von Jörg Streese

Miss Sophie schwimmt

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Published on Mai 22nd, 2019 @ 20:13:00 , using 130 Wörter,
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Miss Sophie schwimmt
Miss Sophie schwimmt
Miss Sophie schwimmt

Mersrags, den 22.09.2019

Seit gestern schwimmt Miss Sophie wieder.

Und das Wetter spielt für meine meteologischen Kenntnisse verrückt: Seit Tagen haben wir hier 990 hpc was für mich Schlechtwetter bedeutet, ein Tief, und seit Tagen haben wir unvergleichlich schönes, sehr warmes Wetter mit blauem Himmel und mit gleichbleibenden mäßigen Winden zwischen Nord und Ost. 

Ich wälze in den Büchern, doch noch habe ich nichts gefunden.

Aber das Einrichten am Anfang der Saison ist ja immer wieder auch eine schöne Arbeit. 

Und mein VETUS war nach zwei Umdrehungen am Laufen. Ich habe ihn dafür auch gehörig gestreichelt. Und besonders gutes Motoröl hat er dafür auch noch bekommen.

Die Hängematte ist jetzt fast ganztägig aufgespannt - zwischendurch immer mal wieder für 10 Minuten da drin liegen ist eine Wohltat.

Also: Mal ein Saisonanfang, wie ich ihn liebe.

 

 

 

Alltag an Land für Schiffe

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Published on Mai 17th, 2019 @ 20:23:00 , using 70 Wörter,
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Alltag an Land für Schiffe
Alltag an Land für Schiffe

Mersrags, Freitag der 14.Mai

Das Barometer fällt, inzwischen ist es auf 1004 runtergegangen, aber das schöne Wetter ist geblieben, zwischenzeitlich war der Himmel dicht mit cumulunimbus, die sich aber zum Abend wieder aufgelöst haben und der Wind ist auf Ost gegangen - ein gutes Zeichen. Kann aber auch Regen heißen - schaun wir mal.

Am Unterwasserschiff sind doch sechs Stellen mit leichtem Rost - aber keine großen Probleme.

Also ganz normaler Landurlaub für Wassermenschen

Alltag in Mersrags und auf Miss Sophie

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Published on Mai 16th, 2019 @ 19:16:00 , using 64 Wörter,
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Alltag in Mersrags und auf Miss Sophie

Mersrags, Donnerstag der 6. Mai

 Also mit dem ZuWasser-Gehen war ich wohl etwas voreilig. Es wird wohl erst nächste Woche Montag oder Dienstag.

Seit drei Tagen ist hier tagsüber wieder der Frühling angekommen - nachts zieht dann wieder der Winter ein.

Heute gibt es die ersten selbstgemachten Bilder dieses Jahr hier - mit meinem Tablet gemacht- Qualität nicht schlecht. Aktionbilder wird es damit aber eher selten geben ;-).

 

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Lettland im heiss-und-kalt-Taumel

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Published on Mai 14th, 2019 @ 20:57:00 , using 89 Wörter,
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Lettland im heiss-und-kalt-Taumel

Die letzten zwei Tage hat es hier in Lettland, zumindest hier an der Meerbusen-Küste, fast ununterbrochen geregnet, dazu schneidend kalter Wind aus Nord und nachts gingen die Temperaturen wieder auf drei bis vier Grad runter.

Heute war es kalt, dann kämpfte sich die Sonne durch und es wurde dort, wo sie schien, auch warm, aber so bald sie weg ist, ist die Kälte da, die mit dem Wind aus Nord von den Eisbergen kommt.

Aber der Mast liegt bereit, morgen wird er gestellt und aufgetakelt.

Also, es gehr weiter.

Immer noch blauer Himmel, kalte Nächte und es grünt es in Mersrags aus allen Ritzen

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Published on Mai 10th, 2019 @ 18:50:00 , using 566 Wörter,
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Immer noch blauer Himmel, kalte Nächte und es grünt es in Mersrags aus allen Ritzen

Mersrags, 10. Mai

ganz langsam wird es hier etwas wärmer. Am Tag 18 Grad, nachts aber stürzen die Temperaturen hier immer noch unter die 10 Grad ab.

Langsam habe ich mich wieder an das Bordleben gewöhnt. Ist eben alles völlig anders.

Kochen auf einem halben Quadratmeter muss man erstmal lernen - Tütensuppen sind da kein Problem. Aber ich mache meistens etwas aufwendigere Gerichte.

Was hier immer gut geht, weil Wirsingkohle hier sehr billig sind und aus einem bekomme ich ein Essen für eine ganze Woche. Und dazu kommen nicht mehr als  vier mittelgroße Karotten, zwei Zwiebeln, eine Knoblauchknolle, sechs kleine Kartoffeln und was es sonst noch so an Kleinigkeiten aus dem Garten gibt.

Am Rumpf ist die jährliche Suche nach Roststellen natürlich auch dieses Jahr pfündig geworden - waren aber nur sieben eurogroße Stellen und eine größere.

Das Deck steht noch an aber einige andere Kleinigkeiten sind schon gemacht. 

Ich habe mir eine neue Halterung für meine Reserveschäkel gebaut, bei der sie nicht mehr klappern und klirren, wenn Seegang ist: Eine 25 cm lange Nirostange (5 mm) steht in einem kleinen Bohrloch auf einem an der Holztäfelung angebrachten Holzstück - und auf diese senkrecht stehende Stange stecke ich die Schäkel auf.

Genial simpel, muss man aber erstmal drauf kommen. Habe ich 30 Jahre zu gebraucht - aber gute Dinge brauchen eben ihre Zeit.

Die Windfahne ist neu gemacht aus wasserfestem Sperrholz und zusätzlich noch mit einer dünnen Glasfasermatte laminiert - die hält jetzt 100 Jahre.

Es wurde im Schiff aufgeräumt, umgeräumt, aussortiert und neu geordnet. 

Der Notfall-Stroboskob-Blitz im Masttop hat seinen Geist aufgegeben - schade - ich habe in sämtlichen einschlägigen Katalogen nichts vergleichbares gefunden - nur eben die Notfallblitze, um sie in der Hand zu halten oder an der Kleidung zu befestigen.

Das neue Echolot ist eingebaut - der alte Geber funktioniert noch , so dass die aufwendige Ersetzung von dem Ding entfallen konnte.

Auf dem Niro-Süllrohr sind 8 weitere Schäkel angeschweisst worden. Nun kann der das ganze Schiff umlaufende dicke Tampen (10 cm Durchmesser) alle 40 cm fixiert werden.

Das Ding ist für mich absolut wichtig - und wohl meine genialste "ERfindung".

Weil ich mit meinem Stahlschiff für alle Eigner von diesen Plastikyachten der reine Horror bin, ist das meine Versicherung gegen Schadenersatzansprüche dieser Eigner.

In kleinen Häfen, noch dazu mit viel Wind, bin ich wegen meiner Behinderung (linker Arm und linkes Bein) nicht in der Lage in der ausreichenden Schnelligkeit meine Fender auszubringen. weil mir in der Zeit, die ich brauche, das Schiff aus dem Ruder läuft. D.h. in der Regel muss ich ohne diesen Fenderschutz in eine Box kommen - und das geht - je nach Enge der Verhältnisse - oft nicht ohne das Nachbarschiff zu berühren - dafür sind die Fender dann da.

Meist hat der Nachbar selbst schon seine draussen hängen - aber nicht immer und dann kommt es ja auch noch auf den Winkel an, aus dem man in die Box schlüpft. Und da ist dann mein Fendertampen dran, der rund ums ganze Schiff läuft - und nix kann passieren.

So, das war der aktuelle Zustandsbericht hier aus Lettland.

Bilder gibt es wohl die nächste Zeit hier nicht zu sehen - einmal weil mein tablet (lenovo Android 6) nicht mit meinem Handy (HUAWEI Android 5) zusammen arbeiten will und weil mein Akkuladegerät für meine kleine Sony-kamera leider seinen Geist aufgegeben hat, weshalb ich den Akku nicht laden kann. Ich muss dafür extra nach Riga fahren und dort versuchen, sowa

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Blauer Himmel aber kein Blauer Montag - Vorbereitungen zum Ins-Wasser-Gehen

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Published on Mai 6th, 2019 @ 18:48:00 , using 360 Wörter,
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2019: Mal wieder in Lettland bei Miss Sophie bei Sonne und 5 Grad

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Published on Mai 5th, 2019 @ 15:38:00 , using 189 Wörter,
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2019: Mal wieder in Lettland bei Miss Sophie bei Sonne und 5 Grad

 Es ist der 2. Mai und ich bin mal wieder in Lettland angekommen.


Als ich Riga , weil ich dort immer übernachte, weil mein Bus nach <Mersrags schon weg ist, wenn ich dort ankomme, unterwegs war zu einem Cafe, fing es dort an zu schneien. Nicht lang, aber die Straßen und Fußwege waren weiß.


Also beginnt meine diesjährige Segelsaison mal wieder im Winter.
In der ersten Nacht wieder an Bord von Miss Sophie waren es Nachts 0 Grad in der Kajüte.

Morgens bin ich aus Überlebensgründen so lange ThermoSportWäsche im Bett geblieben, bis der Heizlüfter es in der Kajüte auf erträgliche 6 Grad gebracht hatte.
Aber die Woche davor waren hier ähnliche warme Temperaturen wie in Bremen.


Schaun wir mal, wie es denn so weiter geht.


Und gestern war ich auch schon in dem dörflichen Kulturprogramm, wo mehrere Chöre und Tanzgruppen aufgetreten sind.

Geplant war diese Veranstaltung draußen auf dem Open-Air-Platz - wurde aber kurzfristig in den Saal verlegt. Und singen können sie in diesem Land.


Jetzt - Sonntag - scheint die Sonne und wenn sie scheint, entfaltet sie sofort eine ungeheure Energie. Ist sie aber weg, oder von Wolken verhangen, dann schlägt sofort eine erbarmungslose Kälte zu.

 

 

Ende der Segelsaison - auf zu Luna 13!

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Published on September 18th, 2018 @ 11:22:00 , using 395 Wörter,
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Ende der Segelsaison - auf zu Luna 13!
Ende der Segelsaison - auf zu Luna 13!
Ende der Segelsaison - auf zu Luna 13!
Ende der Segelsaison - auf zu Luna 13!

Am Samstag waren wir bei einem Kulturabend, einer Solidaritaetsveranstaltung zugunsten einer Familie, die im Nachbardorf durch einen Brand ihr Haus verloren hat.

Es war eine richtig tolle Veranstaltung.
Beteiligte auf der Buehne waren ca. 100 Personen, die kleinsten waren schaetzungsweise 4 jahre alt, die aeltesten um die 60, Mitglieder einer  tollen Volkstanzgruppe, die so viel Energie im Tanz verspruehten, dass es die Zuschauer von den Stuehlen riss. Es war viel Tanz, aber das meiste waren musikalische Beitraege. Und keineswegs alles traditionell - im Gegenteil: die Maedchengruppe hatte z.B. eine klasse Tanzchoreografie zu Rock'Roll hingelegt.

Ich habe leider nicht verstanden, wieviel Geld zusammen gekommen ist, aber es gab tollen Applaus.
Wird mir noch lange im Gedaechnis bleiben.

Meine Zeit naehert sich rapide ihrem Ende zu.
Das Yachtcenter hat seine Tore geschlossen, d.h. kein Waschen mehr, kein Duschen mehr und keine Toilette, nur noch das Plumpsklo bei Aigars.
Am Donnerstag geht mein Bus zurueck nach Bremen.

Die Tage sind hier noch warm, aber die Naechte gehen inzwischen schon auf 8 Grad runter.

Aber die Arbeit am Pirx geht weiter ...auf zu Luna 13

Ich entwerfe gerade eine Art Psychogramm von Pirx und der Wisschenschaftlerin, die ich jetzt erstmal Dr. Aigars nenne.

Dr. Aigars ist strukturiert, kontrolliert, rational, zielgerichtet, effektiv, klar.
Jetzt muss ich kleine, kurze Handlungen finden / erfinden, die diese Eigenschaften von ihr zeigen.
gar nicht so einfach.
Dr. Aigars liesst Formeln, Zahlen und Analyse-Kurven wie Krimis. Und das muss ich visuell zeigen.

Ich werde mich in die Uni begeben muessen und dort im  Physikbereich jemanden finden, der mich ein bisschen in praktische Analysearbeit mit Strahlen einfuehrt, um daraus kleine Handlungen bauen, die die Eigenschaften von Dr. Aigars zeigen.

Und Pirx ist schwer zu beschreiben.
Da muss ich zu Hause noch einmal sehr gruendlich die Pirxgeschichten lesen.
Aber erst einmal ist er schillernd: sowohl aeusserlich unstrukturiert, - und doch zugleich innerlich sehr zielgerichtet.
Er ist ein Traeumer - und  zugleich ein absoluter Techniker und Realist.

Aber, wie gesagt, ich muss die Pirxgeschichten noch einmal gruendlich lesen und mit einigen FreundenInnen diskutieren.

Also: Auf zu Lunar 13

Mein jetziger Pitching-Text:

 
Auf der Mondforschungsstation Luna 13 hat es einen toetlichen Unfall mit zwei toten Wissenschaftlern gegeben.
Pirx bekommt seinen ersten Auftrag als Weltraumpilot, die Wissenschaftlerin Dr. Aigars nach Luna 13 zu begleiten.

Dr. Aigars ist unermuedlich am Tabellenerstellen, Berechnungen machen, lesen, Messgeraete justieren und und und.
Pirx langweilt sich.

Er beginnt den Untersuchungsbericht ueber den Unfall zu lesen.
Und dabei entdeckt er etwas.

Wenig spaeter scheint sich das Unglueck zu wiederholen...

 

 

 

 

 

 

Ein Lob des Nichts-Tuns - und der Flow geht weiter

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Published on September 14th, 2018 @ 14:30:00 , using 544 Wörter,
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Ein Lob des Nichts-Tuns - und der Flow geht weiter
Ein Lob des Nichts-Tuns - und der Flow geht weiter
Ein Lob des Nichts-Tuns - und der Flow geht weiter
Ein Lob des Nichts-Tuns - und der Flow geht weiter

 Ein Lob des Nichts-Tuns - und der Flow geht weiter

Es ist wirklich irgendwie verrueckt.
Aber der Flow geht weiter.

Heute Nacht aufgewacht und wichtige Szenen geschrieben, die ich seit Jahren nicht wusste, wie sie zu machen sein koennten.

Heute morgen ist mir eingefallen, dass ich vor Jahren einmal ein Buch fuer ein paar EUR erstanden hatte von einem amerikanischen Prof, der ueber das Nichts-Tun geschrieben hat - und ueber den Flow, der sich dadurch manchmal einstellt.

Das Buch faengt an, in dem er beschreibt, wie er als gerade fertiger Schueler in einem alten Schrottauto sitzt und irgendwo hin faehrt.
Es ist Nacht, er weiss eigentlich gar nicht, wo er gerade ist, aber es laeuft gut, das Auto faehrt - und auf einmal merkt er ploetzlich, das er gerade unendlich gluecklich ist.

Er weiss nicht, wo er ist, er weiss nicht wo er hinfahren soll, er weiss nicht, was er eigentlich will - aber er merkt ploetzlich, wie wahnsinnig gluecklich er ist.

Und dann faengt er an, diesen Zustand philosophisch aufzuarbeiten - aber jetzt laesst mich meine Erinnerung im Stich, - ich weiss nur noch, dass dieses Gluecklich-Sein als einen Zustand beschreibt, in dem er als Mensch nichts mehr will. Kein Geld, kein anderes Auto, keine Freundin, kein Studium, keine gesicherte Zukunft, ihm ist wurscht, wo er heute Nacht noch pennen soll - das wird sich schon geben. Ihm ist es egal, wieviel Sprit noch im Tank ist - das wird sich zeigen. Aber er ist mit allen Sinnen im Jetzt und ganz im Augenblick.

Und das stellt sich nur dann ein, wenn nichts mehr gewollt wird.
Alles ist da.
Und was nicht da ist, wird schon noch auf die eine oder andere Weise kommen - und wenn nicht, geht es auch ohne.

So ein bisschen geht es mir im Moment.

Alles laeuft wie von selbst.

Seit 6 Jahren lebe ich nun schon in Mersrags - zumindest so lange ist es schon mein neuer Heimathafen.

Und jetzt faellt es mir wie Schuppen von den Augen.

Ich liege mit meinem Schiff gegenueber der ehemaligen Fischfabrik.
Darin muessen grosse Hallen sein.
Die stehen leer.
Darin koennte man die Filmkulisse bauen und alle Drehs machen.

Gegenueber der Fischfabrik hat Aigars seine Produktionshalle fuer Holzschiffbau.
Da ich dort alle Geraete benutzen darf, koennen dort die Kulissen gebaut werden.
Holz ist in rauhen Mengen da, und was darueber hinaus gebraucht wird, kann Aigars problemlos besorgen. Dies ist ein Holzland. Holz ist hier ueberall spott billig zu bekommen.

Und beim Kulissenbau kann Aigars mit seinen Kenntnissen ueberall einbezogen werden.

20 Meter weiter kann die Produktionsmannschaft in einem kleinen Haus mit 6 Zweibettzimmern sehr preisguenstig wohnen.

Abends koennen wir in das kleine Hotel / Gasthof gut und billig essen gehen.

Der Flug von Bremen nach Riga geht mit Ryanair billigst, drei Stunden spaeter ist man in Mersrags.

Und Elviya kann dolmetschen, falls das noetig ist.

Ich lebe also schon seit sechs Jahren am Film-Produktionsort - ist wusste es nur nicht.

Und dass ich Anfang dieses Jahres meine JVC-HD-Kamera noch einmal digital aufruesten liess - jetzt weiss ich warum.

Nur als ich es machen liess, wusste ich es wohl auch schon - nur das blieb tief verborgen in meinem Unterbewusstsein.

Also, Elviya muss den Besitzer der Fischfabrik fragen, ob wir uns den Bau mal anschauen koennen. 

 

 Und Pirxs Kollege auf dem Mond wird eine Kollegin sein - die Gruende erzaehle ich naechstes mal.

 

 

 

 

 

 

PIRX. LEM. MOND - und der Flow

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Published on September 13th, 2018 @ 12:07:00 , using 729 Wörter,
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PIRX. LEM. MOND - und der Flow
PIRX. LEM. MOND - und der Flow
PIRX. LEM. MOND - und der Flow
PIRX. LEM. MOND - und der Flow

O13.09.2018, Mersrags

Am letzten Samstag hatte ich noch einmal, wohl zum letzten Mal in diesem Jahr, Segel gesetzt - bin  aber kaum aus dem Hafen gekommen. Wenn ich Gas gab, passierte im Grunde genommen gar nichts. Miss Sophie schob mit einem halben Knoten durchs Wasser, wo ich bei 1800 Umdrehungen sonst mit 5 Knoten los schiesse.
Also irgendwas muss da unten nicht in Ordnung sein, aber zu diesen Ueberlegungen hatte ich keine Zeit, denn nun musste ich unter Segel zurueck an die Boje in einem sehr schmalen Hafenbecken und zwischen dicht beieinander liegenden Booten.
Ging aber dann doch eigentlich alles ganz easy - nun ja, dieses Hafenbecken kenne ich ja nun langsam genauso so gut wie meine Hosentasche. 
Die Ursache konnte noch nicht gefunden werden - auf jeden Fall ist es etwas mit der Schraube, denn die Uebertragung auf die Schraubenwelle ist einwandfrei.
Vielleicht der Splint, der die Schraube mit der Welle verbindet. Aber bei meinem letzten Toern von Ruhnu hierher zurueck lief alles problemlos. Und danach habe ich den Motor nicht laufen lassen, also kann sich auch der Splint nicht geloest haben, der sowieso nur durch physische Einwirkung sich loesen kann.
Seltsam. Was fuer Sherlock Holmes.

Diese Monate hier im Hafen haben mir irgendwo richtig gut getan.
Das Nichtstun hat dazu gefuehrt, dass alle Gedanken und Ueberlegungen, die tiefer in mir rumort haben, hier Zeit hatten, sich an die Oberflaeche zu robben - und nun waren sie alle glasklar da.

Die Lithografie, die ich letztes Jahr in Ruhnu auf dem Handwerkermarkt der Dorfbevoelkerung von einer dort lebenden Grafikerin gekauft hatte - jetzt weiss ich, was sie darstellt (siehe Bild oben).
Es ist die Landschaft vor dem Elternhaus von Pirx, dort, wo er viele Jahre gespielt, getraeumt und herum gestreunt ist.

Pirx?

Geschichten vom Piloten Pirx.
Stanislav Lem.
In den 60-ziger Jahren geschrieben, was mich schon sehr frueh zu einem begeisterten Lem-Leser werden liess.
Weltraumabenteuer.

Und als ich Ende der 60-ziger Jahre beim Fernsehen arbeitete, und meine ersten Filme machte, wurde mir immer deutlicher, ich muss eine Pirx-Geschichte verfilmen.
Und immer wieder, seit 50 Jahren, denke ich darueber nach, wie das zu machen ist, mit keinem Budget, keiner Ahnung von Spielfilm-Regie, ja, eigentlich mit garnichts, ausser meiner eigenen Arbeitskraft, meiner Phantasie, meiner bescheidenen Filmtechnik und meiner Begeisterung, wenn ich von einer Sache ueberzeugt bin.

Und jetzt bin ich ueberzeugt. Und begeistert.
Zur Zeit fliege ich in einem Flow.

Ploetzlich weiss ich, warum ich diese Lithografie letztes Jahr gekauft habe (siehe Bild oben).
Es ist die Landschaft vor Pirxs Elternhaus.

Und ploetzlich weiss ich, warum jetzt diese Pirxgeschichte virulent geworden ist.

Ich lebe die letzten Monate in einer aehnlichen Situation wie Pirx in der Forschungsstation auf der erdabgewandten Seite des Mondes, in einer winzigen Kabine, umgeben von Wasser, so dass ich aehnlich wie auf dem Mond, nicht einfach vor die Tuer treten kann, ich lebe hier einsam, aehnlich wie Pirx, nur umgeben von ein paar Buechern und meinen eignen Gedanken und ich lebe hier aehnlich wie Pirx, der eigentlich nicht weiss, was er in dieser Forschungsstation ueberhaupt soll. Also  eine Ziellosigkeit, bei mir wie bei Pirx.

Und wie das so ist, wenn man sich in einem Flow befindet: Alles laeuft wie von selbst.
Ich weiss ploetzlich, wie die Aufnahmen auf dem Mond, sowohl in der Station wie auch auf dem Mond selbst, gemacht werden.

Ganz einfach. Ueberwachungskameras.

Die Mondlandschaft wird ein Steinbruch im Harz sein, bei Nacht (erdabgewandt Seite des Mondes, erhellt durch ein paar LED-Leuchten, die den Weg zum Messgeraet begleiten). Dazu Helmkamera und LED-Leuchte am Helm des Raumanzuges, den man dadurch nur im Anschnitt sieht.

Ich brauche keine Schauspieler, weil im Film kein Wort gesprochen wird und damit auch keine direkte Handlung gefilmt wird. Die Handlung entsteht im Kopf der Zuschauer - ich muss ihr nur das richtige filmische Futter geben.

So, das reicht jetzt erstmal.
Ich hoffe euch Lesern und Leserinnen laeuft jetzt schon das Wasser im Mund zusammen - wenn nicht, dann muesst ihr noch ein wenig warten, weil dies Tagebuch hier in den naechsten Tagen beendet wird.

Trotzdem noch eins.

Seit Jahren ueberlege ich, aus meinem Buero und dem Schnittplatz, also aus den zwei Raeumen einen zu machen und das zweite Zimmer zu vermieten, vor allem waehrend des Sommersemester, wo ich sowieso nicht da bin.

Jetzt ist alles klar.

Ich weiss, ich muss ganz schnell aufraeumen, um Platz in der Wohnung und in meinem Kopf fuer den Film herzustellen.

Also: es tut sich was.

Gerade tobt hier der erste Herbststurm durch den Hafen mit Boen von 8 - 9.

 


                                                                                                                                 

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