von Jörg Streese

PIRX. LEM. MOND - und der Flow

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Published on September 13th, 2018 @ 12:07:00 , using 729 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
PIRX. LEM. MOND - und der Flow
PIRX. LEM. MOND - und der Flow
PIRX. LEM. MOND - und der Flow
PIRX. LEM. MOND - und der Flow

O13.09.2018, Mersrags

Am letzten Samstag hatte ich noch einmal, wohl zum letzten Mal in diesem Jahr, Segel gesetzt - bin  aber kaum aus dem Hafen gekommen. Wenn ich Gas gab, passierte im Grunde genommen gar nichts. Miss Sophie schob mit einem halben Knoten durchs Wasser, wo ich bei 1800 Umdrehungen sonst mit 5 Knoten los schiesse.
Also irgendwas muss da unten nicht in Ordnung sein, aber zu diesen Ueberlegungen hatte ich keine Zeit, denn nun musste ich unter Segel zurueck an die Boje in einem sehr schmalen Hafenbecken und zwischen dicht beieinander liegenden Booten.
Ging aber dann doch eigentlich alles ganz easy - nun ja, dieses Hafenbecken kenne ich ja nun langsam genauso so gut wie meine Hosentasche. 
Die Ursache konnte noch nicht gefunden werden - auf jeden Fall ist es etwas mit der Schraube, denn die Uebertragung auf die Schraubenwelle ist einwandfrei.
Vielleicht der Splint, der die Schraube mit der Welle verbindet. Aber bei meinem letzten Toern von Ruhnu hierher zurueck lief alles problemlos. Und danach habe ich den Motor nicht laufen lassen, also kann sich auch der Splint nicht geloest haben, der sowieso nur durch physische Einwirkung sich loesen kann.
Seltsam. Was fuer Sherlock Holmes.

Diese Monate hier im Hafen haben mir irgendwo richtig gut getan.
Das Nichtstun hat dazu gefuehrt, dass alle Gedanken und Ueberlegungen, die tiefer in mir rumort haben, hier Zeit hatten, sich an die Oberflaeche zu robben - und nun waren sie alle glasklar da.

Die Lithografie, die ich letztes Jahr in Ruhnu auf dem Handwerkermarkt der Dorfbevoelkerung von einer dort lebenden Grafikerin gekauft hatte - jetzt weiss ich, was sie darstellt (siehe Bild oben).
Es ist die Landschaft vor dem Elternhaus von Pirx, dort, wo er viele Jahre gespielt, getraeumt und herum gestreunt ist.

Pirx?

Geschichten vom Piloten Pirx.
Stanislav Lem.
In den 60-ziger Jahren geschrieben, was mich schon sehr frueh zu einem begeisterten Lem-Leser werden liess.
Weltraumabenteuer.

Und als ich Ende der 60-ziger Jahre beim Fernsehen arbeitete, und meine ersten Filme machte, wurde mir immer deutlicher, ich muss eine Pirx-Geschichte verfilmen.
Und immer wieder, seit 50 Jahren, denke ich darueber nach, wie das zu machen ist, mit keinem Budget, keiner Ahnung von Spielfilm-Regie, ja, eigentlich mit garnichts, ausser meiner eigenen Arbeitskraft, meiner Phantasie, meiner bescheidenen Filmtechnik und meiner Begeisterung, wenn ich von einer Sache ueberzeugt bin.

Und jetzt bin ich ueberzeugt. Und begeistert.
Zur Zeit fliege ich in einem Flow.

Ploetzlich weiss ich, warum ich diese Lithografie letztes Jahr gekauft habe (siehe Bild oben).
Es ist die Landschaft vor Pirxs Elternhaus.

Und ploetzlich weiss ich, warum jetzt diese Pirxgeschichte virulent geworden ist.

Ich lebe die letzten Monate in einer aehnlichen Situation wie Pirx in der Forschungsstation auf der erdabgewandten Seite des Mondes, in einer winzigen Kabine, umgeben von Wasser, so dass ich aehnlich wie auf dem Mond, nicht einfach vor die Tuer treten kann, ich lebe hier einsam, aehnlich wie Pirx, nur umgeben von ein paar Buechern und meinen eignen Gedanken und ich lebe hier aehnlich wie Pirx, der eigentlich nicht weiss, was er in dieser Forschungsstation ueberhaupt soll. Also  eine Ziellosigkeit, bei mir wie bei Pirx.

Und wie das so ist, wenn man sich in einem Flow befindet: Alles laeuft wie von selbst.
Ich weiss ploetzlich, wie die Aufnahmen auf dem Mond, sowohl in der Station wie auch auf dem Mond selbst, gemacht werden.

Ganz einfach. Ueberwachungskameras.

Die Mondlandschaft wird ein Steinbruch im Harz sein, bei Nacht (erdabgewandt Seite des Mondes, erhellt durch ein paar LED-Leuchten, die den Weg zum Messgeraet begleiten). Dazu Helmkamera und LED-Leuchte am Helm des Raumanzuges, den man dadurch nur im Anschnitt sieht.

Ich brauche keine Schauspieler, weil im Film kein Wort gesprochen wird und damit auch keine direkte Handlung gefilmt wird. Die Handlung entsteht im Kopf der Zuschauer - ich muss ihr nur das richtige filmische Futter geben.

So, das reicht jetzt erstmal.
Ich hoffe euch Lesern und Leserinnen laeuft jetzt schon das Wasser im Mund zusammen - wenn nicht, dann muesst ihr noch ein wenig warten, weil dies Tagebuch hier in den naechsten Tagen beendet wird.

Trotzdem noch eins.

Seit Jahren ueberlege ich, aus meinem Buero und dem Schnittplatz, also aus den zwei Raeumen einen zu machen und das zweite Zimmer zu vermieten, vor allem waehrend des Sommersemester, wo ich sowieso nicht da bin.

Jetzt ist alles klar.

Ich weiss, ich muss ganz schnell aufraeumen, um Platz in der Wohnung und in meinem Kopf fuer den Film herzustellen.

Also: es tut sich was.

Gerade tobt hier der erste Herbststurm durch den Hafen mit Boen von 8 - 9.

 


                                                                                                                                 

Hier in Mersrags macht sich der Herbst breit - und die "nottoold"

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Published on September 5th, 2018 @ 17:41:00 , using 335 Wörter,
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Hier in Mersrags macht sich der Herbst breit - und die "nottoold"
Hier in Mersrags macht sich der Herbst breit - und die "nottoold"
Hier in Mersrags macht sich der Herbst breit - und die "nottoold"

Die Tage werden hier in der Nacht deutlich kaelter, die Tage deutlich nasser und bewoelkter, der Herbst macht sich breit, meine Tage hier sind gezaehlt.

Ich lese viel, z.Z. zum wiederholten Mal Dietmar Dath, Klassenkampf im Dunkeln.

Ein wie ich finde schwieriger Text, den ich  richtig erarbeiten muss.

D.h.: einmal im Ganzen (also jeweils ein Kapitel etwa 10 Seiten) durchlesen und sich notieren, was man verstanden hat. Und den Inhalt in einem Satz versuchen auszudruecken.

Dann noch einmal lesen und jetzt versuchen, Absatz fuer Absatz zu verstehen und in der eigenen Sprache wiedergeben (in Kurzform) und die beim ersten Lesen entstandenen Fragen zu beantworten.

Und wenn man dann joch Zeit und Kraft hat, noch einmal als ganzes lesen und dann einen Text ueber diesen Text schreiben, d.h. wie man ihn fuer sich selbst einordnet, welche Fragen er neu stellt und klaeren, ob er zu den Texten zaehlt, die man fuer spaeter in eigene Archiv aufnehmen moechte.

Also eine etwas anspruchsvolle Arbeit.

Die Tage kam hier noch ein etwas ungewoehnlicheres kleines Segelschiff hier rein, aus Holland: die "nottoold".

Und schon bald waren wir im Gespraech. An Bord Cornelia und Henk, und Henk hat diesen Renner selbst gebaut, d.h. selbst laminiert nach einem Riss eines franzoesischen Serien-Schiffes, was eine eigene Klasse bildet, soweit ich das erinnere.

Beide sind eigentlich richtige Salzbuckel, denn die beiden haben im Pazifik nach Mastbruch bei einem Sturm ihr damaliges sehr viel groesseres Schiff aufgeben muessen und sind von einem Hubschrauber gerettet worden.

Ihr Schiff wurde wenig spaeter an die Sandkueste getrieben, wo es ein kundiger Hafenmeister vor dem versinken im Sand retten konnte - ihr Schiff hat den Sturm ueberstanden. Was noch einmal bestaetigt, was immer wieder gesagt wird: sein Schiff erst dann zu verlassen, wenn es am sinken ist.


Egal wie, die beiden sind total nett, beide in meinem Alter, und sie werden wie ich hier an Land ueberwintern (d.h. ihr Schiff) und wir haben hier schon einige Abende erzaehlend mit einander verbracht - und es werden wohl auch noch ein paar dazu kommen.

 

...das nennt man wohl Hexenschuss...

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Published on August 30th, 2018 @ 12:44:00 , using 274 Wörter,
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...das nennt man wohl Hexenschuss...

Mersrags, 29_08_2018

Dieses Geschoss fand ich plötzlich hier im Hafen.
Muss ein unheimlich schneller Segler sein. Leider konnte ich nichts ueber ihn erfahren, denn die beiden schon etwas aelteren Herren waren selten an Bord und Letten, und in dem Alter ist es selten, wenn sie englisch koennen.

Mit Elviya war ich essen und ich hatte auf meinem Tisch diesen Fisch - und das Ganze hat 9 EUR gekostet, das teuerste Gericht auf der Speisekarte. Danach habe ich Waesche in ihrer Waschmaschine gewaschen - bzw waschen lassen - und dabei hat sie mir das Haus gezeigt, wo sie die Wohnung ganz oben bewohnt - mit Blick auf den Rigaschen Meerbusen.
Jetzt bekommt das Haus eine neue Waermedaemmung, neue Heizungsradiatoren, neue elekrische Leitungen und Wasser und Heizungsrohre - also eine Komplettsanierung.

Gegenueber von diesem Gebauede steht diese vertraeumte Bank mit Tisch.

Beim Waeschetragen der nassen Waesche habe ich mich verhoben. Ich hatte sie nicht im Rucksack sondern in meiner grossen Umhaengetasche. und weil ich wegen meiner Behinderung eh schon etwas schief gehe, hat das dieses Schiefgehen noch verstaerkt - und nun lag ich mit einem eingeklemmten Nerv bewegungsunfaehig drei Tage in der Koje. Muehseelig und unter Schmerzensschreien habe ich den Schritt zum Klo geschafft und mir danach geschworen, keinen Schluck mehr zu trinken - Tee wohlgemerkt - aber der Schwur hat nicht all zu lange gewirkt.

Heute habe ich den ersten Schritt wieder aus der Kabine gewagt - es ging.

Die Werft ist komplett ausgebucht bis Ende September, so dass meine Windturbine , die gestern wohl angekommen ist, erst im Oktober eingebaut werden kann.
Ob ich so lange hier noch sein werde, weiss ich noch nicht, haengt auch ein bisschen vom Wetter ab.

 

Bilder kommen noch, gibt im Moment schwierigkeiten

Bei mir kommt an Bord der Strom aus den Autosteckdosen - bis .....

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Published on August 16th, 2018 @ 20:17:00 , using 298 Wörter,
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Bei mir kommt an Bord der Strom aus den Autosteckdosen - bis .....

Heute kam hier wirklich ein riesen Frachter an, ich wollte kaum glauben, dass der in den Hafen passt - aber nicht nur dass, er hat das Anlegen auch ohne Schlepperhilfe hinbekommen.

Ich höre abends immer meine Hörgeschichten über mein Autoradio, dass auch einen cd-player und einen sd-kartenslot und einen usb - Eingang hat - und gestern war plötzlich keine Energie mehr auf der Batterie.

Erstens hatte ich nicht auf meinen NASA Batterie monitor geguckt, der mir den bedenklichen Ladezustand der Batterie schon lange angekündigt hatte, und zweitens hatte ich mir nie Gedanken darüber gemacht, was das Autoradio an Energie verbraucht. Und als ich nun auf der Suche war, wo die grossen Stromverbraucher bei mir sind, musste ich erst aus dem Internet das manual für das radio holen - und fiel aus allen Wolken, denn das Ding kann bis zu 20 AMP verbrauchen - aber wohl nur, wenn die Youngsters riesige Boxen in ihre Autos bauen und die dann voll dröhnen lassen. Aber meine abendlichen Hörstunden haben doch wohl pro Stunde 3 - 4 AMP verbraucht - und das macht eine Batterie auf Dauer nicht gerne mit. Weil mein Motor läuft ja nur, wenn ich aus dem Hafen zum segeln fahre - nie im Hafen.

Also: erstens habe ich mir für 15 eur einen Kopfhörer gekauft, der nicht nur einen micro-sd-Eingang hat sondern auch ein slot für eine micro-sd-Karte, auf die ich meine vor gelesenen Geschichten aufspielen kann und dann sogar draussen in der Hängematte meine Geschichten hören kann. Den gab es hier gerade im Supermarkt.

Und zweitens muss ein Windgenerator her.

Ich habe recherchiert und es wird ein Rutland WG 504  werden, der kleinste Generator, den ich gefunden habe, denn der hat einen Rotordurchmesser von nur 50cm und damit genau richtig für meine Schiffsgröße.
Maximalleistung 25 Watt, was nicht viel ist, aber beim Segeln ist Wind und wenn Wind ist, arbeitet er.

Wetter, Gradient-Wind, Frontalzone, Warmluftsektor und und und

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Published on August 16th, 2018 @ 20:13:00 , using 104 Wörter,
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Wetter, Gradient-Wind, Frontalzone, Warmluftsektor und und und
Wetter, Gradient-Wind, Frontalzone, Warmluftsektor und und und
Wetter, Gradient-Wind, Frontalzone, Warmluftsektor und und und
Wetter, Gradient-Wind, Frontalzone, Warmluftsektor und und und

Nach dem Festival hier regnete es mehr oder weniger die ganze Zeit bzw immer mit Unterbrechungen und er Himmel bot wieder alles auf, Einblicke in die Wetter Abläufe zu bekommen und Wolkenstudien zu betreiben, was ich mit einiger Hingabe betreibe - ich aber Zugeben muss, dass man nicht im Nebenbei ein Studium betreiben kann, dass zu den längsten und schwierigsten gehört. Aber ich gebe nicht auf und ein paar der Wolkenbilder könnt ihr hier sehen.

Turner lässt grüssen.

Und mittlerweile traue ich mir zu, eine einigermaßen verlässliche Wetterprognosen für einen Tag machen zu können. Und das ist ja schon für einen Segler ne ganze Menge.

Wetter, Gradient-Wind, Frontalzone, Warmluftsektor und und und

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Published on August 11th, 2019 @ 22:29:00 , using 104 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie

Nach dem Festival hier regnete es mehr oder weniger die ganze Zeit bzw immer mit Unterbrechungen und er Himmel bot wieder alles auf, Einblicke in die Wetter Abläufe zu bekommen und Wolkenstudien zu betreiben, was ich mit einiger Hingabe betreibe - ich aber Zugeben muss, dass man nicht im Nebenbei ein Studium betreiben kann, dass zu den längsten und schwierigsten gehört. Aber ich gebe nicht auf und ein paar der Wolkenbilder könnt ihr hier sehen.

Turner lässt grüssen.

Und mittlerweile traue ich mir zu, eine einigermaßen verlässliche Wetterprognosen für einen Tag machen zu können. Und das ist ja schon für einen Segler ne ganze Menge.

Kultur erster Sahne in Mersrags

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Published on August 16th, 2018 @ 19:53:00 , using 251 Wörter,
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Kultur erster Sahne in Mersrags
Kultur erster Sahne in Mersrags
Kultur erster Sahne in Mersrags
Kultur erster Sahne in Mersrags
Kultur erster Sahne in Mersrags
Kultur erster Sahne in Mersrags

Ich sitz so auf miss sophie und guck mir das wetter an, was bedrohlich dunkelgrau wird, als ich ploetzlich Marschmusik hoere, so "deutsch", dass ich dachte ich traueme.

Und da war der Zug schon auf der Bruecke und es folgten noch eine ganze Reihe anderer aehnlich kostuemierter Menschen, viel Volk aller Altersgruppen und dann auch noch ein paar Gruppen mit ganz anderen Menschen - oder sind es die gleichen nur in anderer Kostuemierung.

Und Aigars sagte mir dann, dass heute ein Kulturfest hier auf dem Kulturplatz statt finden würde - ich hatte aber im  ganzen Dorf kein einziges Plakat oder einen anderen Hinweis gesehen.

Na gut, dachte ich, ist ihre Sache hier - aber hingehen wollte ich schon.

Und das war gut so.

Denn was dann die nächsten 7 Stunden hier ablief, war erste Sahne.

Dieses kleine Dorf von vielleicht 3000 Menschen lebt hier eine lebendige Kultur, dass man nur neidisch werden kann.

Die Bilder sprechen für sich. Die vom Zug zum Kulturplatz  sind von der Seite mersrags.lv/Kulturamt,die von den Bands von mir (Handy).

Und die letzte Gruppe " Johneys Band" war wirklich mitreißend gut .Hier die Internetseite:

https://www.precos.lv/lat/kazu-pakalpojumi/26-kazu-muzikanti/2977-johneys-band/) mit ein paar Ausschnitten ihrer Stücke.

Als sie ihre Pause machten, es war gerade 21:30 geworden,fing es ganz langsam an vorsichtig zu regnen und als sie ihr letztes und ich finde bestes Stück  spielten , regnete es richtig, aber es war ein leichter Sommerregen und alle blieben und viele tanzten auch noch.
Alleine diese Gruppe hat für mich den ganzen Abend gelohnt.

Klasse was die hier kulturell hinkriegen. Und alles umsonst.

 

Mein langes Schweigen war technisch begründet

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Published on August 10th, 2018 @ 16:37:00 , using 627 Wörter,
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Mein langes Schweigen war technisch begründet
Mein langes Schweigen war technisch begründet
Mein langes Schweigen war technisch begründet
Mein langes Schweigen war technisch begründet
Mein langes Schweigen war technisch begründet
Mein langes Schweigen war technisch begründet
Mein langes Schweigen war technisch begründet

Endlich kann ich mich hier mal wieder zurueck melden.

Mein von mir heiss geliebtes Tablet mit Tastatur von HUAWEI hat leider seinen Geist aufgegeben.

Das ging ganz langsam.

Zunaechst fiel ab und zu der Ladeprozess aus, was man daran sehen konnte, dass die winzig kleine Ladeleuchte aus war.

Am Kabel geruettelt, die Stecker mal so mal so herum verwendet, ausgestoepselt, wieder reingestoepselt - es war kein System erkennbar.

Dann fiel das Androidsystem aus.

Aber dieses Tablet hat zum Glueck zwei Betriebssysteme: Einmal Android und zum anderen auch noch Windows 10, mit dem ich aber nicht arbeiten wollte und auch noch nicht hatte.

Also musste ich mich erstmal i das neue Windows reinfuchsen. Ein idiotisches System. Und fast alle Programme die ich unter Android am laufen hatte, gibt es hier anscheinend ueberhaupt nicht. Na ja, lassen wir das.

Und dann verabschiedete sich mein Tablet zur Gaenze. Und wenn neu gestartet, mit winzigem Akkurest.

Was tun?

Bei ebay nicht ersteigert sondern normal gekauft, aber die Daten waren natuerlich zu Hause.
Neues Tablet in Riga kaufen?
Nicht ganz billig und eigentlich sah ich das auch nicht ein, denn es ist noch kein halbes Jahr alt.

Dann bin ich noch mal alles genau durchgegangen und dann habe ich es gefunden: das Ladekabel zwischen Stecker und Tablet hatte einen Wackelkontakt und war ann ganz ausgefallen. Also nur ein neues Kabel, 5 EUR und alles war gut.

Und siehe da, nach dem Laden war auch das Androidsystem wieder am laufen.

Deshalb gab es so lange keine Nachrichten hier.

Werden hier jetzt nachgeholt.

Ploetzlich war unser kleiner yachthafen hier in Mersrags voll, uebervoll: Die Regatta [Riga - Mersrags - Ruhnu - Mersrags] war hier angekommen, ca. 40 Schiffe aller groessen, Megayachten, eine schneller als die andere, aber auch kleinere, normale Schiffe waren dabei, weil es mehr um den Spass beim Dabeisein geht und nur die Profiyachten dies wohl wirklich ernst nehmen.

Ja, und dann war da noch eine Yacht angekommen, die natuerlich sofort meine ganze Aufmerksamkeit hatte, auch weil sie die klassischen Insignien von Abeking & Rasmussen aus Bremen / Lemwerder hatte, das Pfeilende des Zierstreifens laengs des Dollbords. Und so einmalig schoene Formen.
Der Eigner erzaehlte, dass er das Schiff voellig heruntergekommen irgendwo in Amerika entdeckt hatte, und, er ist Profi als Bootsbauer, sich an die Restaurierung dieses ca. 50 Jahre alten Schiffes gemacht hat.

5 dieser Schiffe sind in den 60ziger Jahr bei Abeking & Rasmussen aus Aluminium hier gebaut worden nach dem Riss eines amerikanischen Yachtdesigners, dessen Namen ich mir aber nicht merken konnte. Und alle sind nach Amerika gegangen und dort wohl auch noch unter Segeln.

Also schaut noch mal auf diese wundervollen Formen, die ~ Dorit ~.

Jetzt aendert sich das Wetter doch grundsaetzlich: Der Westwind wird wieder zur beherrschenden Windrichtung und damit werden wir wieder das Auf und Ab der hier vorbeiziehenden Tiefs mitbekommen mit unterschiedlichen Windrichtungen.

Und so schaut das Wetter aus meinem Cockpit aus.

Mit Elviya habe ich mich ein paar mal getroffen und sie hat mit von ihren Sprachstudien erzaehlt, die sie auch nach Deutschland gebracht haben, das sie als Land und Kultur sehr mochte.
Und sie hat mir die Plattenbauten gezeigt, die z. Z. saniert werden.

Und Fjodor habe ich kennen gelernt, der hier neben mir an seiner MAXI arbeitet und sie saniert. Er und seine Eltern leben in Moskau und er auch in Riga und - die Welt ist klein -  er war im Schueleraustausch in der Bremer Waldorfschule.
Wir haben zusammen gegrillt und danach noh einmal zusammen gegessen und er hat aus seinem ereignisreichen Leben erzaehlt, das er auf Yachten vor allem in Suedamerika und diesem Segelrevier verbracht hat.

Was bei mir noch seglerisch passiert, wird nicht mehr viel sein, weil die Windstaerken jetzt auch wieder zunehmen werden und ich habe die Zeit hier an Verbesserungen an Miss Sophie verbracht und diese 30 - 33 Grad warmen/heissen Wochen lesend verbracht.
Auch sehr schoen.

 

 

Bruellende Hitze - aber traumhafte Abende hier auf Ruhnu

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Published on Juli 23rd, 2018 @ 16:14:00 , using 26 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Bruellende Hitze - aber traumhafte Abende hier auf Ruhnu

Bruellende Hitze, in der Kajuete ueber 30 Grad, kein Wind und alle halbe Stunde unter die relativ erfrischende Dusche.

 

Aber die Abende sind traumhaft hier auf Ruhnu.

Ganze Geschichte »

Mal wieder segeln - mit allem Drum und Dran

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Published on Juli 22nd, 2018 @ 19:37:00 , using 471 Wörter,
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Mal wieder segeln - mit allem Drum und Dran
Mal wieder segeln - mit allem Drum und Dran
Mal wieder segeln - mit allem Drum und Dran

 Mersrags – Ruhnu

Mal wieder Segeln mit allem Drum und Dran

 

Die Seewetterberichte hatten fuer Samstag westliche Winde angesagt und das war nach Wochen die erste Moeglichkeit fuer mich, wieder mal den Versuch zu starten, noerdlich zu kommen, also erst mal die kleine Insel Ruhnu anzusteuern.

 

Aber erst mal musste noch Eingekauft werden, weil ich erst wieder in Finnland die Moeglichkeit habe, ein Lebensmittelgeschaeft zu finden.

 

Und da entdecke ich bei mir in dem Dorf einen kleinen Gemuesemarkt, der wohl ganz neu entstanden ist und wohl auch nur am Samstag stattfindet auch mit einem Kaeseauto und einem motorisierten Laden fuer Fleisch- und Wurstwaren.

 

Aber dann um 10.00 Uhr los.

3 Windstaerken aus West, also halben Wind, die Selbststeueranlage funktionierte prima aber ich wollte Miss Sophie etwas hoeher an den Wind bringen, aber das machte sie nicht, warum auch immer.

Meine einzige Erklaerung dafuer ist, das mein Grossegel, was ja neu ist und eine fuer Regattasegeln geschneiderte Form hat, sehr viel effektiver den Wind umsetzt als meine vierzig Jahre alte Genua 2, die schon sehr ausgelutscht ist. Miss Sophie wird dadurch leegierig, weil das Gross einfach zu gut den Wind ummsetzt und zu viel Druck aufbaut.

Das werden wir die Tage testen, denn dann werde ich das Gross mit dem ersten Reff fahren, das sind dann ca. 2 qm weniger Segelflaeche, mal schauen, was das wird.

 

Aber bei den 3 Windstaerken lief Miss Sophie gut ihre 5 – 6 Knoten. Und ich konnte unter Deck gehen und ein wenig ruhen, war gestern spaet geworden.

 

Um 15.00 Uhr hatte ich den Dampfertreck passiert, als der Wind langsam weniger wurde. Am Himmel waren riesige Cumulushaufenwolken und eigentlich dachte ich, in ihnen steckt Wind, war aber nicht. Jetzt musste leider James an die Arbeit.

 

Aber eine Stunde spaeter, ohne das sich das am blauen Himmel mit irgend einem Hinweis angekuendigt haette, hatten wir ploetzlich NordWest 5, ich konnte die Hoehe gerade noch halten, und innerhalb kuerzester Zeit bauten sich die gefuerchteten aggressiven Rigaer-Bucht-Wellen auf, manche hatten schon 2 Meter und eine schaeumte direkt an meiner Bordwand hoch und schon war ich nass.

Das war jetzt sportliches Segeln und auch anspruchsvolles Segeln.

 

Aber so wurde aus dem eher sich langweilig anlassenden Segeltag eine schoene gute Segelerfahrung, die zu ein paar technischen Aenderungen gefuert haben.

 

Die Layzjacks wurden noch einmal neu geschotet, die Bloecke fuer die Umlenkung der beiden Falle wurden weiter auseinanderlegt und naechsten Jahr werde ich die Fallen aussen am Mast fahren, um die Umlenkung am Mastfuss zu umgehen, die sehr viel Kraft kostet.

 

Und dann gab es Essen von einem Rezept von Karin und Doerte. Linsen und Weizenkoerner, ich habe fuer drei Essen fuer mich jeweils eine halbe Tasse gebraucht, 12 Stunden einweichen und dann kurz aufkochen und ich habe das ganze dann in den Wok geworfen und noch wie immer Zwiebeln und Knoblauch und zwei Moehren und eine Dose Mais dazu getan.

Gut gewuerzt – sehr lecker.

 

 

 

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