von Jörg Streese

Bremerhaven an der Geeste, 2. Teil

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Published on Mai 15th, 2010 @ 17:34:44 , using 111 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Bremerhaven an der Geeste, 2. Teil
Bremerhaven an der Geeste, 2. Teil
Gestern habe ich eine Ein-Mann-Rettungsinsel, die mal in einem amerikanischen Düsenjäger war und die ich bei ebay ersteigert hatte ( als Dekoration deklariert) von der Servicewerkstatt abgeholt. Die ganze Belegschaft stand Kopf. Herstellungsjahr 1968 - also 40 Jahre alt. Der Mitarbeiter, der für sie zuständig war, war 1968 geboren worden - für das Firmenarchiv wurde ein Foto gemacht. Die Druckflasche hat in den 40 Jahren 2 Gramm verloren - der Mitarbeiter meinte, in dieser Insel sei ich sicherer als in einer neuen. SUPER. Foto bekomme ich von ihm an WE, wird also in den nächsten Tagen hier zu sehen sein.

Tja, und Caro selbstgestrickte Socken sind jetzt nicht nur abends angesagt, sondern sorgen auch schon am Tag für wohlig warme Füße.

Bremerhaven an der Geeste

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Published on Mai 14th, 2010 @ 16:47:14 , using 211 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Bremerhaven an der Geeste

"Was,  du Hund - willst du das Wetter auf dich zugeschnitten haben wie einen Jackettanzug? Hat sich das ganze Universum einfach nach deiner Bequemlichkeit zu richten? ... Bist du nicht zufrieden mit dem Segeln, solange nicht gerade der Wind spielt, der genau für deine elende Barke paßt, weder zu stark noch zu leicht?...Willst du nie in den Willen deines Schöpfers Vertrauen setzen und die Dinge nehmen wie sie kommen?" Hilaire Belloc, Die Kreuzfahrten der NONA - und Belloc war jemand, der wusste, was er da schreibt: seine NONA hatte keinen Motor und so musste er so manches Mal in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sein Schiff mit Hilfe seines Bootsmannes von seinem Dingy aus in einen Hafen oder an einen Ankerplatz schleppen.

Also lasst uns das Wetter nehmen, wie es kommt - ab jetzt wird gesegelt und wenn ich hier an der Geeste eine Woche warten muss, bis ein händiger Wind mich nach Helgoland bringt.

Es ist kalt, aber es scheint die Sonne. Das Echolot ist repariert - Wackelkontakt. An den Vorstagen sind zwei Schäkel ausgetauscht worden, die Rettungsinsel hat einen schnell zugänglichen Stauraum gefunden und der Wetterbericht sagt für worgen NW - W 4-5, zunehmend 6 voraus - Hafentag.

Also zu Janssen und 5 Liter Petroleum kaufen, damit heute abend beim Lesen der Petroleumofen angemacht werden kann.

 

 

der erste Tag

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Published on Mai 13th, 2010 @ 18:05:37 , using 361 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
der erste Tag

Es nieselt.

Es ist kalt.

Es weht der Wind aus der Ecke in die ich will.

Es ist der erste Tag meiner langersehnten Auszeit, die für mich der Einstieg in einen neuen Lebensabschnitt werden soll - und das bei diesen Bedingungen??????

Hochwasser beim VBS (Verein Bremer Segelfreunde), meinem Heimatverein, ist um 15:30 Uhr, und morgen Freitag muss ich in Bremerhaven sein, um dort ein wichtiges Ausrüstungsteil aus einer Werkstatt abzuholen. Also muss ich los, obwohl mein Sinn nach allem anderen steht.

Es nieselt.

Es ist schweinekalt.

Doch jetzt kommt Ulli um mich zu verabschieden und wir schnacken noch ein bischen - er segelt in ein paar Wochen hoch in die Eisgegend von Grönland - ich bleibe südlicher - und macht Fotos.

Ich will einhand über Helgoland, Eidersperrwerk, Eider, Nord-Ostseekanal, über Fehmanbelt, nach Mecklenburg, Rostock, Rügen, Polen nach Lettland, Estland und dann weiter in den Norden.

Nach über 44 Filmen in 11 Jahren (www.streese-film.de) brauche ich jetzt mal eine Auszeit, um die Kreativitätsakkus aufzuladen.

Und um auf diesen langen Törn, der die nächsten Jahre stattfinden wird, nicht zu vereinsamen, habe ich mir vorgenommen, täglich hier ein Tagebuch zu schreiben - würde ich nur für mich in ein Buch schreiben, würde ich vermutlich bald damit aufhören. So aber gehe ich eine gewisse Verpflichtung ein.

Aber jetz bin ich noch auf der Lesum und es nieselt immer noch.

Und es ist kalt.

Wind 4-5 N bis NNW, abnehmend. also genau daher, wo ich hin will. Heißt motoren. Zum Kotzen.

Als ich das Haus von Karin und Frank an der Lesum passiere, steht Karin am Fenster und winkt - ja, das ist ein wirklich schöner Abschied hier von diesem kleinen schönen Fleckchen Erde.


Auf der Weser erwartet mich eine geschlossene Stratocumulus-Wolkendecke, hellgrau bis dunkelgrau gemischt, dann bei Nordenham bricht im Westen der Himmel auf und die Sonne bricht durch und taucht das Vorland von Bremerhaven und die Industrieanlagen von Bremerhaven ist ein gleißendes überirdisches Licht - das nehme ich jetzt mal als ein gutes Omen.

20:30 bin ich an der Geeste - und der Himmel ist zur Hälfte in ein zartes Azurblau getaucht - die Temperatur sinkt an Bord auf 8 Grad.

Grogzeit.

Das Echolot geht nicht - vermutlich beim Umbau Kabel verwechselt. Morgen ist Hafentag, da kümmer ich mich drum.



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