Segel über meinem Kopf gespürt.

Herrlich.

(ich bekomme verdammt noch mal keine Daten von meinem SONY Android-Handy auf meinen laptop - weiß nicht warum - sorry)

Der erste Sturm hier im Hafen:Finale

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Published on Juni 11th, 2016 @ 14:19:00 , using 706 Wörter,
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Der erste Sturm hier im Hafen:Finale

Irgendetwas klapper metallisch.

Raus.

Der Peehaken macht sich selbstständig.

Das ist schnell geregelt, nur dass ich zum zweitenmal dabei pitsch nass werde und es stockduster ist und der Wind nur so orgelt und das aufgewühlte Wasser das Schiff wilde Bocksprünge machen läßt auf Grund der hier durchrauschenden Wellen.

Wieder unter Deck.

Dritte Lage Klamotten angezogen.

Ich mache mir einen Tee und ziehe mich resigniert aufs Sofa zurück.

Das Theater da draussen will einfach keine Pause machen und dem Seewetterbericht zu Folge soll es bis heute Mittag so weiter gehen und dann weniger werden.

Das ist aber noch lange hin.

Ich habe Sorge, die Leinen machen das nicht die ganze Nacht durch mit.

Deshalb bin ich in einer sehr angespannten inneren Unruhe.

Am Steg sind inzwischen sämtliche Scheuerleisten weggefetzt.

Um 03:00 Uhr ist plötzlich der Wind weg, wie ausgeknipst, - kein gutes Zeichen.

Und nach einer halben Stunde geht es wieder von vorne los, dies mal aus NNE, aber gleiche Stärke.

Um 07:00 Uhr höre ich ein ungutes metallenes Geräusch, wie wenn Metall auf Metall schlägt.

Wieder raus.

Mein Bugsprit schlägt bei besonders heftigen Böen an den rechtsseitig von mir liegenden Metallponton.

Haben die Leinen lose bekommen? 

Sehr merkwürdig, aber keine Zeit darüber nachzudenken, denn es muss etwas passieren.

Versuche MISS SOPHIE mit der Vorleine näher an meinen Steg zu bekommen.

Keine Chance. Bei dem Winddruck schaffen das vermutlich nur drei kräftige Männer.

Aber es muss.

Ich warte auf kleine Windpausen, - was heißt hier Pause, ich meine die 2 Sekunden, die der Wind abflaut um danach noch kräftiger zu blasen.

Diese zwei Sekunden muss ich nutzen dass Tauende eine weitere Drehung um den Poller zu kriegen.

Nach einer viertel Stunde habe ich zwei Drehungen hinbekommen und ich bin zwischendurch so fertig, dass ich schon aufgeben will.

Aber im Moment sind wir frei.

Jetzt versuche ich MISS SOPHIE ein wenige nach achtern zu kriegen, um sie vorne vom Ponton wegzubekommen.

Das geht nur Zentimeterweise, weil , wenn ich vorne lose gebe, gerät sie sofort wieder an den Ponton.

Ohne Öljacke, nur im Fleece, bin ich schweißnass, weil ich beständig zwischen Boot und Steg hin-und her muss, was wegen meinem Bein nur unter großen Verrenkungen geht.

Dann habe ich es geschafft, bin zu fertig um stolz drauf zu sein und dann sehe ich , warum das ganze stattfinden musste:

Die Brücke zum Steg ist abgerissen und hängt nur noch an einer einzigen Stelle mit dem Land zusammen. Und an der Brücke hängt das vordere Teil des Pontons.

Benutzung unmöglich und der ganze Steg treibt jetzt langsam Richtung Metallponton.

Deshalb ditschte MISS SOPHIE da an, nicht weil meine Leinen ihren Geist aufgegeben haben.

Jetzt muss schnell etwas geschehen, denn ich habe kleine Ahnung was passiert, wenn diese letzte Verbindung des Stegs wegreißt.

Aufs Schiff, Handy und Aigars anrufen, den Werftbesitzer, der für die Anlage nicht zuständig ist, aber den Chef anrufen kann.

Mit meinen klammen nassen Fingern reagiert das Display des Handy nicht.

Ich werde nervös.

Dann endlich, aber er versteht nicht was ich sagen will, weil sein Deutsch ist wenig und Englisch kann er nicht.

Irgendwann scheint er verstanden zu haben dass was mit dem Steg ist und eine Strunde später ist er da und bringt auch gleich noch einen Kollegen mit.

Sie bauen mir eine Brücke vom Metallponton, damit ich mich bei ihnen in der kleinen Küche auftauen kann.

Dort bekomme ich eine Tasse Tee, der Heizlüfter wid angeschmissen und dann ist zum ersten Mal indiesem Tag/Nacht Ruhe um mich rum. Ausser dem Gebrause des Sturms kein Geräusch.

Ich falle vom Stuhl.

Eingeschlafen.

Zum Glück steht die Teetasse auf dem Tisch und noch im Fallen wache ich auf und kann mich noch grade drehen, so dass ich auf meinen rechten Arm falle, mit dem ich mich ein wenig abfedern kann.

Ich bin wieder wach.

Inzwischen ist der Werftbesitzer auch da und es wird prowisorisch die Brücke gesichert und der Schwimmponton mit einer dicken Trosse vor dem abdriften gesichert.

OK, das wars dann ja wohl für heute.

Ich ziehe mich auf MISS SOPHIE zurück, nach dem ich sämtliche Leinen durch die dicksten die ich habe ersetzte, dann esse ich mein Mittagessen und dann begebe ich mich in die flache Lage und Ruhe ein bisschen - an schlafen ist nicht zu denken, dafür bin ich zu aufgekratzt.










Den ersten Sturm hier im Hafen abgeritten: Overtüre

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Published on Juni 10th, 2016 @ 19:31:00 , using 509 Wörter,
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Den ersten Sturm hier im Hafen abgeritten: Overtüre
Den ersten Sturm hier im Hafen abgeritten: Overtüre

Nachdem gestern abend die gegenüberliegende Segeljacht gerettet wurde, ging es hier heute - und wird die Nacht auch weitergehen - richtig rund.

Regen den ganzen Tag und langsam nahm beständig die Windstärke zu: aus strammen 4 wurden langsam 5, dann 6 und so gegen 18:00 wurden es dann satte 7 Windstärken.

Die aber waren und sind hier im Hafen nicht das Problem, sondern die Windrichtung, weil der Hafen gen Osten offen wie ein Scheunentor ist - und wir haben Ostwind.

Das heißt, die Wellen, die sich über 60 Seemeilen in dem Rigaer Meerbusen aufgebaut haben, rauschen ungehindert durch den Hafen zu unseren hier dazu quer liegenden Schiffen.

Ein Stehen unter Deck ist nicht mehr möglich, nur noch sitzen.

Vom Tisch muss alles runter.

Und mit Sitzen war nichts, denn ich musste raus und sämtlich Festmacher mit ruckdämpfenden Gummies versehen, d.h. ich musste erstmal auf den Steg kommen, was ein Problem war, denn ich lag zum Glück, nein beabsichtigt - auf der Leeseite des Stegs und einen halben Meter von ihm weg.

Ich mit meinem beeinträchtigten linken Arm und meinem ebenfalls nicht richtig gebrauchsfähigen Bein musste das Schiff jetzt erstmal näher an den Steg kriegen.

Dazu musste eine Leine über einen Poller geworfen werden (gegen den Wind) und dann das Schiff an den Steg gezogen werden, was nur mit der Winsch ging.

Nach dem das geschafft war, musste ich auf den Steg, inzwischen war ich pitschepatsche nass trotz Ölzeug, und meine vier Leinen mit den Gummies versehen, also viermal wieder auf Deck und zurück und dann die Gummies durchpfriemeln. Auch der Steg tanzte langsam Tango und war natürlich glitschig wie ein Aal.

Die Fender schlugen Purzelbäume, weil die Wellen hier ungehindert ihr Unwesen treiben konnten, aber dann war das geschafft und ich musste mich aus meiner klitschnassen Kleidung pellen.

Gab erst mal einen Grog für den Käpt.

Um 23:00 Uhr höre ich plötzlich ein metallenes Geräusch vom Vorschiff und ruckartige Bewegungen.

Da stimmt was nicht.

Raus.

So in Strümpfen und nur im Fleece raus.

Die Springs sind gerissen.

Und ich dippe mit dem Bugsprit an dem Metallponton rechts vor mir .

Ich sprinte zur Vorleine und versuche die dichter zu holen.

Keine Chance.

Auf der Leine liegt ein Druck, den keine drei Männer ziehen.

Auf die winzigen Pausen zwischen den Windstößen warten und dann versuchen in diesen 2 Sekunden die Vorleine eine Windung mehr um den bootseigenen Poller zu bekommen.

Nach einer viertel Stunde habe ich zwei Windungen hinbekommen, wir sind frei vom Ponton.

Die beiden Springs werden von mir mit meinen dicksten  daumendicken Enden ersetzt, was akrobatische Künste erfordert, weil ich sie werfen muss, aber dann ist es geschafft - UND ICH AUCH.



Zudem quält mich ein juckreizendes, blasenbildendes und hautpellendes Ekzeem, wahrscheinlich eine Lebensmittelallergie - nur auf was????? - großflächig im Kniekehlenbereich und in den Innenschenkeln und außerdem habe ich mir bei den verrenkenden  Haltungen bei der Bilgepinselei auch noch einen Nerv eingeklemmt und humpel jetzt zweifach geprägt durch die Gegend.

Leute, ich kann euch nur raten, werdet nicht älter.

01:00  Der Wind dreht langsam auf NordOst, d.h. er steht nicht mehr ganz direkt in den Hafen rein.

Ich lege mich in voller Kleidung hin.


 

 

 

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