von Jörg Streese

Zum ersten Mal wieder unter Segeln unterwegs und gleich eins auf die Mütze bekommen: Von Mersrags nach Ruhnu

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Published on Juli 17th, 2014 @ 13:11:00 , using 598 Wörter,
Veröffentlicht in Tagebuch der Miss Sophie
Zum ersten Mal wieder unter Segeln unterwegs und gleich eins auf die Mütze bekommen: Von Mersrags nach Ruhnu
Zum ersten Mal wieder unter Segeln unterwegs und gleich eins auf die Mütze bekommen: Von Mersrags nach Ruhnu
Zum ersten Mal wieder unter Segeln unterwegs und gleich eins auf die Mütze bekommen: Von Mersrags nach Ruhnu
Zum ersten Mal wieder unter Segeln unterwegs und gleich eins auf die Mütze bekommen: Von Mersrags nach Ruhnu
Zum ersten Mal wieder unter Segeln unterwegs und gleich eins auf die Mütze bekommen: Von Mersrags nach Ruhnu

 Es war gutes Wetter, blauer Himmel, es war SW 3 den ganzen Tag vorhergesagt worden und um 09:00 Uhr war ich unter Segeln. Der Wind war sehr sehr wenig, vielleicht 1 Windstärke, und wir trieben so dahin. Mein Kurs war Nord und meine Strecke ca. 30 sm.

Leider ging mein Echolot wieder nicht und mir wurde klar, ich muss nun doch das neue einbauen.

Um 11:00, gleich nach dem ich noch mal den Seewetterbericht hörte, der die Voraussage noch einmal bestätigte, frischte der Wind plötzlich auf und kam etwas vorlicher aus W und MISS SOPHIE ging gleich mit 5 Kn los.

Aber eine halbe Stunde später war der ganze Zauber auch schon wieder verflogen und wir dümpelten so dahin.

 Dann plötzlich um 15:30 kam der Wind aus N, also daher, wo ich hin wollte und frischte immer mehr auf und war bald zu einem strammen Wind geworden, der die Wellen immer höher aufwarf.

 Also kreuzen. Aber mein Zielhafen lag genau in Nord und anfangs konnte ich noch mit 45 Grad zum Wind aufkreuzen, die Seen wurden aber immer höher und ich brauchte mehr Kraft, MISS SOPHIE durch die Wellen zu bringen und ich musste immer mehr abfallen.

Hier jetzt Bilder zu schießen, ging garnicht, da ich alle mit dem Handy mache und das jetzt hier nicht möglich war, da ich alle Hände damit zu tun hatte, MISS SOPHIE durch die Wellen zu bringen und mich auf dem Schiff zu halten.

 Zwei Stunden habe ich versucht, Höhe zu machen, zum Schluss musste ich einsehen, dass es keinen Zweck hatte.

 Was tun?

 Mein Zielhafen lag jetzt 11 sm entfernt, zurück wären 20 sm gewesen und ich dieser Tag wäre umsonst gewesen.

 Also James angeworfen (17:30) und der hat mich mit mit 2000 Umdrehungen und 5 Knoten nach vorne gebracht. Die Seen wurden jetzt noch höher, der Wind kam jetzt aus NW und ich saß auf der hohen Kante, um besser steuern zu können und die Seen auszusteuern. Ab und zu türmte sich dann eine Welle derart auf, kam auf mich zu, der Wellenkamm in 2 Meter Höhe, ich glotze sie an, denn das ist meine Sehhöhe, wenn ich auf der hohen Kante sitze, sie glotze mich an und schon klatschte sie mir ihren Gischt ins Gesicht.

 Dafür hätte ich ihr gerne eine Ohrfeige gegeben, aber da war sie schon unter meinem verschwunden und hatte MISS SOPHIE richtig auf die Seite gelegt.

Aber Obadja ließ das alles völlig kalt und ein Blick zu ihm hoch und schon übertrug sich sein Gefühl auf mich und gelassen schaute in den nächsten Wogen entgegen

 Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, mich anzuleinen, denn die Bewegungen, wenn die Wellen das Schiff anhoben, auf die Seite wälzten um dann im Wellental zu verschwinden wurden immer heftiger.

 Nachher im Hafen sagte mir ein Holländer mit einem großen Schiff, er hätte gute 6 Windtsärken gemessen.

 Aber James tat seine Arbeit glänzend, langsam fühlte ich mich auch wieder sehr verbunden mit meinem Schiff und dann sah ich auch schon die Ansteuerungstonne, von wo es mit 286 Grad genau zu steuern in den Hafen geht.

 Da wartete der Hafenmeister schon, der garnicht verstand, was denn da draußen so ungewöhnlich gewesen sein soll, denn der Hafen liegt bei NW im Windschatten der Insel und hier im Hafen war nicht zu spüren.

Schiff aufgeklart, ein paar Dinge notiert, die morgen unbedingt zu machen sind und um 22:30 was zu essen gemachent.

Als ich mir dann nach dem Essen noch einmal die Seekarte angeschaut habe, habe ich auch die Erklärung für die ungewöhnlichen Seen bekommen: an der Stelle geht der Meeresboden von sonst ca. 40 Metern Tiefe sehr schnell auf 12, 10 und 8 Meter hoch - daher an dieser Stelle die ungewöh nlich hohen Seen.

 

Vetras Putns - ein 60 Jahre altes Amphibienfahrzeug von Baiks Boats

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Published on Juli 10th, 2014 @ 09:54:00 , using 107 Wörter,
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Vetras Putns - ein 60 Jahre altes Amphibienfahrzeug von Baiks Boats
Vetras Putns - ein 60 Jahre altes Amphibienfahrzeug von Baiks Boats
Vetras Putns - ein 60 Jahre altes Amphibienfahrzeug von Baiks Boats
Vetras Putns - ein 60 Jahre altes Amphibienfahrzeug von Baiks Boats
Vetras Putns - ein 60 Jahre altes Amphibienfahrzeug von Baiks Boats

 

2014_07_10

 

Aigars, der Werftbesitzer, hat ein 60 Jahre altes Amphipienfahrzeug, an dem  er damals als kleiner Junge mitgeholfen hatte, als es sein Großvater baute, wieder saniert, renoviert und nun gab es einen kleinen Stapellauf hier im Hafen und die ersten Touren wurden damit unternommen.

Es hat einen kleinen Elektromotor als Schiffsantrieb und wird noch einen Motor für den Landbereich bekommen.

Wunderbares Wetter, viele Menschen, die hier zusahen und dem Schiff oider dem Fahrzeug allzeit gute Fahrt auf dem Wasser wie zu Lande.


Am Montag, den 14.07., fahre ich nach Riga und hole endlich meinen laptop ab und werde dann wohl am 15. oder 16. endgültig Mersrags verlassen - so Neptun es denn will.

 

 

Fische und ein Einblick in lettische und russische Verhältnisse

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Published on Juli 8th, 2014 @ 09:54:00 , using 207 Wörter,
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Fische und ein Einblick in lettische und russische Verhältnisse

 

08.07.2014

 

Ich bekomme von Aigars drei Fische, natürlich noch nicht ausgenommen und weil ich meinen letzten Fisch mit 15 Jahren ausgenommen habe, musste ich mich erst einmal wieder kundig machen, wie das geht. Und dann habe ich mir schnell ein Nirorost gebastelt, den ich über den Wok gelegt habe und unten dann eine Tasse Wasser rein und so die Fische auf wunderbar sanfte Art gegart.


Täglich telefoniere ich mit dem kleinen Laden, der meinen laptop repariert und manchmal schalte ich auch lettisch sprechende Menschen ein, die ihnen deutlich machen sollen, dass ich dringendst meinen laptop zurück brauche, und zweieinhalb Wochen ist er jetzt schon bei ihnen und das Ersatzteil ist auch sachon da, aber noch nicht eingebaut.


 

Abends musste ich dann der Einladung eines Russen nachkommen, der hier auf einem der aufgegebenen Schiffe lebt, das ganze musste ich dann aber schon nach einer halben Stunde beenden, denn obwohl die Situation der Verständigung eh schon schwierig genug, die Flasche wodka auch schon halb leer war, meinte er dabei auch noch den FERNSEHER mit irgend einem russischen Popprogramm in Hallenlautstärke präsentieren zu müssen und trotz meiner Bitten und Proteste dabei zu bleiben, dass ich schlicht und einfach aufgestanden bin, mich freundlich mit Zeigen auf den Fernseher verabschiedet habe und gegangen bin.

 

89 Jahre und noch immer Einhandsegler - Günther Prinz

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Published on Juli 4th, 2014 @ 09:09:00 , using 85 Wörter,
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89 Jahre und noch immer Einhandsegler - Günther Prinz
89 Jahre und noch immer Einhandsegler - Günther Prinz

 

04.07.2014

 

Sitze mit Günther Prinz zusammen, ein 89 - jähriger Einhandsegler, auf seiner "Thule", eine 9 meter lange Westerly, der noch unglaublich beweglich und fitt ist. Wir machen kleine WANDERUNGEN hier an der Küste lang, gehen essen und klönen abends lange bei Bier und wodka. Werner ist übrigens entfernt verwandt mit Ernst Thälmann. Im Krieg sind ihm alle seine Brüder und sein Vater gestorben. Und immer wieder muss ich, wenn ich ihm gegenübergegenüber sitze, mir sagen, der , der dir hier gegenüber sitz t, ist 89, und nicht 68, wie es scheint.

 

Jean-Luc Godard

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Published on Juli 7th, 2014 @ 09:07:00 , using 211 Wörter,
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Jean-Luc Godard

 

Da ich hier vermutlich lange warten muss auf meine laptop-Reparatur, habe ich beschlossen, die Zeit zu nutzen mich auf ein Uniseminar vorzubereiten, das ich im Herbst geben will: Über Jean-Luc Godard, Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos.

 

Ein schwieriger Text, weil er die Transkription von mündlichen Reflexionen Godards sind, die er nicht noch einmal für die Veröffentlichung überarbeitet hat und manche Passagen völlig unklar bleiben und manche Passagen sehr vage sind, weil die Einlassungen der Studenten, mit denen er zusammen saß, nicht mit transkribiert werden konnten. Weil es aber auch ein Text ist, in dem er auch seine eigene Entwicklung reflektiert und er für mich zu den ganz Großen im Film gehört, aber gleichzeitig auch zu den ganz schwierigen, dachte ich, ich werde durch diese Texte auch noch einmal einen neuen Bezug zu seinen Filmen bekommen. Denn dieses Seminar in Kanada hat er sehr spannend aufgebaut: Vor den 14 Filmen von ihm hat er zwei, drei und manchmal sogar fünf andere Filme in Ausschnitten gezeigt, die in einem bestimmten Verhältnis zu seinem Film stehen, aber in welchem genau, dass wollte er in den Diskussionen mit den studenten erst herausfinden und so sind seine Reflexionen lautes Denken mit all seinen Irrwegen, Sackgassen und Abbrüchen, was das Verständnis dieses Textes so schwierig macht.

 

KRUMMSTEERT - Segeln wie in alten Zeiten auf einem 100 Jahre alten Segelboot

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Published on Juni 28th, 2014 @ 08:53:00 , using 79 Wörter,
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KRUMMSTEERT - Segeln wie in alten Zeiten auf einem 100 Jahre alten Segelboot
KRUMMSTEERT - Segeln wie in alten Zeiten auf einem 100 Jahre alten Segelboot
KRUMMSTEERT - Segeln wie in alten Zeiten auf einem 100 Jahre alten Segelboot

 

Und am 28. 06. liegt neben mir Rainer Gickert mit seiner 100 Jahre alten KRUMMSTEERT, ehemaliger Kapitän und Lotse und wir schnacken miteinander, weil mein Vater auch bei der Hanse-Rederei in den Jahren war, ob die beiden sich mal begegnet sein könnten.

Rainer segelt seine KRUMMSTEERT ohne jegliche Navigationsmittel: kein Echolot, keine Logge, kein UKW-Funkgerät, kein Kartenplotter, lediglich einen Kompass, ein gutes Fernglas und eine penible Vorbereitung des jeweiligen törns auf der Seekarte. Tja, das ist alte Seemannschaft, die hier praktiziert wird.

 

 

 

Weltumsegler neben mir

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Published on Juni 26th, 2014 @ 08:42:00 , using 42 Wörter,
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Weltumsegler neben mir
Weltumsegler neben mir

 

Am 26.06. habe ich plötzlich einen Weltumsegler neben mir, dem man das auf seinem jetzigen Schiff aber nicht ansehen kann.

 

1988 - 1991 segelt er mit seiner Frau mit einem 12-Meter-Colin-Archer (ein norwegischer sehr sturmfähiger Spitzgatter, der später als Seenotrettungsboot legendäre Bedeutung bekam) um die Welt.

 

 

 

Ein neues Seglerleben beginnt für mich: Windfahne die erste

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Published on Juni 20th, 2014 @ 08:04:00 , using 292 Wörter,
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Ein neues Seglerleben beginnt für mich: Windfahne die erste
Ein neues Seglerleben beginnt für mich: Windfahne die erste

 

Freitag, 20.06.2014

 

Da nun klar ist, dass mein laptop nicht mehr läd, ich ihn aber für das Schreiben meines Tagebuches brauche, muss ich noch einmal nach Riga und dort eine Reparaturwerkstatt ausfindig machen.

 

Im Bus sitzt neben mir eine Frau, die irgendwann ihren laptop aufmacht, um zu arbeiten, als ihr Handy klingelt und sie plötzlich in bestem Deutsch mit dem Anrufer spricht.

 

Nach dem Telefongespräch sprech ich sie an, und sie erzählt mir, dass sie mit einem deutschen Mann verheiratet ist und als ich erzähle, was ist hier mache und warum ich im Bus nach Riga sitze, sagt sie, dass sie mir eine ihrer Meinung nach gute Reparaturwerkstatt ganz in der Nähe des Busbahnhofs nennen könne.

 

Adresse notiert, verabschiedet und den Laden aufgesucht, ja kein Problem, wir schicken eine sms. Aber es wird etwas dauern, weil jetzt Sommersonnenwendfeier ist und das in den Baltischen und auch den nördlichen Ländern einer der wichtigsten Feierttage ist und die dauern bis zum 25. Juni. Also diesen Monat komme ich hier nicht mehr los.

 

In Riga regnet es Hunde vom Himmel und es bleibt so bis nach Mersrags.

 

Am nächsten Tag ist gutes Wetter und ich will mal meine Windfahnensteuerung alleine ausprobieren. W 4, blauer Himmel mit Cumuluswolken, und ich segel los. Kaum bin ich draussen, schaltete ich die Windfahnensteuererung ein, zuzzele ein bisschen an den Leinen rum und dann - ich fass es nicht, steuert mich diese Windfahne stundenlang einen geraden Kurs, wie ich ihn nicht besser steuern könnte.

 

Ein völlig neues Leben beginnt in diesem Moment für mich, ich bin befreit vom ständigen Rudergehen, kann unter mir was zu essen machen, was lesen, Karte studieren und und und.

 

Wirklich ein neues Leben beginnt hier an diesem Tag für mich.

 

Abends um 18:00 wieder im Hafen, erholt, glücklich und zufrieden.

 

 

Abenteuer in Riga, die Zweite: Rockmusik

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Published on Juli 15th, 2014 @ 08:04:00 , using 316 Wörter,
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Abenteuer in Riga, die Zweite: Rockmusik
Abenteuer in Riga, die Zweite: Rockmusik
Abenteuer in Riga, die Zweite: Rockmusik

 

Donnerstag, den 19.06.2014

 

Ich hatte mir vorgenommen, relativ zeitig zurück nach Mersrags zu fahren und komme auf dem Weg zum Busbahnhof durch den Fußgängertunnel, als ich plötzlich eine mitreißende Violine als Rockinstrument höre.

 

Eine sehr junge Frau steht dort mit ihrer Violine, hat zu Füßen eine winzige Box stehen, die die Begleitung von ihrem Spiel ertönen lässt und ihre Stücke gibt sie per Bluetooth von ihrem Handy an die Box. GENIAL.

 

Nach zwei Stücken kommen wir ins Gespräch, ich erzähle ihr, dass ich mir vorstellen kann, ihre Musik für einen Film von mir zu verwenden, frage sie, ob ich die folgenen Stücke mit meinem Handy aufzeichnen darf, wir tauschen Visitenkarten und als sie Bremen liest, sagt sie, dass sie dort und auch in Berlin im August mit ihrer Band spielen wird. 23 Jahre alt. Na, ich werde auf jeden Fall da sein.

 

 

Da ich sehr rechtzeitig aufgebrochen war, hatte ich noch etwas Zeit, bis mein Bus fuhr und ich schlenderte noch einmal durch die großen Hallen, wo Käse, Wurst, Fleisch, Fisch, Geflügel und anderes angeboten wird und entdecke dort einen kleinen aber sehr feinen Teeladen und erstehe dort einen ZENSENA SAKUES für 74 EUR das Kilo und einen PU ERH TUOCA, für 52 EUR das Kilo, aber natürlich für mich nur in homöopathischen Dosen.

Ach - in meiner Herberge fand ich dieses zurückgelassene chinesische Buch mit Anmerkungen: eine wunderbare Schrift.

 

Zu Hause angekommen, mache ich mich sofort an den Einbau des neuen Echolots, und um sicher zu sein, dass es ausgeschaltet ist, schalte ich es noch einmal an - und plötzlich zeigt es die richtige Wassertiefe an. Ich gucke etwas blöd aus der Wäsche, schalte es noch einmal aus und wieder an, und wieder zeigt es die richtige Wassertiefe.

 

Ich verstehe die Welt nicht mehr.

 

Jetzt habe ich zwei Ladegeräte, die scheinbar nicht gingen und jetzt auch noch dazu zwei Echolote. Wenn das so weiter geht, kann ich bald einen Laden aufmachen.

 

 

 

Abenteuer in Riga

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Published on Juni 18th, 2014 @ 05:55:00 , using 635 Wörter,
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Abenteuer in Riga
Abenteuer in Riga
Abenteuer in Riga

 

Mittwoch, den 18.06.2014

 

Weil mein laptop mit dem neuen AutoLadegerät, dass Aigars mir gekauft hatte, nicht aufgeladen wird, wollte ich in Riga ein anderes kaufen.

 

Kaum in Riga nach einer über zweistündigen BusFahrt angekommen, bekomme ich von Aigars eine sms, dass mein neues Echolot aus England dort angekommen sei und ich es abholen kann.

 

Na super. Stadtplan in der Hand, und los. Eksporta Iela 1a. Nach Stadtplan auf der linken Straßenseite. Auf der rechten Straßenseite ein Haus neben dem anderen, aber die graden Zahlen beginnend mit 2, auf der linken Seite kein einziges Haus, sondern Industriegelände, dass bis zum Fluss Daugave hinunter geht. Na, kann ja noch kommen, denke ich und maschiere weiter.

 

Der Yachthafen auf der linken Seite ließ Hoffnung in mir aufkommen. Lag aber nicht an der Straße, sondern an einer ganz kleinen Abzweigung. Und hatte eine andere Straßenbezeichnung laut Straßenschild. Enttäuscht weitergetöffelt.

 

Entlos dieser Weg an einer der sehr viel befahrenen Zubringerstraßen nach Riga.

 

Frau mit Hund gefragt, die hier Gassi ging und deshalb hier wohnen mußte: neee, wusste sie nicht.

 

In einem Büro dort gefragt. Keine Ahnung.

 

Polizisten auf seinem Motorrad gefragt. Stadtplan raus, lange gesucht, nee, nicht zu finden.

 

Dann habe ich mich entschlossen, zurück zu gehen wieder zum Yachthafen und dort zu fragen, denn die müssen doch wissen, wo der einzige Yachladen in Riga ist.

 

Gefragt und dann zeigte man ihn mir: auf dem Yachthafengelände ein paar Schritte weiter.

 

Echolot unter den Arm geklemmt und zurück und dann war mir auch schon klar, wo ich endlich etwas essen werde: in dem kleinen Gartenrestaurant direkt am Fluss unterhalb der alten Burg, wo man gut für 6 EUR essen kann.

 

Dann zur Tourist Information: wo kann ich ein AutoLadegerät kaufen. Zunächst ratlose Gesichter und dann wurden mir mit großen Bedenken vier große Stores genannt, die über die halbe Stadt verteilt lagen.

 

Na gut, dachte, gerade gut gegesssen, das ist jetzt mein Verdauungssport.

 

Erste LaptopLaden: nein, haben wir nicht. Zweite Laden das gleiche. Dritte Laden nicht für ASUS.

 

Letzte Chance - und der zweite Verkäufer, der eingeschaltet wurde, kommt dann mit einem Ladegerät an und das scheint es zu sein.

 

30 EUR gelöhnt und von dannen gezogen.

 

Ich musste mich auch sputen, denn um 18:45 sollte mein letzter Bus gehen.

 

Dort angekommen ist mein Bus nicht auf der elektronischen Anzeigetafel aufgeführt.

 

Ich gehe zur Information, zeige der dort sitzenden Angestellten meinen von ihrer Vorgängerin geschriebenen Zettel mit den Abfahrtszeiten, aber sie zuckt nur mit den Schultern, der letzte Bus fährt um 17:45.

 

OK. Nicht zu ändern.

 

Kurz überlegt und mich dann zu dem nicht weit entfernten YouthHostel begeben, was ich ja schon kenne, dort auch sofort ein Bett bekommen, mich frisch gemacht und überlegt, was ich mit dem angefangenem Abend machen kann.

 

Ein Buch hatte ich nicht mit, überlegt, ob nicht vielleicht heute abend Weltmeisterschaftsspiele sind und mich aufgemacht, eine Kneipe zu finden, die die Übertragung zeigt.

 

Plötzlich bin ich in einer Straße, in der ein Friseurladen neben dem anderen ist, wonach ich heute schon mehrfach gesucht hatte. Haben bis 21:00 Uhr geöffnet. Aber der erste Laden winkte nur ab, als ich da 15 Minuten vor Schluss anfragte, der zweite auch, aber beim dritten war ich sofort unter der Schere, nein Maschine, und 8 Minuten später einige Haare und 15 EUR los.

 

 

 

Etwas später entdecke ich eine Kneipe, in der auf 4 Großbildschirmen Fussball gezeigt wird, heute ist Spanien gegen Chile.

 

Na gut, denke ich, ist eigentlich klar und wird wohl nicht sehr spannend. War auch die ersten 20 Minuten so, doch dann schossen die Chilenen ein Tor und danach war die Mannschaft wie ausgewechselt. Ab da beherrschten sie das Spiel und die Spanier sahen sehr alt aus. Haben dann noch 2:0 gewonnen. War ein gelungener Abend und ich war um 00:30 im bett.


Bilder:

Gebäude des ehem. sowjetischen Geheimdienstes

"mein" Gartenrestaurant direkt an der Daugave

Kunst im öffentlichen Raum mit direktem Bezug zum dahinter liegenden Gebäude


 

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